Polizeibericht
Rund 3.460 Demonstranten in Thüringen gezählt
Am Samstag kam es in Thüringen zu insgesamt neun Versammlungen mit kritischen Bezug zu den gesetzlichen Vorschriften im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Auch im Norden des Freistaates wurde wieder demonstriert...
In der Summe konnten seitens der Polizei 3.646 Versammlungsteilnehmer gezählt werden. Diese verteilten sich im Einzelnen auf die Orte Erfurt (2.000 Teilnehmer), Eisenach (600 Teilnehmer), Greiz (300 Teilnehmer), Bad Liebenstein (177 Teilnehmer), Arnstadt (154 Teilnehmer), Treffurt (140 Teilnehmer), Sondershausen (95 Teilnehmer), Bleicherode (50 Teilnehmer) und Effelder (36 Teilnehmer). Insgesamt lag zu lediglich einer Versammlung eine Anmeldung nach dem Versammlungsgesetz vor. Die Bewerbung erfolgte zum Großteil über Soziale Medien. Alle Versammlungen wurden durch polizeiliche Einsatzmaßnahmen begleitet.
Darüber hinaus fand in Erfurt eine versammlungsrechtliche Gegenaktion unter dem Motto "Querdenken blockieren! - für eine solidarische Coronapolitik" mit 90 Teilnehmern statt, die ebenfalls polizeilich begleitet wurde.
Die Polizei fertigte insgesamt 17 Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Überdies wurden 188 Ordnungswidrigkeitsverfahren nach dem Versammlungsgesetz sowie dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet. In diesem Zusammenhang musste die Identität von 193 Personen festgestellt werden.
Die versammlungsrechtliche Aktion in Erfurt begann um 15:10 Uhr im Bereich des Hirschgartens, sodann bewegten sich die Versammlungsteilnehmer durch die Innenstadt in Richtung des Domplatzes. Seitens der Versammlungsteilnehmer wurden die geltenden Hygienevorschriften (u.a. Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und Abstandsgebot) außer Acht gelassen.
Während des Versammlungsverlaufes kam es mehrfach zur Nichtbeachtung polizeilicher Anweisungen sowie Tätlichkeiten gegenüber Einsatzkräften, weshalb unmittelbarer Zwang u. a. in Form von Pfefferspray gegen Personen in der Versammlung eingesetzt werden musste. In Folge der polizeilichen Intervention vereinzelten sich die Versammlungsteilnehmer. Eine Gruppe von 150 Personen konnte daraufhin im Bereich der Trommsdorfstraße angehalten werden. Gegen die Personen wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen der Teilnahme an einer nicht angemeldeten Versammlung eingeleitet. Insgesamt wurde ein Polizeibeamter im Rahmen der Einsatzmaßnahmen verletzt.
Autor: red
Kommentare
Örzi
30.01.2022, 11:25 Uhr
3646 ?
So genau wurde ja noch nie gezählt. Wurden da Kinder bis zum 6. Lebensjahr als halbe Personen gezählt ? Da hätte ja prima noch eine Kommastelle entstehen können.
Üblicherweise wird die Anzahl von Demonstranten ja von der Polizei stark gerundet und vom Veranstalter vervielfacht angegeben.
Kama99
30.01.2022, 12:24 Uhr
Die Zahlen ....
kommen jetzt wahrscheinlich auch von der täglichen Würfelrunde im RKI.
Halssteckenbleib
30.01.2022, 16:30 Uhr
Na ob das so stimmt...3.460 Menschen
Junge Junge da muss aber jemand genau gezählt haben.Gabs da ein Eingang mit so ein Schnüffelzählwerk wie in der Kaufhalle am Eingang?Alles wird gezählt kontrolliert überwacht ausgespäht und was noch alles.Jede Bewegung des Bürgers wird anscheinend penibel dokumentiert.Wohin soll das noch führen...
ossi1968
30.01.2022, 17:51 Uhr
Spaziergang
Auch wenn die Polizei bei den Demos nur ihre ihnen übertragenen Kontrollpflichten ausführt... schämen sollt ihr euch mit Pfefferspray und Schlagstock gegen normale Bürger vorzugehen.
Leser X
30.01.2022, 19:26 Uhr
In Thüringen...
