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Do, 10:15 Uhr
05.08.2021
Stiftung Warentest

Katastrophen-Warn-Apps im Test

Extreme Regenfälle, Sturzfluten, Explosionen – was können Katastrophen-Warn-Apps hier leisten? Die Stiftung Warentest stellt einige Apps vor und kommt zu dem Schluss: Alle Apps haben auf dem iPhone eine Lücke. Außerdem kann es im Ernstfall zu wenig sein, wenn nur eine App installiert ist...

iPhone-Nutzer werden derzeit von keiner App gewarnt, wenn sie ihr Smartphone in den „Nicht stören“-Modus setzen, was viele Nutzer nachts tun. Technisch wäre eine Warnung jedoch möglich, wenn die App-Entwickler die Funktion namens „Critical Alerts“ bei Apple beantragt hätten. Das können sie seit 2018 tun, für eine Katastrophen-Warn-App sollte die entsprechende Begründung kein Problem sein.

Der Praxis-Check der Stiftung Warentest zeigt: Keine der Apps Nina, Katwarn, Biwapp, WarnWetter und „Meine Pegel“ bietet bisher die Critical-Alerts-Funktion. Unter Android gibt es diese Lücke nicht. Hier kann man für jede App in den Einstellungen festlegen, ob sie auch im Modus „Nicht stören“ akustische Warnungen ausgeben darf.

Damit alle Bürgerinnen und Bürger, die per App gewarnt werden wollen, nicht mehrere Programme installieren müssen, ist vertraglich zwischen Katwarn und Nina sowie Biwapp und Nina vereinbart, dass Warnungen jeweils in beide Richtungen ausgetauscht werden. Nina-Nutzer sollten also eigentlich alle Warnungen erhalten.

Bei der Flutkatastrophe im Juli war das im Landkreis Ahrweiler allerdings nicht der Fall. Woran das lag und ob es sich wiederholen kann, bleibt unklar. Die Stiftung Warentest weist daher darauf hin, dass es sinnvoll sein kann, neben Nina zumindest eine weitere App zu installieren, etwa Katwarn oder Biwapp, sofern sie von der örtlichen Kommune genutzt wird.
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Kommentare

05.08.2021, 23.11 Uhr
Grisu76 | Apps haben funktioniert
Soweit aus den Berichten bekannt ist, haben Nina und Katwarn sowie der DWD im Katastrophengebiet doch funktioniert.
Nur hatten bis dato wenig Einwohner diese Apps auf ihren Handys, da es freiwillig ist, solche Apps auf dem Handy zu haben.
Die Menschen , die die Warnungen vom Wetterdienst und von Katwarn und NINA bekommen haben, haben teilweise nicht reagiert oder es falsch interpretiert. Niemand hat je damit gerechnet, dass es zu einem solchen Ereignis nach Starkregen kommt, da es dort noch nie so ein Ereignis gegeben hat.
Übrigens cell broadcast wäre eine Alternative zum Warnen, dieses System ist nicht abschaltbar und erreicht jedes ins Mobilfunknetz eingebuchtes Handy.
Letztendlich müssen die Menschen gewillt sein, solche Apps auf dem Handy zu haben und eben den Hinweisen auch Folge leisten, selbst wenn ein Ereignis dann mal nicht eintritt.

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06.08.2021, 11.26 Uhr
Fönix | Hochwasser nicht vorhersehbar?
Zitat Grisu 76:
"…Niemand hat je damit gerechnet, dass es zu einem solchen Ereignis nach Starkregen kommt, da es dort noch nie so ein Ereignis gegeben hat."

Das ist eine steile und gefährliche These. Folgendes Zitat (Der Spiegel, letzte Woche) halte ich dagegen:

"Niemand kann sagen, dass es solche Flutwellen im Ahrtal noch nicht gegeben hat«, betont Forscher Roselieb. »Beim Hochwasser vor 200 Jahren waren die Dimensionen etwa noch gewaltiger.« Vor 100 Jahren sei es ähnlich gewesen. Zudem sei man frühzeitig gewarnt worden. Aus Sicht des Forschers gibt es deshalb keinen Grund, auf eine Flutwelle wie die jüngste nicht vorbereitet gewesen zu sein."

Frank Roselieb ist ein renommierter Krisenforscher und seine Einschätzung teilt die Mehrzahl der Fachleute. Die Wetterdienste haben rechtzeitig gewarnt, schon Stunden vor dem sprunghaften Ansteigen der Wasserstände im Ahrtal wurden entsprechende Meldungen herausgegeben. Versagt hat hier in erster Linie der für den Katastrophenschutz zuständige Landkreis, mit einer rechtzeitigen, konsequenten und flächendeckenden Evakuierung hätte man viele Opfer vermeiden können.

Und das Versagen geht weiter. Auch drei Wochen nach der Katastrophe sind die betroffenen Gemeinden die Einzigen, die den Kopf oben behalten. Ich kann nur empfehlen, den 10-Punkte Plan im Apell der Bürgermeister des Ahrtals zu lesen. Sie wissen, was zu tun ist und nicht die Gummistiefelprominenz, die sich mal kurzzeitig blicken lässt, ein paar wohlgewählte Worte spricht und sich dann wieder verdünnisiert. Hier sind Bund und Land gefordert, in kürzester Zeit (ich meine hier Tage, nicht Wochen, Monate oder Jahre, bei der Bankenrettung ging das doch auch!) die gesetzlichen Rahmenbedingungen z.B. im Baurecht wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Nur so kann den betroffenen Menschen und den lokalen Institutionen sofort eine tragfähige Perspektive aufgezeigt werden. Sie ist die Grundvoraussetzung, damit jeder Betroffene konkret für sich entscheiden kann, ob sein Wohneigentum (egal ob selbst genutzt oder vermietet) wieder aufgebaut oder an anderer Stelle neu errichtet werden sollte.

Allen Gewässern muss wieder deutlich mehr Raum gegeben werden, das ist schon lange bekannt!

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