eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mi, 11:10 Uhr
02.11.2005

Fehlbetrag

Nordhausen (nnz). Noch immer gibt es im Nordhäuser Arbeitsagentur mehr als 100 Mädchen und Jungen, die nach der Schule keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Die exakten Zahlen legte die Agentur heute der nnz vor.


Auch im abgelaufenen Beratungsjahr 2004/2005 war die Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt angespannt. Das Angebot an offenen Ausbildungsplätzen war zwar gegenüber dem Vorjahr mit über 2.300 um rund 130 erhöht, blieb aber dennoch deutlich hinter der Nachfrage. Über 5.000 Jugendliche und damit über 500 mehr als im vergangenen Jahr, meldeten sich bei der Nordhäuser Arbeitsagentur und ihren Geschäftsstellen. Im gesamten Agenturbezirk standen jeder gemeldeten Ausbildungsstelle in etwa zwei Bewerber gegenüber. Konkret lag das Verhältnis der Stellen zu den Bewerbern bei 1:2,1 und hat sich damit zum Vorjahr (1:2,0) leicht verschlechtert. Nach wie vor hoch war der Beratungsbedarf seitens der Jugendlichen in der Region.

Im abgelaufenen Berufsberatungsjahr haben sich 11.482 junge Menschen über Ausbildungs-, Studien-, Überbrückungs- bzw. alternative Möglichkeiten beraten lassen, 664 weniger als im Jahr zuvor. Für den leichten Rückgang von rund 600 sorgten die rückläufigen Schulabgängerzahlen, sowie das Inkrafttreten des SGB II. Von diesen Jugendlichen baten 5.049 um Hilfe bei der Ausbildungssuche, das waren 603 mehr als noch vor einem Jahr. Den größten Anstieg hatte die Geschäftsstelle Leinefelde mit über 250 auf 1.898 Bewerber zu verzeichnen.

Besonders schwierig gestaltete sich die Vermittlung für Bewerber mit Hauptschulabschluss, aber auch Jugendliche mit weniger guter mittlerer Reife konnten nicht immer problemlos vermittelt werden. Viele Unternehmen beklagen darüber hinaus die mangelnde Ausbildungsreife und Motivation von immer mehr Jugendlichen.

Nur 20 Ausbildungsstellen galten am 30. September noch als unbesetzt (Vorjahr 30), 13 davon im Eichsfeld. Die meisten dieser Angebote gingen erst in den letzten Wochen ein, waren wieder frei geworden, oder es standen keine geeigneten Bewerber mehr zur Verfügung. Bei den noch offenen Stellen handelt es sich um Ausbildungsplätze in Fertigungsberufen (8) und im Dienstleistungssektor (12). Mit 678 Bewerbern waren Ausbildungsstellen in den Büroberufen am meisten gefragt. An zweiter Stelle rangieren die Warenkaufleute (614), gefolgt von den Mechanikern (410) und den Gesundheitsdienstberufen (387).

Wie schon in den Vorjahren gingen die Wünsche der Jugendlichen und das Angebot an Ausbildungsstellen zum Teil weit auseinander. So kamen zum Beispiel bei den Rechnungskaufleuten auf eine gemeldete Stelle 11 Bewerber. 35 Mädchen und Jungen konnte der Berufswunsch des Tierpflegers nicht erfüllt werden, da aus dieser Branche gar keine Stellen gemeldet wurden. Mehr Lehrstellen als Interessenten gab es beispielsweise in der Kunststoff- und Metallverarbeitung, sowie bei den Maschinisten.

Regional betrachtet ist der Anteil der Stellen und Bewerber teilweise unterschiedlich. Der Bereich der Hauptagentur wies mit 1:1,9 das günstigste Verhältnis auf. Dagegen verdeutlichte der Kyffhäuserkreis mit der Relation von 1:2,8 die besonders schwierige Situation.

