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So, 10:21 Uhr
31.10.2021
Auswertung der BARMER:

Jede zehnte Thüringerin mit Schilddrüsen-Unterfunktion

In Thüringen sind zehn Prozent der Frauen wegen einer Schilddrüsenunterfunktion in ärztlicher Behandlung. Bei den Thüringer Männern sind es lediglich 3,3 Prozent, wie Auswertungen der BARMER ergeben haben...

„Aufgrund von Hormonschwankungen sind Krankheiten der Schilddrüse gerade bei Frauen weit verbreitet. Auch wenn die Diagnoserate bei Männern deutlich niedriger liegt, sollte bei Beschwerden auch hier an die Schilddrüse gedacht werden“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Thüringen. Durch die Unterfunktion könne es zu vielfältigen Symptomen kommen, unter anderem zu Müdigkeit und Konzentrationsproblemen oder zur Gewichtszunahme.

Schilddrüse hat Einfluss auf Körper und Seele
„Schilddrüsenhormone regeln unter anderem den Stoffwechsel und halten ihn im Gleichgewicht. Gerät dieses Gleichgewicht durcheinander, kann sich das sowohl auf den Körper als auch auf die Seele auswirken“, so Thüringens BARMER-Chefin weiter. Meist würden die psychischen Beschwerden vor den körperlichen Symptomen auftreten. Damit eine Fehlfunktion der Schilddrüse rechtzeitig erkannt werden kann, sollten Betroffene auch seelische Leiden offen im Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin ansprechen. Schilddrüsenfunktionsstörungen seien gut behandelbar.

Hormon-Haushalt ins Gleichgewicht bringen
Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse muss das körpereigene Hormon Thyroxin durch Tabletten ersetzt werden, um die Stoffwechsellage zu normalisieren. Die Einstellung der richtigen Dosis kann mitunter einige Wochen oder Monate dauern. „Die Symptome einer Unterfunktion können in dieser Zeit bestehen bleiben. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher sehr wichtig“, so Birgit Dziuk.

Hintergrundwissen zur Schilddrüse
Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ, das direkt unterhalb des Kehlkopfes liegt. Aufgabe der Schilddrüse ist es, zwei lebenswichtige Hormone zu bilden, die auf den gesamten Körper wirken. Sie erhöhen zum Beispiel die Herzfrequenz, den Sauerstoff- und Energieverbrauch, die Körpertemperatur oder beeinflussen den Mineralstoffhaushalt. Zudem aktivieren sie die Schweiß- und Talgdrüsen der Haut sowie die Darmmotorik. Im Nervensystem bewirken sie eine gesteigerte Erregbarkeit der Nervenzellen. Schilddrüsenhormone können aber auch das seelische Gleichgewicht, die Sexualität und die Fruchtbarkeit beeinflussen. Bei Kindern steuern sie zudem die geistige und körperliche Entwicklung. Als oberste Instanz kontrolliert das Gehirn die Schilddrüse, damit sie immer die richtige Menge an Hormonen ausschüttet.
Autor: red

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