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Do, 09:44 Uhr
16.12.2021
Gewerkschaft: Erhöhung schnell auf den Weg bringen

Wer profitiert vom Mindestlohn?

Wer wenig verdient, könnte schon bald erheblich mehr im Portemonnaie haben: Die Ampel-Koalition in Berlin plant einen deutlich höheren gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde – 2,40 Euro mehr als bislang. Allein im Landkreis Nordhausen würden davon 7.420 Menschen profitieren, meint man bei der Gewerkschaft NGG...

Das sind 21 Prozent aller Beschäftigten im Landkreis. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin und beruft sich auf eine Analyse des Pestel-Instituts aus Hannover. Danach arbeiten im Kreis Nordhausen derzeit 1.650 Beschäftigte zum Mindestlohn von aktuell lediglich 9,60 Euro pro Stunde. Weitere 5.770 Menschen liegen zwar darüber, verdienen aber trotzdem weniger als 12 Euro.

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„Die versprochene Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro ist ein Meilenstein. Damit werden in der Region die Einkommen vieler Beschäftigter deutlich steigen – insbesondere in Hotels, Gaststätten, Bäckereien oder Fleischereien. Sie arbeiten häufig zu Löhnen, die zum Leben nicht reichen – auch weil Unternehmen ausgehandelte Tarifverträge unterlaufen“, sagt Jens Löbel, Geschäftsführer der NGG-Region Thüringen.

Die Gewerkschaft NGG fordert die neue Bundesregierung nun auf, die Erhöhung des Mindestlohns rasch auf den Weg zu bringen. „Ziel von SPD, Grünen und FDP muss es sein, den 12-Euro-Stundenlohn in den ersten ‚100 Ampel-Tagen‘ hinzubekommen. Vom Kellner bis zur Bäckereifachverkäuferin – wer jeden Cent zweimal umdrehen muss, um seine Miete bezahlen zu können, für den zählt jeder Monat“, betont Löbel. Die NGG hatte sich schon seit Jahren für einen gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro starkgemacht.

Die Erhöhung des Mindestlohns käme nicht nur Geringverdienern zugute, sondern auch der regionalen Wirtschaft: Nach Angaben des Pestel-Instituts würde die Kaufkraft im Landkreis Nordhausen um rund 10 Millionen Euro pro Jahr steigen und den Unternehmen höhere Umsätze bescheren. „Wer ohnehin ein eher geringes Einkommen hat, kann meist nichts davon auf die hohe Kante legen. Damit fließt fast jeder Euro, den Mindestlohn-Beschäftigte am Monatsende extra haben, in den Konsum. Ein Großteil davon wird vor Ort ausgegeben. Beim Restaurant- oder Kinobesuch – oder, um etwas Neues für den Haushalt anzuschaffen“, so Löbel.

Eine kräftige Anhebung der Lohnuntergrenze sei auch mit Blick auf die aktuell hohe Inflationsrate wichtig. „Wenn der Mindestlohn schnell auf 12 Euro klettert, dann hätten Beschäftigte trotz der Preissteigerung de facto deutlich mehr in der Tasche“, erläutert der Gewerkschafter.

Der Chef der NGG-Region Thüringen appelliert an die heimischen Bundestagsabgeordneten, der geplanten Mindestlohn-Erhöhung in Berlin zuzustimmen: „Dass nach einem jahrelangen Ausufern des Niedriglohnsektors Menschen wieder besser von ihrer Arbeit leben können, sollte keine Frage des Parteibuchs sein. Es ist in einem reichen Land wie Deutschland überfällig.“
Autor: red

