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Sa, 08:52 Uhr
03.12.2005

Betrachtet: Verantwortung statt Pathos

Nordhausen (nnz). Die nnz erhielt gestern Post von Gerald Schütze. Der Mann ist Pressesprecher der Linke.PDS und auch im Kreisvorstand seiner Partei. Um genauer zu sein – er war...


Pathetisch hat Schütze der nnz geschrieben, dass er sein Parteibuch hinlegen werde. Er könne die Kungelei mit der SPD nicht verstehen und nicht ertragen. Hintergrund ist die Zusammenarbeit zwischen den beiden roten Parteien im Vorfeld der kommenden OB- und Landratswahlen. Wie nnz-Leser schon seit Beginn dieses Jahres wissen, wollen die Sozialisten Barbara Rinke (SPD) für ihre erneute Kandidatur unterstützen. Im Gegenzug werden die Sozis keinen Kandidaten für die anstehenden Landratswahlen aufstellen und statt dessen Birgit Keller (Linke.PDS) unterstützen.

Soweit – so gut. Was ist daran also so schlimm, außer dass der CDU die Haare zu Berge stehen und die Christdemokraten gar ihr Landratsamt wegschwimmen sehen und die Kreisverwaltung komplett „rot“ wäre?

Da gibt der Herr Schütze in seinem Abschiedsbrief an die nnz zwar offiziell an, dass er die Zusammenarbeit mit einer Partei, die eine neoliberale Politik verfolgt, nicht weiter ertragen kann. Doch der eigentliche Grund der Ablehnung ist – wie immer - in Personen begründet. Insider wissen doch, dass auch in der PDS, die jetzt anders heißt, Personen nach einer Kandidatur für die OB-Wahlen gierten. Und von denen geht nun vermutlich die Ablehnungsfront aus. Fragen muß sich Herr Schütze, wie er denn die ganzen Jahre ertragen konnte, dass SPD und PDS im Kreistag und – zum Teil auch – im Stadtrat so erfolgreich zusammenarbeiten konnten, dass sie sämtliche Kandidaten für politische Wahlämter gemeinsam durchbrachten?

Wer ehrlich ist, der weiß auch, dass sich eine kommunale Politik mitunter extrem von der im Bund oder vielleicht sogar im Land unterscheidet. Hier unten ist man einfach entspannter, weil der Sache verschrieben. Da spielen Rhetorik und Mediengeilheit nicht die entscheidende Rolle, hier geht es noch um die Menschen, die diese Menschen einst gewählt hatten. Man versucht es zumindest. Loni Grünwald weiß davon ein politisches Lied zu singen.

Man sollte also in der Linken den Ball lieber flach halten, statt pathetisch Abschied zu nehmen. Aber vielleicht ist ja ganz einfach: Vermeintliche Opposition ist immer bequemer, da kann kritisiert werden. Verantwortung übernehmen ist dagegen nicht so einfach. Oder dachte in der Linke.PDS vielleicht irgendjemand, dass man die Wahl gegen eine Amtsinhaberin Rinke gewinnen könnte?
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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