... scheint also alles "glatt" gegangen zu sein. Lassen wir sie laufen bis sie sich selbst irgendwann komisch vorkommen.
In Leipzig haben sich ja 50 Demonstranten in die Psychiatrie geflüchtet, wie heute aus dem "Staatsfunk" berichtet wurde...
nur_mal_so
30.01.2022, 19:38 Uhr
Ossi1968
Ehe heutzutage ein Polizist Schlagstock und Pfefferspeay zücken darf, muss vorher schon eine Menge Aggression gegen ihn geschehen sein. Wird nicht - in anderen Zusammenhängen - immer gern geklagt, wie lasch die Polizei heutzutage nur agieren darf?
Und, mal ehrlich: wer zum Beispiel aktuell während eines ach-so-friedlichen Spazierganges ein Klinikgelände erstürmt, der lässt sich nicht mit Luftballons und Sonnenblumen von seinem Tun abbringen.
diskobolos
30.01.2022, 21:23 Uhr
Bei diesen "Spaziergängen" in NDH fällt mir auf,
dass die Teilnehmer keine Schilder oder Transparente mit konkreten Forderungen haben. Liegt es daran, dass jeder aus einem anderen Grund demonstriert und vielleicht gar nicht möchte, dass der Nachbar diesen Grund erfährt. Eine Demonstration, bei der man nicht so genau weiß, worum es geht, hat natürlich auch keine große Wirkung.
Kobold2
30.01.2022, 22:33 Uhr
So wie es oben steht
stammen die Zahlen vom Polizeibericht .
Die Vorstellungen einiger Kommentatoren jedoch aus der Nordhäuser Bahnhofstraße......
Bodo Bagger
31.01.2022, 08:03 Uhr
Die Forderungen sind doch bekannt...
wer also Pappschilder zur Bestätigung und Rückversicherung seiner eigenen Position, quasi als ideologisches Erkennungsmerkmal und Standpunktbestätigung braucht, sollte zu den, von Gewerkschaften, Parteien und bunten Bündnissen organisierten Gegendemonstationen gehen und dort infantile Liedchen ala "Pieks, Pieks, Pieks" singen und sich zum Vollhorst machen oder eine derartige Veranstaltung selber organisieren.
Gudrun1974
31.01.2022, 08:49 Uhr
@diskobus: Die Nordhäuder Demos...
... sind friedlich, die Gründe reichen offenbar weit über Corona hinaus. Wo liegt also das Problem, daß Menschen Gebrauch von ihren Rechten machen?
diskobolos
31.01.2022, 08:52 Uhr
Die Forderungen sind doch bekannt?
Das möchte ich bestreiten:
Da gibt es Leute, die panische Angst vor einer Impfung haben.
Andere lehnen die Zugangsbeschränkungen für ihr Kleingewerbe ab.
Wieder andere lehnen das ganze politische System ab (Reichsbürger, Rechtsradikale)
In jeder Gruppe wird es Leute geben, die die Forderungen der anderen ablehnen.
Wer nicht zu erkennen gibt, wogegen und wofür er steht, kann auch gleich zu Hause bleiben
diskobolos
31.01.2022, 09:07 Uhr
Ich habe überhaupt kein Problem
mit friedlichen Demonstrationen, aber SO haben sie m. E. gar keinen Sinn.
nur_mal_so
31.01.2022, 11:53 Uhr
möchte ich anzweifeln, dass die Spaziergänger -
- tatsächlich alle für dasselbe, nämlich die Beendigung oder zumindest teilweise Aufhebung der Corona-Maßnahmen, spazierengehen.
allein hier auf der nnz war zB in einigen Kommentaren zu lesen, dass jemand auch spazierengeht, um auf die hohen Spritpreise hinzuweisen. Als ich diesen Kommentar vor ein oder zwei Wochen las dachte ich mir "öha, wissen das auch die anderen Spaziergänger?" Ein anderer schrieb, er spaziert, weil er allgemein die Demokratie in Deutschland als Diktatur empfindet. Als ich vergangenen Montag kurz vor sechs auf Arbeit ging überholten mich mehrere Jugendliche mit Bierflaschen in den Händen, bei denen ich den Eindruck hatte, für die ist das Demonstrieren eher eine Abwechslung, eher Abenteuer als Anliegen. Und so weiter und so fort.
