Di, 10:38 Uhr
01.11.2005
Erster Schritt in die Schuldenfalle?
Nordhausen (nnz). Wenn Eltern das Studium nicht finanzieren können oder kein Anspruch auf Bafög besteht, können sich angehende Studenten Geld für das Studium leihen. Einige Banken starten jetzt mit Modellen zur Finanzierung des gesamten Studiums. Um die hat sich die Thüringer Verbraucher-Zentrale gekümmert.
Andreas Behn, Finanzexperte der Verbraucher-Zentrale Thüringen rät von voreiligen Abschlüssen grundsätzlich ab: "Zunächst sollte die Möglichkeit für eine Bafög-Förderung genau geprüft werden. Danach stehen mögliche Einnahmen und notwendige Ausgabeposten auf dem Prüfstand. Auch das bereits vorhandene finanzielle Polster, sei es noch so gering, sollte kein Tabu sein. Erst nach gründlichem Kassensturz macht es Sinn, einen möglichen Kreditrahmen abzustecken."
Wer auf einen Studentenkredit angewiesen ist, sollte sich vorher anbieterunabhängig informieren. Die Verbraucher-Zentrale Thüringen e.V. bietet dazu Beratung an. Folgendes Beispiel soll die Folgen der Inanspruchnahme eines Kredites beim späteren Start ins Berufsleben verdeutlichen:
So sollen bei der Deutschen Bank Studenten mit monatlichen Auszahlungsraten von bis zu 800 Euro "größere Flexibilität" erlangen. Die Finanzierung des Studiums soll in drei Phasen erfolgen. In der Auszahlungsphase, die bis zu 60 Monate betragen kann, können in Abhängigkeit von der Laufzeit bis zu 800 EUR monatlich ausgezahlt werden. In dieser Phase ist der Zinssatz variabel. Nach Beendigung des Studiums schließt sich eine rückzahlungsfreie Zeit von bis zu 12 Monaten an. In der 3. Phase, der Rückzahlungsphase, muss dann das Darlehen in maximal 12 Jahren zurückgezahlt werden. In dieser 3. Phase wird der Zinssatz festgeschrieben.
Für das Startangebot legt die Deutsche Bank derzeit in ihren Beispielrechnungen einen Zinssatz von 5,90 % für die Auszahlphase und 7,90% für die Rückzahlphase zugrunde. Unterstellt man, der Zinssatz bliebe über die gesamte Auszahlphase konstant und es werden monatlich 500 EUR über einen Zeitraum von 5 Jahren ausgezahlt, kommen am Ende des Studiums zum Auszahlungsbetrag von 30.000 EUR fast 5.000 EUR Zinsen hinzu. Nach dem Studium heißt es dann möglichst schnell einen (gutbezahlten) Job zu finden, denn spätestens 12 Monate nach Beendigung des Studiums muss mit der Rückzahlung dieses Darlehens begonnen werden.
Für Zins und Tilgung müssen dann 12 Jahre lang monatlich ca. 400 Euro aufgebracht werden. Geht diese Rechnung nicht auf, bleibt dann wohl nur der Weg in die Insolvenz.
Autor: nnzAndreas Behn, Finanzexperte der Verbraucher-Zentrale Thüringen rät von voreiligen Abschlüssen grundsätzlich ab: "Zunächst sollte die Möglichkeit für eine Bafög-Förderung genau geprüft werden. Danach stehen mögliche Einnahmen und notwendige Ausgabeposten auf dem Prüfstand. Auch das bereits vorhandene finanzielle Polster, sei es noch so gering, sollte kein Tabu sein. Erst nach gründlichem Kassensturz macht es Sinn, einen möglichen Kreditrahmen abzustecken."
Wer auf einen Studentenkredit angewiesen ist, sollte sich vorher anbieterunabhängig informieren. Die Verbraucher-Zentrale Thüringen e.V. bietet dazu Beratung an. Folgendes Beispiel soll die Folgen der Inanspruchnahme eines Kredites beim späteren Start ins Berufsleben verdeutlichen:
So sollen bei der Deutschen Bank Studenten mit monatlichen Auszahlungsraten von bis zu 800 Euro "größere Flexibilität" erlangen. Die Finanzierung des Studiums soll in drei Phasen erfolgen. In der Auszahlungsphase, die bis zu 60 Monate betragen kann, können in Abhängigkeit von der Laufzeit bis zu 800 EUR monatlich ausgezahlt werden. In dieser Phase ist der Zinssatz variabel. Nach Beendigung des Studiums schließt sich eine rückzahlungsfreie Zeit von bis zu 12 Monaten an. In der 3. Phase, der Rückzahlungsphase, muss dann das Darlehen in maximal 12 Jahren zurückgezahlt werden. In dieser 3. Phase wird der Zinssatz festgeschrieben.
Für das Startangebot legt die Deutsche Bank derzeit in ihren Beispielrechnungen einen Zinssatz von 5,90 % für die Auszahlphase und 7,90% für die Rückzahlphase zugrunde. Unterstellt man, der Zinssatz bliebe über die gesamte Auszahlphase konstant und es werden monatlich 500 EUR über einen Zeitraum von 5 Jahren ausgezahlt, kommen am Ende des Studiums zum Auszahlungsbetrag von 30.000 EUR fast 5.000 EUR Zinsen hinzu. Nach dem Studium heißt es dann möglichst schnell einen (gutbezahlten) Job zu finden, denn spätestens 12 Monate nach Beendigung des Studiums muss mit der Rückzahlung dieses Darlehens begonnen werden.
Für Zins und Tilgung müssen dann 12 Jahre lang monatlich ca. 400 Euro aufgebracht werden. Geht diese Rechnung nicht auf, bleibt dann wohl nur der Weg in die Insolvenz.