„Es ist für uns eine außerordentlich wichtige Aufgabe, möglichst allen ausbildungswilligen Bewerbern einen Ausbildungsplatz zu vermitteln. Diesem Ziel sind wir Dank Unterstützung unserer Partner auf dem Ausbildungsmarkt recht nahe gekommen“, schildert die Vorsitzende der Nordhäuser Arbeitsagentur, Dr. Simone Simon, das letzte Berufsberatungsjahr. „Der Pakt für Ausbildung hat viele zusätzliche Stellen gebracht und unser Vorhaben, der Jugend eine Perspektive zu bieten, damit unterstützt“.

Alle Akteure am Ausbildungsmarkt, allen voran die Kammern, die Vertreter der Wirtschaft und der Schulen, sowie die Spitzen der Städte und Landkreise arbeiteten eng mit der Agentur für Arbeit Nordhausen zusammen. Es galt möglichst vielen Bewerbern zu einem passenden Ausbildungsplatz zu verhelfen. Dabei erreichte die Zusammenarbeit zwischen den Paktpartnern eine neue Qualität. Im Ergebnis wurde ein hoher Versorgungsgrad der Jugendlichen mit Ausbildungsmöglichkeiten erzielt. Von Bund und Land wurden im Rahmen der Zukunftsinitiative Lehrstellen 277 Plätze bereit gestellt. Von den 94 Teilnehmern, die eine Einstiegsqualifizierung für Jugendliche absolvierten, hielten anschließend 49 Prozent einen Ausbildungsvertrag in den Händen.

Entscheidend zur Unterstützung sämtlicher Vermittlungsaktivitäten haben die gezielten Fördermaßnahmen der Agentur beigetragen. So wurden beispielsweise, bezogen auf den Monat September 336 Ausbildungen für benachteiligte Jugendliche bei unterschiedlichen Bildungsträgern ermöglicht. Bereits im Sommer begannen für über 500 Jungen und Mädchen vorbereitende Maßnahmen in verschiedenen Berufsfeldern. Sie sollen die Aufnahme einer Ausbildung unterstützen. In den Monaten Mai bis Juli erhielten 374 Jugendliche notwendige Nachhilfeunterrichte bei der Volkshochschule im Hinblick auf die bevorstehenden Prüfungen. Im Beratungsjahr haben 167 Rehabilitanden eine außerbetriebliche Ausbildung und 144 berufsvorbereitende Maßnahmen aufgenommen. 30 Jugendliche konnten mit Hilfe von Ausbildungszuschüssen in betriebliche Ausbildungen einmünden.

Auch nach dem statistischen Ende des Beratungsjahres 2004/2005 bemühen sich die Berufsberater weiterhin, für die noch nicht vermittelten Jugendlichen ein entsprechendes Angebot bereitzustellen. So wurde eine erste Nachvermittlungsaktion gleich Anfang Oktober mit Erfolg durchgeführt. 106 Jungen und Mädchen erhielten eine Einladung, 79 sind dieser gefolgt. Die Mitarbeiter der Arbeitsagentur hielten an diesem Tag 52 Lehrstellen, fast 40 Plätze im Sonderprogramm „Einstiegsqualifizierung für Jugendliche“, sowie 13 berufsvorbereitende Maßnahmen bereit. Weitere Aktivitäten für die 111 noch nicht vermittelten Jugendlichen folgen im November.

Die Interessen gelten hier vor allem noch Ausbildungen in Bereichen der Warenkaufleute, Mechaniker und dem Tischler- und Malerhandwerk. 46 der unversorgten jungen Leute haben entweder keinen Abschluss oder Hauptschulabschluss, 60 belegten den mittleren Bildungsabschluss und die Übrigen haben Fachhochschul-, oder Hochschulreife. Von den Bewerbern wird auch künftig ein hohes Maß an Flexibilität und Mobilität erwartet. Dazu gehören Leistungsbereitschaft, solide anwendbare Kenntnisse und Motivation.

Zielstellung der Arbeitsagentur bleibt es, bis zum Jahresende jedem Jugendlichen, der seine Berufsausbildungsfähigkeit unter Beweis stellen will, ein Angebot zu unterbreiten.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)