Ich glaube, wofür bzw. wogegen man spaziert, ist inzwischen gar nicht mehr so klar wie noch zu Beginn.
Heute Abend geht dann das Streiten um die Teilnehmerzahlen wieder los, aus 235 weniger Spaziergängern werden wieder mehr werden, Befürworter und Gegner der Maßnahmen werden sich wieder gegenseitig in den Kommentaren beschimpfen, und all dies wird allmählich zur Routine werden. Und wie in jeder Beziehung wird die Routine zum Einschlafen führen.
Man kann nur hoffen, dass es in Nordhausen weiter so friedlich bleibt wie bisher. Nach den Bildern und Meldungen vom Wochenende aus Leipzig und Erfurt ist das sehr zu hoffen.
Kritiker2010
31.01.2022, 13:05 Uhr
diskobolos - ein echter Sonderdemokrat.
Unser überaus eifriger Kommentator verkörpert irgendwie recht gut die aktuelle Politik:
Einerseits behauptet er, es sei nicht bekannt, wogegen die Menschen demonstrieren, andererseits zählt er detailliert mögliche Motive auf. Besonders schlimm scheint aber zu sein, dass einzelne Spaziergänger vielleicht nicht alle Standpunkte der anderen teilen. Welch unerträgliches Tohuwabohu!
Möchte er also höchst persönlich über die Legitimität der Motive befinden oder befinden lassen und auch darüber, ob man diese öffentlich vortragen darf? Ich denke, solch Geistes Kind empfängt die nicht minder wunderliche und dennoch jüngst in das Amt der Bundesministerin gestolperte Nancy Faeser mit offenen Armen.
Um diesbezüglich Sicherheit zu schaffen, ersinnt die Dame vielleicht schon ein zentrales Verzeichnis für legitime Gedanken und deren Ausdrucksformen. Dort müssen wir dann täglich nachsehen, was wir zu denken haben und wie wir unsere Gedanken anderen mitteilen dürfen.
Aber es gibt sicher genügend Traumtänzer, die selbst das regungslos akzeptieren würden. Es braucht nur eine nette Legende, den erhobenen Zeigefinger und eine Portion geheuchelter Moral.
Selbst solche Märchen, wie die "Stürmung" des Klinikgeländes in Leipzig (erinnert an die angeblich versuchte Erstürmung des Reichstages durch hunderte Demonstranten anno dazumal), unterhalten so manch kindliches Gemüt und stoßen auf wenig kognitiven Widerstand.
Ich lade all die Demo-kritischen Kommentatoren ein, ihre Empathie zu beweisen und sich mit den Demo-Teilnehmern vor Ort zu unterhalten. Die meisten beißen nicht und können durchaus klar und nachvollziehbar artikulieren, was sie antreibt.
Vielleicht fehlt dem einen oder anderen doch auch nur ein wenig frische Luft, um, nach zwei Jahren Corona-Politik, wieder klare Gedanken zu fassen.
diskobolos
31.01.2022, 14:09 Uhr
Macht es wirklich keinen Unterschied?
Vielleicht sind beim nächsten Mal auch alle dabei, die gegen Massentierhaltung, für bessere Straßen in NDH, gegen Altersarmut oder gegen den Einfluss der Katholischen Kirche sind. Alles ehrenwerte Anliegen, aber ich glaube kaum, dass das Sinn hat.
A-H-S
31.01.2022, 14:42 Uhr
Hinterhältiger Vorschlag
Das ist ein hinterhältiger Vorschlag des Herr diskobolos.
Wer auf diesen Spaziergängen mit einem Plakat und politischer Forderung auftaucht, verändert den Charakter zu einer Demonstration. Die müssen bekanntermassen angemeldet sein, einen Demo-Leiter haben und diverse Auflagen erfüllen. Ich kenne mindestens 4 Personen, die eine Anzeige diesbezüglich erhalten haben, deren Gesamtkosten sich zwischen 350 und 2000 Euro bewegt haben. Das kann man in der Gruppe halbwegs abfangen, aber wenn man es vermeiden kann, dann sollte man es umgehen.
