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So, 07:02 Uhr
24.10.2021
Olaf Martens zeigt sein Werk

Die Leere gibt es nicht

Im Kunsthaus Meyenburg feierte man gestern die Heimkehr eines „fotografischen Humanisten“ - Olaf Martens, als Fotograf zu Ruhm und Ehr gekommen, stellt seine Werke seit gestern in seiner alten Heimat aus und das gleich an drei Orten…

Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl) Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, eine fotografisches Lebenswerk lässt sich schwerlich umschreiben. Selbst wenn es sich, wie bei der Martens-Schau, mit 197 Bildern nur um einen kleinen Auszug handelt. Farbenfroh, meisterhaft inszeniert, durchchoreographiert, fröhlich, scheu, verführerisch, erotisch, grotesk, provokativ, abstrakt, abgehoben, märchenhaft, geistreich, detailverliebt, düster, ästhetisch und weiter und weiter und weiter, ad infinitum - das Gesehene beschreiben zu wollen muss scheitern. Allein die Ausstellung im Kunsthaus zeigt die Vielseitigkeit Martens, hier ist ein Künstler am Werk, kein schlichter „Fotograf“.

Besser man sieht selbst. Oder überlässt Kunsthausleiterin Susanne Hinsching das Wort: Martens ist ein „fotografischer Humanist“, der seine ersten fotografischen Gehversuche vor gut 40 Jahren in Nordhausen gemacht hat und hier einen „Alltag in Graustufen“ festgehalten hat. Der Mensch, und die Freude am Mensch sein, steht auch damals schon im Mittelpunkt. Eine "Leere" gibt es bei Martens nicht, wohl aber Stille und Raum für Kontemplation.

Mit der Wende kommt die Farbe ins Werk des Fotografen und er nutzt sie bis heute ausgiebig, kräftig und schwer, gesetzt mit hartem aber präzisem Licht. Die Kompositionen - wie „barocke Gemälde“. Artifiziell sind sie, detailreich, voller Zitate, sagt Hinsching, genau hinsehen, auf die Details achtgeben, das lohne sich bei Martens.

Olaf Mertens sieht in der Dreifach-Schau keine Ausstellung sondern ein Projekt (Foto: agl) Olaf Mertens sieht in der Dreifach-Schau keine Ausstellung sondern ein Projekt (Foto: agl) Der freut sich, dass er in seine Bilder in seiner alten Heimatstadt zeigen kann. Er freut sich, dass er endlich wieder darf. Am letzten Februarwochenende 2020, erzählt Martens, inszeniert er auf einer Leipziger Bühne das „Dekameron“ und hält die zehn mal zehn Geschichten dieses formativen Werkes der europäischen Literatur im Bild fest. Danach ist Lockdown und Martens, der immer den Mensch in den Mittelpunkt gerückt hat, kann nicht mehr arbeiten. Umso größer die Freude über die Ausstellung in der Heimat. Nein, keine Ausstellung, ein Projekt. So sieht es Martens, neben den drei Bilderschauen - in der Bibliothek wird Porträtfotografie gezeigt und in der Flohburg sein „Frühwerk“ aus Nordhäuser Tagen - will der Künstler rein in die Gesellschaft, wieder unter die Menschen. Beim Zirkus Zappelini und an der Klettenberger Schule war er schon, die Ergebnisse sind im Kunsthaus ebenfalls zu sehen. Weitere Workshops und Vorträge sollen bis zum Ende des Jahres folgen.

Wann, das steht noch nicht fest, man werde informieren, sagt Hinsching. Es bleibt also reichlich Gelegenheit, den drei Häusern einen kurzen Besuch abzustatten und sich ein eigenes Bild zu machen.
Angelo Glashagel
Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)
Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)
Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)
Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)
Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)
Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)
Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)
Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)
Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)
Drei Häuser - ein Fotograf - in Nordhausen zeigt Olaf Mertens gestern Auszüge aus seinem Schaffen (Foto: agl)
Autor: red

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