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Mi, 17:09 Uhr
09.11.2005

Erinnern an Pogromnacht

Nordhausen (nnz). 1938 zerstörten die Nationalsozialisten auch die Synagoge von Nordhausen. In diesem Jahr hätte sich die Einweihung zum 160. Mal gejährt. Heute gedachten die Bürger an die verschleppten und getöteten Nordhäuser Juden.

Erinnern an Pogromnacht (Foto: nnz) Erinnern an Pogromnacht (Foto: nnz) Rund 40 Menschen hatten sich am Gedenkstein für die Synagoge eingefunden. Es war die einzige Gedenkveranstaltung in Nordthüringen. Bürgermeister Matthias Jendricke erinnerte an die Verbrechen der Naziherrschaft. Er meinte, daß ein Einschreiten der Bürger gegen die Gewalttaten der Pogromnacht vielleicht weitere Verbrechen verhindert hätte. Diese „Reichskristallnacht“ sei ein Versuch gewesen, wie die Deutschen auf die Angriffe auf Juden reagieren. Die meisten Nordhäuser hätten einfach weggesehen. 82 Männer wurden am 10. November, einen Tag nach der Brandnacht, verschleppt. Unter ihnen auch das geistige Oberhaupt der jüdischen Gemeinde.

Heute machte die jüdische Gemeinde einen neuen Anfang und stellte den zukünftigen Kantor vor. Hedalija Kaplanow von der jüdischen Landesgemeinde in Erfurt wird in der entstehenden Nordhäuser Gemeinde die Kantorendienste übernehmen. Er sprach am Gedenkstein für die zerstörte Synagoge das Totengebet und das Gebet für die Toten des Holocaust in hebräischer Sprache. Danach legten Vertreter aller Parteien sowie von der Stadtverwaltung Blumen und Kränze nieder. Morgen werden die Stufen zur ehemaligen Synagoge übergeben.
Autor: nnz

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