Do, 16:23 Uhr
27.01.2022
Nachgefragt
Mogelpackung Abfallentsorgung?
Stabile Preise sind in unserer Zeit eine Besonderheit, das werden alle Verbraucher bei der Betrachtung ihres Gebührenbescheides bei der Abfallentsorgung wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Ein Schelm ist der, der etwas anderes vermutet, schreibt unserer Redaktion eine Leserin. Wir haben beim Landkreis Nordhausen nachgefragt...
"Leider ist diese Tatsache zum Teil mit Kürzung der Leistungen verbunden. Heimlich still und leise – von langer Hand wohl vorbereitet – wurden die Leistungen bei der Grünabfuhr massiv gekürzt. Leidtragende ist die Landbevölkerung", schreibt Bärbel Ballhause und führt weiter aus:
"Bis vor wenigen Jahren gab es jeweils 2 Grünabfuhren im Frühjahr und im Herbst. Das Angebot wurde sehr gern angenommen und die Auslastung war nach meinem Eindruck sehr gut. Dann wurde das Angebot nur auf jeweils einen Abfuhrtermin im Frühjahr und im Herbst festgelegt. Die Abfuhrtermine waren nie verbraucherfreundlich festgelegt. Denn jetzt war es immer ein Glücksspiel, ob man sein Gartenabfall auch entsorgen lassen konnte.
Im Herbst vergangenes Jahr war die Abfuhr so zeitig, die Rosen blühten, die Bäume waren grün. Im Ergebnis konnte man feststellen, ja, die Abfuhr hat sich nicht gelohnt. Der Abfuhrwagen war vielleicht zur halb voll.
Die Schlussfolgerung für die Abfallwirtschaft ist, dass es sich nicht lohnt, den Grünabfall vom Land zu entsorgen. Welche Auswirkungen wird dies nun für den Verbraucher haben? Die Gemeinde bietet den Bürgern eine Sammelstätte an. Fahrten von 20 km für Hin und Rück sind keine Besonderheit. Voraussetzung ist allerdings ein PKW plus Hänger. Da danke ich doch dem Landkreis für seine Entscheidung. Bürgerfreundlichkeit und Umweltschutz sehen anders aus.
Bevor jetzt noch ein kluges Köpfchen den Vorschlag macht, es sollte doch vor Ort kompostiert werden, dann antworte ich, ja, so soll es sein. Wird auch praktiziert. Aber es gibt doch Dinge, die sollten nicht im Garten verbleiben, manchmal ist es auch zu viel."
Soweit unsere Leserin: Ihre Kritik haben wir an die Landkreisverwaltung weitergeleitet und von Pressesprecherin Jessica Piper erhielten wir folgende Antwort:
"Die Entscheidung zum Wegfall der mobilen Grünabfallsammlung hat der Landkreis gemeinsam mit seinem Entsorgungsunternehmen intensiv diskutiert. Zudem erfolgte eine ausführliche politische Debatte in den entsprechenden Gremien des Kreistages Nordhausen. Die Entscheidung begründete sich insbesondere mit den sehr geringen Grünabfallmengen und der sehr geringen Anzahl an Personen, die dieses Entsorgungsangebot in der Vergangenheit genutzt haben.
Der Landkreis als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger muss auch die wirtschaftlichen Aspekte von Entsorgungsangeboten betrachten. Aufgrund der Personal-, Kraftstoff- und Fahrzeugkosten einerseits und der geringen Personenzahl, die die Sammlung in Anspruch genommen haben, andererseits war die mobile Sammlung als äußerst unwirtschaftlich einzustufen.
Die in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangene Inanspruchnahme der mobilen Grünabfallentsorgung ist sicher in Zusammenhang mit der Einführung der Grünabfallkarte zu sehen. Seit 2012 gibt es die Grünabfallkarte+, mit der die Einwohner des Landkreises unabhängig zeitunabhängig ihren Grünabfall entsorgen können.
Für einmalig 20 Euro pro Jahr können Privathaushalte ganzjährig an verschiedenen Standorten Grünabfälle in haushaltsüblichen Mengen abgeben – so oft sie wollen. Im Rahmen des Kaufes der Grünabfallkarte+ erhalten die Nutzer zudem einmal jährlich Südharzer Gütekompost. Es gibt ein dichtes Netz von Annahmestellen: 12 Stellen verteilt im Landkreis Nordhausen. Die Internetseite https://abfall-nordhausen.de/abfallarten/#gruenabfall gibt einen Überblick über die Entsorgungsangebote für Grünabfälle im Landkreis.