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Kommentare
roni
16.12.2021, 10:30 Uhr
Na wer wohl
steigende Löhne ergo steigende Preise..... Vater Staat reibt sich die Hände....
Altstadtbewohner
16.12.2021, 11:40 Uhr
Weiter steigende Preise inklusive
Jeder soll sein Geld verdienen und Arbeit soll sich lohnen. Aber wer kauft dann beim Bäcker ein Weizenbrötchen für vielleicht 1€?
Es gewinnt wie immer nur einer...in dem Fall Herr Lindner.
Andi Macht
16.12.2021, 12:17 Uhr
Zwei Seiten der Medaille
Ich bin zwar dafür, dass jeder der für sein Geld arbeitet auch gut dafür bezahlt wird und ohne Not davon leben kann, aber ein hoher Mindestlohn sorgt für Verarmung des Mittelstandes.
Die Preise werden wie von den Kommentatoren schon erwähnt steigen, während die Löhne von denen, die momentan knapp über 12€/h verdienen stagnieren werden.
So wird es dann häufiger passieren, dass eine hochqualifizierte Fachkraft das gleiche verdient, wie sein ungelernter Kollege.
Psychoanalytiker
16.12.2021, 14:47 Uhr
Wer "wenig" verdient ...
... bekommt aktuell mit einem Mindestlohn von 9,60 €/Stunde und einer 40-Stundenwoche nach der Steuerrichtlinie dieses Landes 1.670,40 € im Monat. Bei 12,00 €/h erhöht sich der Bruttolohn auf 2.088,00 €/Monat.

Nun, die Gewerkschaft NGG fordert die neue Bundesregierung auf, die Erhöhung schnell auf den Weg zu bringen, denn jeder, der den Cent zwei mal umdrehen muss, um (z.B.) seine Miete bezahlen zu können, für den zählt (ja) jeder Monat.

Nun sei auch noch mit Blick auf die aktuelle Inflationsrate eine kräftige Erhöhung notwendig ... sagt die NGG.

Wie war das noch mit "meinem" Durchschnittsrentner, der von Politikern und einem Kommentator dieser Zeitung gerne "Eckrentner" (was für ein irreführendes und doofes Wort) genannt wird.

Dieser theoretische Rentner hat 45 Jahre lang auf den Cent genau den bundesdeutschen Durchschnitt verdient (daher nenne ich ihn auch Durchschnittsrentner und nicht Eckrentner).

Und dieser Rentner bekommt im Osten exakt 1.506,15 € brutto. Es gehen also auch noch Sozialabgaben und Steuern ab.

Aber ausgehend von den Bruttowerten bekommt ein solcher Rentner schon jetzt 164,25 € und dann 581.85 € weniger, als der Mindestlohnempfänger.

Und bei dieser Rechnung nicht vergessen: Die 1.506,15 € dieses theoretischen Durchschnittsrentners muss ein Rentner erst einmal erhalten, meist liegt die Rente weit unter diesem Betrag und nur wenige Rentner liegen darüber.

Wenn also der Chef der NGG an die heimischen Bundestagsabgeordneten appeliert, dass Menschen wieder besser leben können, so schließe ich mich diesem Aufruf an: Erhöhen sie auch die Renten auf ein solches Niveau, damit die Lebensleistung von Rentnern geehrt wird und das Rentenniveau mindesten so hoch ist, wie das (Mindest-)Lohnniveau derer, die am wenigsten in diesem Land verdienen ...
D. D.
17.12.2021, 23:11 Uhr
Mindestlohn ist super!!!
Wer nicht mit 10 - 11 € oder Mindestlohn nach Hause kommt kann gut reden haben!
Wir hätten gerne mehr, aber das muss in Berlin entschieden werden und das wird ja wohl noch lange dauern...
Am liebsten wäre es schon ab Januar
diskobolos
18.12.2021, 09:18 Uhr
Eck- oder Durchschnittsrentner?
Ihr Begriff "Durchschnittsrentner" suggeriert, dass es sich um einen Person handelt, die eine durchschnittliche Rente erhält. Und dies trifft nun mal nicht zu. Die Durchschnittsrente ist deutlich niedriger. Deshalb nennt man Ihren theoretischen Rentner i. A. Eck- oder Standardrentner. Aber die Bezeichnung ist letzlich "Schall und Rauch".

Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es Ihnen aber um etwas anderes. Sie plädieren für Renten, die über dem Mindestlohn liegen. Dies ist eine politische Frage, die natürlich auch die Finanzierbarkeit berührt. Wenn irgendjemand mehr Geld erhält, muss jemand anderes dafür mehr einzahlen.
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