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Mi, 07:56 Uhr
09.11.2005

Vermächtnis erfüllt

Nordhausen (nnz). Das Nordhäuser Stadtarchiv ist um einen großen Schatz reicher. Auf einem Tisch im Archiv hat dessen Chef Hans-Jürgen Grönke etliche Aktenordner und Kästen mit Hunderten von Bildern ausgebreitet. Wem die einst gehörten, das hat jetzt die nnz erfahren.

Vermächtnis erfüllt (Foto: nnz) Vermächtnis erfüllt (Foto: nnz)

Das Ganze ist der Nachlass des Nordhäuser Heimatforschers Fritz Schmalz. Nach dessen Tod am 9. April dieses Jahres erreichte Grönke vor einigen Wochen der Anruf der Witwe: Sie wolle das Vermächtnis ihres Mannes erfüllen, und dem Stadtarchiv den Nachlass ihres Mannes überlassen – fotografiert, aufgeschrieben und gesammelt in mehr als 50 Jahren. „Wir sind Fritz Schmalz und seiner Familie sehr dankbar“, so Amtsleiterin Dr. Cornelia Klose.

Die Fotos, Reproduktionen und Bild-Kopien in den insgesamt fünf Kästen sind säuberlich geordnet – nach Orts- und Stadtteilen, Ereignisse, Personen und Straßenzügen. „Gerade dies ist das Wertvolle: Dank der akribischen Arbeit ist es möglich, die Veränderung im Stadtbild über Epochen hinweg zu dokumentieren. Und es ist insbesondere dieser Blick durch die Jahre und Jahrzehnte, der besonderen Zuspruch bei den Nordhäusern findet, wie das zum Beispiel die letzte Stadtgeschichts-Fotoausstellung dieses Jahr in der `Flohburg´ gezeigt hat. Ist doch vieles vom schönen historischen Nordhausen der Bombardierung zum Opfer gefallen“, so die Kulturamtsleiterin. Und es seien auch die Bilder, mit deren Hilfe man am besten Kindern und Jugendlichen die Nordhäuser Stadtgeschichte einprägsam vermitteln könne, wenn sie zu Studienzwecken ins Stadtarchiv kämen.

Auch die zehn Ordner gefüllt mit handgeschriebenen Dokumenten, Zeitungsausschnitten, Erinnerungen, Urkunden und Notizen sind nach Themen geordnet. Allein eine ganze Akte widmet sich dem Thema Mühlen und Mühlgraben in Nordhausen – im Jahr 2003 hatten Fritz Schmalz und Rainer Hellberg dazu ein Buch veröffentlicht -, ein weiterer befasst sich mit dem Thema Gaststätten in Nordhausen. „Fritz Schmalz hat mit dem Sammeln unmittelbar nach dem Krieg begonnen, da ist einiges zusammengekommen“, so Grönke.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtarchivs hätten inzwischen mit der Katalogisierung des Schmalz-Nachlasses begonnen. „Der erste Schritt ist die Aufnahme der Inhaltsverzeichnisse der Ordner und Karteikarten in den Computer“, so Grönke. „Die Dokumente sind danach zwar nach Themenbereichen recherchier- und abrufbar. Der Nachlass als solcher wird aber in sich geschlossen als gesonderte Rubrik zusammenbleiben.“ Aufgrund der Fülle des Materials würden die Erfassungsarbeiten noch bis ins kommende Jahr hinein dauern.

Fritz Schmalz starb im Alter von 81 Jahren. Sein erfolgreiches Wirken als Heimatforscher, Buchautor und Verfasser vieler heimatkundlicher Beiträge machten ihn zu einer geachteten Persönlichkeit auf dem Gebiet der Stadtforschung. Fritz Schmalz wurde am 5. Januar 1924 in Krimderode geboren. Nach der Lehre als Industriekaufmann arbeitete er in verschiedenen Betrieben der Stadt. 1965 schied er aus gesundheitlichen Gründen aus dem Berufsleben aus und widmete sich jetzt intensiv der Aufarbeitung der Nordhäuser Historie.
Autor: nnz

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