Do, 11:12 Uhr
10.11.2005
Schnäppchen zu haben
Nordhausen (nnz). Wer im Archiv der nnz unter dem Stichwort Gaswerkgelände sucht, der kann sich über zahlreiche Ergebnisse freuen. Dahinter versteckt sich aber auch eine Geschichte, die sich seit 1997 durchzieht wie ein rotes Band. Es ist eine Geschichte voller Absurditäten.
Das Gelände des ehemaligen Nordhäuser Gaswerkes ist wahrlich kein Highlight für Käufer von Grundstücken. Jeder, der sich ein wenig auskennt mit der Gaswerktechnik vergangener Jahrzehnte weiß, dass der Boden richtig gut verseucht sein wird. Finger weg, heißt es da. Nicht so beim Landkreis Nordhausen. Dessen Verwaltung hatte das Grundstück von Gaswerk-Besitzer, von der TEAG Ende des vergangenen Jahrtausends gekauft. Rund 130.000 DM wurden damals ausgegeben für den Deal, der von der Liegenschaftsverwaltung eingefädelt und vermutlich vom Kreistag beschlossen worden war.
Angeblich benötigte man die Fläche - weit über 10.000 Quadratmeter - um Parkplätze für die sanierte Kreismusikschule anlegen zu können. Mit dem Kauf war die Kreiskasse nicht nur um die oben genannte Summe geschrumpft, sie hatte auch noch eine Sanierungsanordnung des Sondershäuser Umweltamtes und deren Kosten an der Backe. 1998 soll die Sanierung wohl so um die acht Millionen DM gekostet haben. Sicher, es wären da auch so einige Fördermittelchen geflossen, doch die Eigenanteile und die unsichere Situation überhaupt machten schließlich die Etablierung eines Sonderausschusses des Kreistages erforderlich. Der hatte aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion zwar große Ziele, doch die Aufklärungsfähigkeit der Genossen war schon damals nicht die effektivste. Die Arbeit des Ausschusses ging zu Ende wie das bekannte Schießen in der Nähe von Hornberg.
Doch es gab bis dato die Sanierungsanordnung aus Sondershausen. Die war mit der Zeit immer wieder abgeschwächt worden, doch sie hat Bestand. Und der Landkreis nicht mal das Geld für die notwendigen Eigenmittel. Dafür gab es die absurdesten Ideen für die Revitalisierung der über 10.000 Quadratmeter großen Fläche. Eine davon war zum Beispiel eine Zukunftswerkstatt.
Alles vergessen, alles kalter Kaffee. Jetzt ist das Gelände zum Verkauf ausgeschrieben worden. Darauf lasten nicht nur Gaswerktypische Altlasten, darauf stehen auch eine alte Villa und ein Werkstattgebäude, die auf alle Ewigkeit dem Denkmalschutz unterworfen sind. Geplant ist nun entlang der Zorge ein Mischgebiet. Wohngebäude können gebaut werden und wohnverträgliches Gewerbe.
Wir erinnern uns: Völlig ohne Not kaufte der Landkreis Nordhausen die riesige Fläche einst von der TEAG, jetzt soll sie wieder verkauft werden. Nicht für 130.000 DM. Im Gespräch sind: 2 Euro. Macht einen Verlust von 129.996 DM. Für einige Kreistagsmitglieder wie Dagmar Becker (CDU) ist das letztlich aber ein Gewinn, schließlich muß sich mit der Sanierungsanordnung und ihren finanziellen Auswirkungen nun der Käufer abfinden.
Autor: nnzDas Gelände des ehemaligen Nordhäuser Gaswerkes ist wahrlich kein Highlight für Käufer von Grundstücken. Jeder, der sich ein wenig auskennt mit der Gaswerktechnik vergangener Jahrzehnte weiß, dass der Boden richtig gut verseucht sein wird. Finger weg, heißt es da. Nicht so beim Landkreis Nordhausen. Dessen Verwaltung hatte das Grundstück von Gaswerk-Besitzer, von der TEAG Ende des vergangenen Jahrtausends gekauft. Rund 130.000 DM wurden damals ausgegeben für den Deal, der von der Liegenschaftsverwaltung eingefädelt und vermutlich vom Kreistag beschlossen worden war.
Angeblich benötigte man die Fläche - weit über 10.000 Quadratmeter - um Parkplätze für die sanierte Kreismusikschule anlegen zu können. Mit dem Kauf war die Kreiskasse nicht nur um die oben genannte Summe geschrumpft, sie hatte auch noch eine Sanierungsanordnung des Sondershäuser Umweltamtes und deren Kosten an der Backe. 1998 soll die Sanierung wohl so um die acht Millionen DM gekostet haben. Sicher, es wären da auch so einige Fördermittelchen geflossen, doch die Eigenanteile und die unsichere Situation überhaupt machten schließlich die Etablierung eines Sonderausschusses des Kreistages erforderlich. Der hatte aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion zwar große Ziele, doch die Aufklärungsfähigkeit der Genossen war schon damals nicht die effektivste. Die Arbeit des Ausschusses ging zu Ende wie das bekannte Schießen in der Nähe von Hornberg.
Doch es gab bis dato die Sanierungsanordnung aus Sondershausen. Die war mit der Zeit immer wieder abgeschwächt worden, doch sie hat Bestand. Und der Landkreis nicht mal das Geld für die notwendigen Eigenmittel. Dafür gab es die absurdesten Ideen für die Revitalisierung der über 10.000 Quadratmeter großen Fläche. Eine davon war zum Beispiel eine Zukunftswerkstatt.
Alles vergessen, alles kalter Kaffee. Jetzt ist das Gelände zum Verkauf ausgeschrieben worden. Darauf lasten nicht nur Gaswerktypische Altlasten, darauf stehen auch eine alte Villa und ein Werkstattgebäude, die auf alle Ewigkeit dem Denkmalschutz unterworfen sind. Geplant ist nun entlang der Zorge ein Mischgebiet. Wohngebäude können gebaut werden und wohnverträgliches Gewerbe.
Wir erinnern uns: Völlig ohne Not kaufte der Landkreis Nordhausen die riesige Fläche einst von der TEAG, jetzt soll sie wieder verkauft werden. Nicht für 130.000 DM. Im Gespräch sind: 2 Euro. Macht einen Verlust von 129.996 DM. Für einige Kreistagsmitglieder wie Dagmar Becker (CDU) ist das letztlich aber ein Gewinn, schließlich muß sich mit der Sanierungsanordnung und ihren finanziellen Auswirkungen nun der Käufer abfinden.

