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Di, 10:51 Uhr
28.09.2021
Ausbau der Ladeinfrastruktur hinkt Anstieg der E-Auto-Zahlen hinterher

Problematische Diskrepanz

Während die Forcierung von E-Fahrzeugen stark voranschreitet, hinkt der Infrastrukturausbau nach wie vor hinterher: so stieg die Anzahl der angemeldeten E-PKWs in Deutschland binnen der letzten 3 Jahre um 715 Prozent, wohingegen es bei dem Anstieg der Ladestationen lediglich ein Plus von 188 Prozent zu verzeichnen gibt. Dies geht aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervor...

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Im dritten Quartal stieg die Anzahl der Elektroauto-Ladestationen in der Bundesrepublik auf 25.323 an. Indes sind in Deutschland 438.950 Elektroautos angemeldet. Nicht zuletzt aufgrund der mitunter langen Ladezeiten gilt die Diskrepanz zwischen Fahrzeuganzahl und Ladestation-Infrastruktur als problematisch.

Trotz des fulminanten Wachstums ist der E-Auto-Anteil am Gesamtbestand noch verhältnismäßig gering. Dies soll sich allerdings rasch ändern. Experten prognostizieren einen Anteil von 11,1 Prozent bis 2025 und einen Anteil von 24,4 Prozent bis zum Jahr 2030. Weichenstellungen der künftigen Bundesregierung könnte hierauf noch wesentliche Effekte haben.

Dabei sind E-Fahrzeuge keineswegs unumstritten. Zwar sind viele Branchenbeobachter der Auffassung, dass diese ökologischer und nachhaltiger sind als konventionelle Verbrenner, doch auch in dieser Hinsicht werden kontroverse Diskussionen geführt. Auch in puncto Kosten gibt es keineswegs einen breiten Konsens.

Wie die Infografik aufzeigt, fallen bei einem Benziner (Durchschnittswerte bei Verbrauch, Preis und Jahreskilometern) jährlich 1.385 Euro Benzinkosten an. Bei gleicher Laufleistung entfallen auf einen Stromer lediglich Stromkosten in Höhe von 730 Euro. Doch dies ist nur eine Seite der Medaille.

So fallen die Reparaturkosten bei einem Stromer bei einem Unfall im Durchschnitt etwa 30 Prozent höher aus. Maßgeblich mitverantwortlich hierbei die hohen Kosten für Akkus.

Ungeachtet der strittigen Punkte befinden sich Elektroauto-Hersteller im Aufwind, wie unter anderem ein Blick auf das Börsenparkett deutlich macht. So konnte Tesla im 12-Monats-Rückblick 84 Prozent an Marktkapitalisierung zulegen, wohingegen der Zugewinn bei Daimler mit 66 Prozent zu Buche schlägt.
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Kommentare

28.09.2021, 20.02 Uhr
atdoc | Oberflächliche Betrachtungsweise
Alle schreien immer nach dem Ausbau der Ladeinfrastruktur. Was nützt ein Ladepunkt an jeder Laterne, wenn die Energienetze nicht ausgebaut werden? Kein Netzbetreiber bekommt Unmengen an Fördergeldern zugeworfen, im Gegenteil, die Bundesnetzagentur beschneidet, kontrolliert und deckelt u.Umständen die Netzentgelde. Das Resultat steigenden Zuwachses an E- Fahrzeugen werden in Zukunft wahrscheinlich eher Netzinstabilitäten sein.

Es wird Zeit, dass man sich lieber Gedanken über gewisse Grundlagen der Elektrotechnik sowie Energieversorgung macht, anstatt diesen Hype der E Mobilität weiter anzuheizen!

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29.09.2021, 00.33 Uhr
grobschmied56 | Einfach mal nach UK schauen...
... oder wie es früher hieß, Großbritannien. Neuerdings führen die wieder UK (United Kingdoms) im amtlichen Kennzeichen. Und die E-Fahrer dort bekommen für 9 Stunden pro Tag Ladestromsperre verordnet. Kein Witz, bittere Wahrheit. Weil im Vereinigten Königreich Energie inzwischen ähnlich knapp ist wie in Futschland, hat man dort beschlossen, zu Zeiten von hohem Energiebedarf das Laden von E-Mobilchen mal eben zu unterbinden. Per Gesetz und Verordnung. Schöne, neue Welt.
Na, deutsche E-Fahrer mit Tesla, ID-3 oder Zoe, ahnt ihr schon, was Euch blüht, wenn sich die putzigen Windrädchen nicht flott genug drehen und die Sonne gerade hinterm Horizont verschwindet?
Richtig - dann wird aus dem E-Mobil ein E-Stabil.
Keine Sonne, kein Wind - kein Fahren.
Nicht umsonst bezeichne ich die Windrädchen auch als SODA-RUM - Windmühlen.
Weil sie manchmal mehr, manchmal weniger Elektroenergie liefern aber auch sehr oft nur so da rumstehen, ohne Strom abzugeben.
Der Vorstoß der Grün_*Innen, eine Milliarde € Subventionen für Lastenfahrräder lockerzumachen, der kam nicht ganz von Ungefähr.
Die haben wohl nur etwas weiter in unsere ungute Zukunft geblickt.

