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Mo, 10:01 Uhr
24.10.2005

Telefonspiele

Nordhausen (nnz). Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen, sind vom Grunde her schon nicht unbedingt zu beneiden. Sie müssen sich neben den Formalitäten auch noch mit diversen Telefonspielchen herumschlagen. Auftraggeber der Spiele ist die Agentur für Arbeit.


In einer konzertierten Aktion wirken bei dem Telefonversteckspiel die Nordhäuser Agentur und ihre „Mutter“ in Nürnberg astrein zusammen. Und das geht so: Im Landkreis Nordhausen ist die Nummer der Agentur für Arbeit allgemein bekannt: 03631/6500. Wählt man diese Nummer, dann flüstert eine angenehme Stimme vom Band, dass man sich direkt an die Arbeitsgemeinschaft des Landkreises Nordhausen – auch bekannt als ARGE – wenden soll. Zuvor muß man allerdings die Taste „2“ drücken. Diese „direkte Hinwendung“ kommt einer Aufforderung nahe, sich auf den Weg nach Nordhausen zu machen und dort persönlich vorzusprechen. Es gibt aber auch eine telefonische Alternative, es wird eine Telefonnummer mitgeteilt – die 01801 – 002879.

Wie sich nach mehreren erfolglosen Anrufen herausstellt, handelt es sich um die zentrale Auskunft der Agentur für Arbeit in Nürnberg. Gott sei Dank – es nimmt tatsächlich jemand ab. Ein Mensch aus Fleisch und Blut sitzt am Telefon. Nur hat der keine Ahnung. Zumindest nicht, wo Nordhausen liegt. Bei zwei Versuchen gab es keine ARGE in Nordhausen. Es gab überhaupt kein Nordhausen. „Nennen Sie mir die nächstgrößere Stadt“, fragte der Mann am anderen Ende. Da fällt dem Otto-Normal-Thüringer natürlich Erfurt ein. In der Hoffnung, über diese Umleitung nach Nordhausen zur Telefonnummer der ARGE zu kommen, nimmt man wieder einen Stift zur Hand und bekommt die Nummer der ARGE in Erfurt durchgesagt.

Doch der Ansprechpartner für die Probleme mit dem ALG II, der sitzt in Nordhausen und nicht in Erfurt. Vielleicht versucht der eine oder andere noch eine telefonische Runde auf dem Datenkarussell, vielleicht fährt man doch gleich nach Nordhausen zur ARGE? Arbeitslose haben ja kaum Geld, dafür aber jede Menge Zeit, denken vermutlich die Bearbeiter in Nürnberg.
Autor: nnz

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