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Di, 08:51 Uhr
04.01.2022
NABU ruft zur Stunde der Wintervögel auf

Thüringer Piepmätze zählen

Wenig Samen und Baumfrüchte im Wald – viele Besucher am Futterhaus. Dieser Effekt könnte sich bei der kommenden „Stunde der Wintervögel“ bemerkbar machen...

Vom 6. bis zum 9. Januar 2022 lädt der NABU Thüringen die Bürgerinnen und Bürger im Freistaat wieder dazu ein, sich an Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion zu beteiligen. Jeder und jede ist aufgerufen, eine Stunde lang Vögel zu zählen und sie dem NABU zu melden. „Wir haben in den vergangenen Wochen einen starken Durchzug von Bergfinken, Eichelhähern und Ringeltauben registriert. Die Vögel ziehen aus Nord- und Osteuropa nach Süden und Westen – also auch zu uns nach Deutschland und Thüringen. Das tun sie vermehrt, wenn es beispielsweise nicht genügend Bucheckern oder andere Baumfrüchte im Brutgebiet gibt“, erklärt Klaus Lieder ein Vogelexperte des NABU Thüringen. „Wir erwarten daher, dass es zur ‚Stunde der Wintervögel‘ viel zu beobachten geben wird. Vögel kommen häufiger auf Nahrungssuche in unsere Gärten, wenn das Angebot in den Wäldern knapp ist.“

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An Futterhäuschen, -säule oder Knödelspender im Garten oder auf dem Balkon lassen sich Vögel am einfachsten beobachten. „Mit der Fütterung sollte man schon vor dem ersten Schnee beginnen, damit sich die Vögel an den Platz gewöhnen“, so Klaus Lieder. „Allerdings darf man die Fütterung nicht mit effektivem Schutz bedrohter Vogelarten verwechseln, da von ihr eher weniger bedrohte Arten profitieren“, betont der Vogelexperte. Der NABU empfiehlt das Füttern daher eher zur Naturbeobachtung und Umweltbildung. „Wer Vögel schützen möchte, der gestaltet seinen Garten und Balkon naturnah, beispielsweise mit heimischen Sträucher wie zum Beispiel Holunder und Schlehe. Abgeblühte Samenstände von Stauden und anderen Blühpflanzen sollten zudem über den Winter als natürliches Vogelfutter stehen gelassen werden“, rät Klaus Lieder. „Vögel fühlen sich wohl, wenn im Garten etwas Wildnis zugelassen wird. Und ganz wichtig: Gift und Kunstdünger sollten tabu sein.“

Bei der vergangenen großen Vogelzählung im Januar 2021 beteiligten sich in Thüringen über 6.390 Menschen. „Dies ist ein Teilnehmerrekord, mit dem wir so nicht gerechnet haben“, sagt Klaus Lieder. Die ersten sieben Plätze im Freistaat belegten damals Haussperling, Kohlmeise, Feldsperling, Blaumeise, Amsel, Elster und Grünfink.

Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum zwölften Mal statt. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl Vögel notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Beobachtungen können bis zum 17. Januar online gemeldet werden. Für die Meldebögen an den NABU Thüringen gilt der 12. Januar als Einsendeschluss. Zudem ist für telefonische Meldungen am 8. und 9. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Weitere Infos zur Aktion finden Sie unter: www.NABU-Thueringen.de

Für die „Schulstunde der Wintervögel“ vom 10. bis 14. Januar bietet die NAJU auf www.NAJU.de/sdw Zählkarten, eine neue Broschüre mit Aktionsideen für Lehrende und einen Wettbewerb zu „Spuren im Schnee“ für Kindergruppen und Schulklassen an. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.
Autor: red

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