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Di, 08:00 Uhr
11.01.2022
DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT

Doch keine Eigenheime An der Bleiche?

Es ist wohl die letzte richtig schöne Baufläche innerhalb der Kreisstadt, freuten sich Investor und Immobilienhändler Axel Heck und Partner Silvio Wagner, Geschäftsführer von Waresa Bau GmbH, als man die Unterschrift unter die Kaufverträge für das Schachtbaugelände an der Grimmelallee und für das Areal An der Bleiche setzte...

Die Fläche für acht Eigenheime An der Bleiche ist aufbereitet. Im Sommer des Vorjahres sollte Baubeginn sein. Doch keine Hand rührt sich hier mehr. Alle Interessenten winkten ab. (Foto: Kurt Frank) Die Fläche für acht Eigenheime An der Bleiche ist aufbereitet. Im Sommer des Vorjahres sollte Baubeginn sein. Doch keine Hand rührt sich hier mehr. Alle Interessenten winkten ab. (Foto: Kurt Frank)
Nordhausen. Waresa Bau war im Vorjahr mit schwerer Technik An der Bleiche zugange. Mit einem Stemmer wurden die Betonfundamente aufgebrochen, die mächtigen Brocken anschließend auf große Kipper geladen und abtransportiert. Das Unternehmen, Partner für die Umsetzung kleiner und größerer Bauvorhaben, ebnete die Fläche ein. An der Bleiche sollten Eigenheime entstehen.

Acht sind geplant, informierte Axel Heck in einem Gespräch mit der nnz im März des Vorjahres. An Interessenten mangelte es nicht. Alle Parzellen waren schnell vergeben. Schon im Sommer des Jahres könnte Baubeginn sein, hieß es. Der Sommer kam und ging. Mit ihm das Jahr 2021. Keine Hand rührt sich seitdem für den Bau von Eigenheimen. Wir fragten Investor Heck nach den Ursachen.

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Momentan, beteuerte Heck, sei die Stimmung für den Eigenheimbau mehr als nur getrübt. Bauen sei noch nie so teuer wie derzeit. Alle Interessenten, die An der Bleiche ihr Haus bauen wollten, hätten abgewinkt, die Reißleine gezogen. Sie könnten sich die enorm gestiegenen Kosten und Preise nicht leisten, wollten sich nicht in Schulden stürzen.

Wir machten die Rechnung auf: Die Preise für den Neubau von Wohngebäuden, einschließlich Umsatzsteuer, lagen im November 2021 um 18,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Im Bereich Rohbauarbeiten erhöhten sie sich im Jahresdurchschnitt um 12,3 Prozent. Besonders krass stiegen sie bei Zimmer- und Holzbauarbeiten: 25,3 Prozent. Für Dachdeckungen und Dachabdichtungen betrug die Steigerung 19,9 Prozent.

Wer derzeit dennoch nach den eigenen vier Wänden strebe, der müsse schon gut bei Kasse sein, ist sich Axel Heck sicher. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Vielleicht komme die Zeit, wo die Lücke ostseitig An der Bleiche zwischen der Lagerhalle und den Ansiedlungen zur Gerhart-Hauptmann-Straße geschlossen werden kann.
Rückblick: Mit schwerer Technik brach Waresa Bau den Betonboden auf, transportierte die schweren Brocken ab, ebnete die Fläche ein. (Foto: Kurt Frank)
Geplant war der Lückenschluss An der Bleiche zwischen Lagerhalle und den Ansiedlungen zur Gerhart-Hauptmann-Straße mit dem Bau von acht Eigenheimen. (Foto: Kurt Frank)
Rückblick: Mit schwerer Technik brach Waresa Bau den Betonboden auf, transportierte die schweren Brocken ab, ebnete die Fläche ein. (Foto: Kurt Frank)
Die hohen Preise und Kosten haben auch ihre Auswirkungen auf weitere Bauvorhaben im ehemaligen Schachtbaugelände zwischen Grimmelallee und An der Bleiche. Die alte Halle sei vermietet. Die ehemaligen Räume des Schachtbau-Verwaltungsgebäudes in der Grimmelallee seien zwar entkernt, doch die Interessenten für Mietwohnungen fehlten.

Zu Zeiten der Oberbürgermeisterin Barbara Rinke war die Rede davon, das Gebäude der wuchtigen Lagerhalle zu einer attraktiven Stadthalle oder einem Hotel umzubauen. Nach den Plänen von Heck und Wagner sollen es Wohnungen und Gewerberäume werden, auch für Ärzte und Dienstleister. Die Hoffnung für die Umsetzung aller erhabenen Bauvorhaben stirbt auch hier zuletzt.
Kurt Frank
Autor: psg

Kommentare
gandalf
11.01.2022, 16.14 Uhr
Wer´s glaubt...
An allen Ecken und Enden der Stadt entstehen neue Eigenheime, trotz gestiegener Baukosten. Nur an der Bleiche kann sich das (angeblich) keiner leisten. Dieses Argument klingt irgendwie vorgeschoben. Es wird schon seine (wahren) Gründe haben...aber die soll sicher niemand erfahren...
Flitzpiepe
11.01.2022, 17.28 Uhr
Auf so eine Innenstadtfläche
gehören auch keine Einfamilienhäuser mit so großen Grundstücksflächen sondern eher sozialer Wohnungsbau als Mehrfamilienhäuser von SWG oder WBG gebaut.
Ich denke, dass die Großverdiener, die sich das leisten könnten, inzwischen versorgt sind bzw. dort nicht leben wollen. Auch ein Zorgegrundstück zieht nicht mehr Interessenten an. Warum auch?
Echter-Nordhaeuser
11.01.2022, 19.44 Uhr
"Eigenheime"
Was bekommen wir als Verbraucher immer auf's Brot geschmiert, Ressourcen sparen aber das Drift bestimmt nicht für Großverdiener zu.
Aber hier könnte man gleich Anfang.
Harzer66
11.01.2022, 20.09 Uhr
Kenne den B-plan dafür..
...nicht und auch den zu zahlenden Grundstückswert nicht. Was ist da vorgeschrieben? Dürfen da nur Architektenhäuser wie in Nord hin oder gehen da auch Fertighäuser von der Stange? Für erstgenanntes ist wohl die Klientel die das bezahlen kann ausgereizt. Mal sehen wie sich die Angelegenheit hinterm Friedhof Richtung Ost entwickelt. Ob sich da auch keine Bauwilligen finden.
RWE
11.01.2022, 20.28 Uhr
Nicht jeder Häuslebauer ist eine Großverdiener
viele zahlen ihr Leben lang ab und können nicht in den Urlaub fahren wie ihre Freunde, die in Mietwohnungen leben. Neiddebatte.
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