Anmerkung techn. Support:
Das mit dem Abschalten betrifft in erster Linie neu installierte, private Wallboxen. Öffentliche Ladepunkte sind nicht betroffen.
Laut der »Times« sollen von 8 bis 11 Uhr Vormittags sowie zwischen 16 und 22 Uhr die Ladestationen automatisch abgeschaltet werden. Es gibt aber Ausnahmen, für z.B. Schichtarbeitet.
Also kein Grund für den Panik-Modus.

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29.09.2021, 12.31 Uhr
Kobold2 | Aber mit
den althergebrachten Verbrennern ist die Benuzung dort auch mittlerweile zum Lotteriespiel geworden.
Es fehlen die Fahrer für die Belieferung der Tankstellen und auch anderer Geschäfte und Firmen.
Die Osteuropäer haben auch keine Lust auf Johnsons Sonderlaubnis.
Ist schon mal ein Ausblick auf die AfD Vision, aus der EU auszutreten und alles auszuweisen, was nicht kerndeutsch ist...

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29.09.2021, 20.32 Uhr
tannhäuser | Die Probleme der Briten...
...bekommen wir auch.

Schon gewusst, dass Altmaier genau dieselben Pläne schon seit längerem im Giftschrank bunkert, Stromaufladen der E-Karre für Privatverbraucher zu bestimmten Zeiten abzuschalten?

Sowas wird natürlich nicht kurz vor den Wahlen verkündet. Und diese Information stammt nicht von so genannten "Alternativen Medien".

Anmerkung techn. Support:
Selbst wenn. Schlau laden ist ja jetzt nicht so eine dumme Idee.

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29.09.2021, 23.02 Uhr
Richie Tannenhäher | Die ganz Schlauen sind wieder unterwegs
"Und die E-Fahrer dort bekommen für 9 Stunden pro Tag Ladestromsperre verordnet. Kein Witz, bittere Wahrheit..."

Bittere Wahrheit ist, dank eurer Brüder im Geist bekommen die anderen, vernünftigen 50 Prozent Briten keinen Benzin und keinen Diesel. Dank Euch sind dort die Supermärkte, die Tankstellen, die Landwirtschaft, das Gesundheitswesen... am Ende. Man muss also nur auf Euch hören, um ein Land in die Knie zu zwingen!

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29.09.2021, 23.25 Uhr
tannhäuser | Schlau laden...
...wenn alle schlau laden wollen?

Und wenn alle zur selben Zeit schlau laden wollen ist auch unser schlau ladender techn. Support mangels aktuell verfügbarer Wind- und Sonnenergie aus der Steckdose auf Atom- und Kohlestrom aus Frankreich oder Polen angewiesen?

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30.09.2021, 08.45 Uhr
Jörg Thümmel | Also ich war die letzten fünf Wochen vor Ort in UK,
ich musste weder Hunger leiden, noch bin ich liegengeblieben...

Mal ab von den tatsächlich exisitierenden Engpässen primär bei LKW Fahrern. Diese haben weniger mit dem Brexit sondern vielmehr mit den wesentlich restriktiveren, neuen Einwanderungsregeln nach UK zu tun, die z.b. für die Erlangung eines Arbeistvisas einen Sprachtels Level C2 verlangen. Dies wurde mittlerweile korregiert. Übrigens hat die Energiekrise, die derzeit UK heimsucht auch schon nach Europa durchgeschlagen, sprich auch Deutschland wird in Kürze die Folgen seiner Energiepolitik zu spüren bekommen, besonders jetzt wo man wieder gegen Russland den wilden Mann spielt, wohl verkennend dass die gesamte Winterversorgung primär auf russischen Gas basiert.

UK mag derzeit keine LKW Fahrer haben, aber zumindest haben sie LKW und sie haben im Gegensatz zu Deutschland ÖL auf dass sie zurückgreifen können.

Fazit, man muss also nicht Mitglied der EU sein um Sachen zu verbocken.

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