Zudem können kleinere Grünabfälle über die Bioabfallbehälter entsorgt werden."
Autor: psg"Leider ist diese Tatsache zum Teil mit Kürzung der Leistungen verbunden. Heimlich still und leise – von langer Hand wohl vorbereitet – wurden die Leistungen bei der Grünabfuhr massiv gekürzt. Leidtragende ist die Landbevölkerung", schreibt Bärbel Ballhause und führt weiter aus:
"Bis vor wenigen Jahren gab es jeweils 2 Grünabfuhren im Frühjahr und im Herbst. Das Angebot wurde sehr gern angenommen und die Auslastung war nach meinem Eindruck sehr gut. Dann wurde das Angebot nur auf jeweils einen Abfuhrtermin im Frühjahr und im Herbst festgelegt. Die Abfuhrtermine waren nie verbraucherfreundlich festgelegt. Denn jetzt war es immer ein Glücksspiel, ob man sein Gartenabfall auch entsorgen lassen konnte.
Im Herbst vergangenes Jahr war die Abfuhr so zeitig, die Rosen blühten, die Bäume waren grün. Im Ergebnis konnte man feststellen, ja, die Abfuhr hat sich nicht gelohnt. Der Abfuhrwagen war vielleicht zur halb voll.
Die Schlussfolgerung für die Abfallwirtschaft ist, dass es sich nicht lohnt, den Grünabfall vom Land zu entsorgen. Welche Auswirkungen wird dies nun für den Verbraucher haben? Die Gemeinde bietet den Bürgern eine Sammelstätte an. Fahrten von 20 km für Hin und Rück sind keine Besonderheit. Voraussetzung ist allerdings ein PKW plus Hänger. Da danke ich doch dem Landkreis für seine Entscheidung. Bürgerfreundlichkeit und Umweltschutz sehen anders aus.
Bevor jetzt noch ein kluges Köpfchen den Vorschlag macht, es sollte doch vor Ort kompostiert werden, dann antworte ich, ja, so soll es sein. Wird auch praktiziert. Aber es gibt doch Dinge, die sollten nicht im Garten verbleiben, manchmal ist es auch zu viel."
Soweit unsere Leserin: Ihre Kritik haben wir an die Landkreisverwaltung weitergeleitet und von Pressesprecherin Jessica Piper erhielten wir folgende Antwort:
"Die Entscheidung zum Wegfall der mobilen Grünabfallsammlung hat der Landkreis gemeinsam mit seinem Entsorgungsunternehmen intensiv diskutiert. Zudem erfolgte eine ausführliche politische Debatte in den entsprechenden Gremien des Kreistages Nordhausen. Die Entscheidung begründete sich insbesondere mit den sehr geringen Grünabfallmengen und der sehr geringen Anzahl an Personen, die dieses Entsorgungsangebot in der Vergangenheit genutzt haben.
Der Landkreis als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger muss auch die wirtschaftlichen Aspekte von Entsorgungsangeboten betrachten. Aufgrund der Personal-, Kraftstoff- und Fahrzeugkosten einerseits und der geringen Personenzahl, die die Sammlung in Anspruch genommen haben, andererseits war die mobile Sammlung als äußerst unwirtschaftlich einzustufen.
Die in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangene Inanspruchnahme der mobilen Grünabfallentsorgung ist sicher in Zusammenhang mit der Einführung der Grünabfallkarte zu sehen. Seit 2012 gibt es die Grünabfallkarte+, mit der die Einwohner des Landkreises unabhängig zeitunabhängig ihren Grünabfall entsorgen können.
Für einmalig 20 Euro pro Jahr können Privathaushalte ganzjährig an verschiedenen Standorten Grünabfälle in haushaltsüblichen Mengen abgeben – so oft sie wollen. Im Rahmen des Kaufes der Grünabfallkarte+ erhalten die Nutzer zudem einmal jährlich Südharzer Gütekompost. Es gibt ein dichtes Netz von Annahmestellen: 12 Stellen verteilt im Landkreis Nordhausen. Die Internetseite https://abfall-nordhausen.de/abfallarten/#gruenabfall gibt einen Überblick über die Entsorgungsangebote für Grünabfälle im Landkreis.
Zudem können kleinere Grünabfälle über die Bioabfallbehälter entsorgt werden."