Und nebenbei ist es natürlich ganz im Sinne von "Spalten und Herrschen", wenn man die Masse wieder aufgespalten bekommt, weil jeder für sein eigenes Süppchen um die Häuser zieht.
Letztendlich ist es mir egal, ob der Spaziergänger neben mir vorrang gegen die Impfpflicht, die C-Maßnahmen, die Energiekosten, die ungeregelte Zuwanderung oder die (Engergie)Versorgungssicherheit spaziert. Jeder allein wird sein Anliegen nicht durchbekommen, in Gruppe halte ich es nicht für ausgeschlossen.
nur_mal_so
31.01.2022, 15:05 Uhr
@A-H-S
Liest man Ihr Fazit könnte der Eindruck entstehen, die Spaziergänge bzw die Gründe, warum mittlerweile spaziert wird, seien völlig beliebig: Corona, Zuwanderung, Energiekosten, egal, schreiben Sie.
Es ist also völlig bedeutungslos, wofür oder wogegen demonstriert wird, Hauptsache, es wird demonstriert? Aber wozu dann demonstrieren? Wie soll denn von Seiten der Politik auf Forderungen der Demonstranten eingegangen werden, wenn überhaupt keine mehr gestellt werden, sondern einfach nur jeder Spaziergänger gegen irgend etwas ist? Und keiner weiß vom anderen, warum er überhaupt hier ist?
Dann wären diese Demonstrationen, Ihrer Sichtweise folgend, genau solche inhaltslosen Spiegelfechtereien wie das totgerittene Pferd "wir sind keine Demo, wir sind ein zufälliger Spaziergang".
Kobold2
31.01.2022, 16:09 Uhr
Hinterhältig
Ist es eher die Demos " Spaziergang" zu nennen, um damit die Rechtsstaatlichkeit auszuhebeln. Aber gleichzeitig von Willkür und Diktatur zu schwafeln, ist halt "leicht" am Ziel vorbei....
Bestehende Verhältnisse ändern zu wollen , ist selten ein Spaziergang, sondern harte Arbeit.
Mitternacht
31.01.2022, 16:37 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
A-H-S
31.01.2022, 16:59 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
Kritiker2010
31.01.2022, 17:47 Uhr
Ich bin gespannt, wie die Haltungs-Politiker ...
... die neuerliche Terror-Einlage von ein paar selbsternannten Öko-Spinnern beurteilten, die meinten, heute für ihr Anliegen die A100 in Berlin blockieren zu müssen.
Nach der aktuellen Nomenklatur der Guten und Gerechten dürfte es sich doch um hochgefährliche Asoziale handeln, die man schnellst möglich per Blitzurteil bestrafen und anschließend isolieren muss. Nie wieder dürften sie, was auch immer ... bla bla.
Stattdessen werden Menschen, die Ihre legitimen Grundrechte wahrnehmen, von anderen, die sich in einen paranoiden Wahn gesteigert haben, bedroht und bestraft.
MERKE: Selbst das sinnlose Herumlaufen auf öffentlichen Straßen und Plätzen ist ein Grundrecht - es heißt "Freiheit der Person".
Aufgabe des Staates ist nicht, dieses zu Grundrecht vorsorglich zu beschränken, sondern selbiges soweit irgend möglich sicherzustellen.
Einschränkungen müssen begrenzt, gut begründet und wohl abgewogen sein. Eben hier versagt aber dieser Tage "der Staat" an vielen Orten.
Von spazierenden Menschen geht für die Gemeinschaft keine Gefahr aus. Eine erhebliche Gefahr für die Demokratie sind aber die zahllosen Lügen und die offen demokratiefeindliche Denkweise verschiedener Politiker und Funktionäre.
Wer freie, unschuldige Menschen aus dem Amt heraus beleidigt und ihnen mit Waffengewalt droht, hat dort nichts zu suchen und muss hierfür zur Verantwortung gezogen werden.
Nur das schützt die Demokratie.
Wie Bitte
31.01.2022, 19:41 Uhr
Kritiker2010
Hören Sie und andere doch mal bitte auf, die Demos noch immer "Spaziergang" zu nennen.
Zu 'nem Kamel sagen Sie doch auch nicht "Hund", wenn es Ihr Vermieter nicht in der Wohnung haben will.
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