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Sa, 18:34 Uhr
25.12.2021
Burgen und Sehnsuchtsorte

Zur Geschichte von Harztor (3. Teil)

"Die junge Gemeinde Harztor hat eine sagenhafte Vergangenheit, deren Geschichte schon im Mittelalter über 500 Jahre hinweg überregionale Ausstrahlung hatte", weiß unser Leser Tim Schäfer und entführt uns in die Geschichte. Im letzten Teil III der Artikelserie soll es skizzenhaft schließlich um alte Burgen und Sehnsuchtsorte, Neustadt und berühmte Persönlichkeiten gehen…

Urkunde zu Neustadt 1323 Grafschaft (Foto: T.Schäfer) Urkunde zu Neustadt 1323 Grafschaft (Foto: T.Schäfer)

Schon erwähnte Sehnsuchtsorte und Burgruinen bietet Harztor „aneinandergereihet“, was sich um Hermannsacker in Burgen kumuliert. 1344 wird die Heinrichsburg als „Hus zu dem Heinrichsberge“ benannt. Zur Burgengruppe Ebersburg bei Hermannsacker, vor 1190 als Schloss Ebersberc erwähnt, zählen Friedenland,1271 mons Vredelant, Schadewald, Lehnberg, niedere und westliche Allzunah (vgl. F. Stolberg), deren Erbauung ab 1247 angegeben ist.

Ein Beispiel für eine Wüstung ist Vockerode bei Hermannsacker, welche um 1160 als Ort bestand. In der Bezeichnung „Hustal" bei Ilfeld-Wiegersdorf könnte das Wort „hus" in der mittelalterlichen Bedeutung für „Burg, festes Haus" verborgen sein.

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Bereits 1527 wird der Flurname „Frauenburg", der zur o.a. Sage im Kontext stehen kann, als an der frawenburgk erwähnt. Nicht zuletzt kann Neustadt noch aufweisen den Wahl Neustadt und eine Spielberg Schanze (TLDA). Neustadt selbst wird als Flecken (also Ort) unterm Honstein deutlich vor dem 14. Jahrhundert gegründet sein, man bezieht sich heute auf eine Nennung anno 1372, das Flecken Ilfeld dagegen anno 1385, und Neustadt begeht feierlich somit im Jahre 2022 das 650. Jubiläum. Neustadt ist ein Kind der Grafschaft und die Grafschaft war das Patronat. In der Entwicklung von Neustadt bezeugten die Dienstherren des Ulrich Graf zu Honstein bspw. am 3. Oktober 1393 (vgl. Fürstliches Archiv Sdh.): ein Werner von Sachswerfen zu Berge, ein Hanssen von Harzungen. Übrigens soll Neustadt unterm Honstein ab 1531 ein eigenes Stadtsiegel geführt haben.

Weitere berühmte Persönlichkeiten vom Harztor gab es mithin in vielerlei Hinsicht. Dazu zählen ehem. Schüler wie Lehrer der Klosterschule Ilfeld, die heute teils eine Pflegeeinrichtung (Neanderklinik) ist. Herausragend sei der Humanist und Professor Lorenz Rhodomann (1545-1606) genannt, der als Schüler des einflussreichen protestantischen Pädagogen Michael Neander die Klosterschule Ilfeld im Südharz besuchte. Rhodomann wurde in Niedersachwerfen/Harztor geboren. Er avancierte schon in seiner Zeit wegen der Qualität seiner altgriechischen Dichtungen zum „alter Homerus“ (zweiter Homer), gehört zu den prägenden Dichterphilologen. Ihm verdanken wir auch, ein Loblied zu Ilfeld, die Ilfelda Hercynica. Auch berühme Persönlichkeiten der Stadt Nordhausen gehören dazu, wie Friedrich August Wolf.

In drei Teilen, dies war der dritte Teil, sollte für die noch junge Verwaltungsgemeinde Harztor die Historie als Tor zur Geschichte skizziert werden. Ein Fazit insoweit: Die Historie für das heutige Harztor kann als Tor zum Mittelalter gesehen werden, welche im recht engen Zusammenhang mit der damaligen Reichsgeschichte, zumindest bis ans Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts, gestanden hat. Nicht zuletzt ist auch der Schluss zulässig, dass die Geschichte der Ortschaften eng miteinander verwoben ist.
Tim Schäfer
Autor: red

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