Mi, 08:16 Uhr
12.10.2005
Was ist freiwillig?
Nordhausen (nnz). Freiwillige Ausgaben kommunaler Verwaltungen sind derzeit nicht sonderlich gefragt. Das betrifft vor allem die Jugendarbeit oder Ausgaben im sozialen Bereich. Die nnz mit einem Fall mit vielen Fragezeichen...
Im Landkreis Nordhausen lebt eine junge Frau, die bislang sieben Mal schwanger war. Doch in keinem Fall kam es zur Geburt, sie verlor ihr Kind. Siebenmal bislang Hoffnung – dann wieder Trauer und Enttäuschung. Jetzt soll der Sozialhilfeempfängerin eine Spezialtherapie in einer Magdeburger Klinik helfen. Doch diese Therapie kann eben nur in Magdeburg durchgeführt werden und die Frau muß jedes Mal mit der Bahn in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts fahren. Das kostet richtig Geld. Geld, das sie als Sozialhilfeempfängerin einfach nicht aufbringen kann.
Und so wurde das Problem der Frau gestern zum Gegenstand im Kreisausschuß. Landrat Joachim Claus (CDU) und die zweite Beigeordnete Loni Grünwald (PDS) schlugen vor, die notwendigen 3.000 Euro aus den Überschüssen der Kreissparkasse zu finanzieren (nnz berichtete gestern). Doch die Mitglieder des Kreisausschusses blieben hart. Das sei nicht gemeinnützig und könne demzufolge nicht aus dem Geldsegen des Kreditinstitutes bezahlt werden.
Pech hat in diesem Fall nicht die betroffene Frau. Pech hat die Führungsriege der Kreisverwaltung. Die hatte die notwendigen 3.000 Euro für die Reisekosten bereits angewiesen. Nun muss diese zusätzliche und freiwillige Ausgabe im laufenden Haushalt untergebracht werden.
Autor: nnzIm Landkreis Nordhausen lebt eine junge Frau, die bislang sieben Mal schwanger war. Doch in keinem Fall kam es zur Geburt, sie verlor ihr Kind. Siebenmal bislang Hoffnung – dann wieder Trauer und Enttäuschung. Jetzt soll der Sozialhilfeempfängerin eine Spezialtherapie in einer Magdeburger Klinik helfen. Doch diese Therapie kann eben nur in Magdeburg durchgeführt werden und die Frau muß jedes Mal mit der Bahn in die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts fahren. Das kostet richtig Geld. Geld, das sie als Sozialhilfeempfängerin einfach nicht aufbringen kann.
Und so wurde das Problem der Frau gestern zum Gegenstand im Kreisausschuß. Landrat Joachim Claus (CDU) und die zweite Beigeordnete Loni Grünwald (PDS) schlugen vor, die notwendigen 3.000 Euro aus den Überschüssen der Kreissparkasse zu finanzieren (nnz berichtete gestern). Doch die Mitglieder des Kreisausschusses blieben hart. Das sei nicht gemeinnützig und könne demzufolge nicht aus dem Geldsegen des Kreditinstitutes bezahlt werden.
Pech hat in diesem Fall nicht die betroffene Frau. Pech hat die Führungsriege der Kreisverwaltung. Die hatte die notwendigen 3.000 Euro für die Reisekosten bereits angewiesen. Nun muss diese zusätzliche und freiwillige Ausgabe im laufenden Haushalt untergebracht werden.

