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Sa, 13:14 Uhr
29.01.2022
Tierschützer kritisieren Aquakulturen

Nachfrage nach Tintenfisch wächst

Tintenfisch wird vor allem in Asien und im Mittelmeerraum verzehrt – aber auch bei uns findet man den achtarmigen Oktopus immer öfter Speisekarten. Die Nachfrage wächst weltweit und damit auch der Wunsch nach industrieller "Produktion"...

Die intelligenten und empfindsamen Tiere will man in Spanien daher ab dem Sommer industriell in Aquakulturen „produzieren“. Ab 2023 plant man dort mit 3000 Tonnen pro Jahr. Tierschützer in ganz Europa, darunter der Deutsche Tierschutzbund, kritisieren dies scharf.

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„Von allen Tieren, die für den menschlichen Konsum gehalten werden, sind aquatische Lebewesen am wenigsten geschützt. Rechtliche Rahmenbedingungen für Haltung und Schlachtung von Tintenfischen gibt es nicht“, sagt Katrin Pichl, Fachreferentin für Natur- und Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. Dies sei umso erschreckender, da die Tiere über ein sehr komplexes und hochentwickeltes Nervensystem verfügen und nachweislich Schmerzen, Angst und Stress empfinden. „Die wenigen verfügbaren Studien zeigen, dass Oktopoden in Gefangenschaft nicht verhaltensgerecht gehalten und versorgt werden können. Angesichts ihrer beachtlichen kognitiven Fähigkeiten und Sensibilität ist die monotone Aquakultur-Haltung eine zusätzliche enorme Qual“, so Pichl.

Industrielle „Produktion“ ethisch und ökologisch fragwürdig
Oktopoden sind aufgrund ihrer weichen Haut sehr verletzungsanfällig. Werden die Einzelgänger in Gruppen gehalten, kann das zu einem gesteigerten Aggressionsverhalten und Kannibalismus führen. Als Fleischfresser benötigen die Tiere täglich das Zwei- bis Dreifache ihres Körpergewichts an Nahrung. Ihre Fütterung trägt so auch zur Überfischung der Meere bei. Schon heute wird ein Drittel des weltweit gefangenen Fisches als Tierfutter verwendet – etwa die Hälfte davon in Aquakulturen. 2019 veröffentlichte Jennifer Jaquet, Professorin für Umweltstudien an der New York University, gemeinsam mit Co-Autoren ein Essay gegen die Oktopodenzucht. Wegen der ethischen und ökologischen Folgen der industriellen Fleischproduktion müsse man „hinterfragen, ob wir Fehler, die bereits bei Landtieren begangen wurden, bei Wassertieren wiederholen wollen, insbesondere beim Oktopus“, so die Autoren.

Schmerzen und Leiden auch bei Wildfängen
Bislang werden Oktopoden meist mit Grundschleppnetzen gefangen, welche den Meeresboden zerstören und andere Tiere, die als Beifang in den Netzen landen, mit in den Tod reißen. Auch Käfige oder Angelleinen kommen zum Einsatz. „Alle Fangmethoden sowie Handling und Aufbewahrung führen zu Schmerzen, Verletzungen und Stress“, sagt Pichl. Auch die Tötung verläuft grausam: „Man verstümmelt ihren Kopf, tötet sie langsam in Eiswasser oder lässt sie einfach mehrere Stunden an der Luft ersticken“, so Pichl. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt daher, weder Tintenfisch aus Wildfang noch aus Aquakulturen zu konsumieren.
Autor: red

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Kommentare
Leser X
29.01.2022, 17:18 Uhr
Ich glaube...
... in ihrer Endphase frisst die Menschheit so ziemlich alle verwertbaren Ressourcen auf. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen.
Maybach
29.01.2022, 18:35 Uhr
Die Geister die ich rief..
Es gibt da eine Ressource, welche mit 7,89 Milliarden Exemplaren die Erde bevölkert...
Ich wäre vorsichtig mit solchen Vorhersagen, nicht das sich Leser X irgendwann im Bunker vor Fressfeinden verstecken muss oder zu Soylent Green verarbeitet wird. Irgendwie muss dann der Nahrungsbedarf ja gedeckt werden.

Spaß beiseite, die Hauptabnehmer für Tintenfisch befinden sich in Asien, also sollte dort auch der Hauptadressat für den deutschen Tierschutzbund sitzen.
In Deutschlands Medien darüber zu informieren hat massiv zu Schutz der Meeressäuger beigetragen und wird auch zum Durchbruch beim Schutz von Kopffüßern führen.
Gehard Gösebrecht
29.01.2022, 21:19 Uhr
Wieder was aus Asien
Kommt aus Asien nicht jedes Jahr zur gleichen Zeit die Grippe und hat nicht seit etwa 2 Jahren eine berühmte Krankheit dort ihren Ursprung?
Na dann fehlt nur noch eine weitere kulinarische Entgleisung auf die Teller der Germanen.
Vielleicht hat der nächste Virus seine Herkunft aus dem Essen der Kulturbereicherer aus Fernost?
Zu gönnen wäre es ja den Dauerurlaubern, welche jeden Dreck ins Land einschleppen müssen.
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