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Mi, 12:31 Uhr
28.09.2005

Das „WHO is WHO“ in NDH

Nordhausen (nnz). Neue kunsthistorische Kostbarkeiten präsentiert das Kunsthaus Meyenburg in seiner Herbstausstellung. Und darunter ist nun endlich auch ein echter Picasso zu bewundern. Weitere Details zu einer außergewöhnlichen Schenkung mit einem Klick.

Das „WHO is WHO“ in NDH (Foto: nnz) Das „WHO is WHO“ in NDH (Foto: nnz)

Bis zum 20. November sind im Obergeschoss des Kunsthauses unter dem Titel “Von Hogarth bis Beuys” die Highlights der Sammlung der Ilsetraut-Glock-Grabe-Stiftung zu sehen. „Diese aus einer privaten Kunstsammlung hervorgegangene Ausstellung kann durchaus mit den Sammlungen der großen Museen in Berlin oder Köln im Bereich der Grafik mithalten“, sagt Kunsthistorikerin Susanne Hinsching, denn die Namen der ausgestellten Künstler - Ernst Barlach, Max Slevogt, Lovis Corinth, Max Ernst, Lyonel Feininger, Joan Miró und Henri Magritte - lesen sich wie das “Who ist Who” der Kunstgeschichte.“

Lovis Corinth (1858-1925), der auf dem Gebiet der Malerei ein Hauptvertreter des deutschen Impressionismus war, wandte sich erst in seinem Spätwerk vermehrt der Grafik zu, das sich von dem bekannten malerischen Schaffen sehr unterscheidet und gerade dadurch einen besonderen Anziehungspunkt ausübt. Das grafische Werk von Max Slevogt (1868-1932), der wie Corinth ein Vertreter des deutschen Impressionismus war, stellt einen eigenständigen Schwerpunkt im Schaffen des Künstlers mit zahlreichen Zyklen - wie der "Illias" - dar, die auch in der Ausstellung zu sehen sind.

Der deutsche Maler und Grafiker Otto Dix (1891-1969), dessen Name eng mit der Neuen Sachlichkeit der 1920er Jahre verbunden ist, wird in der Grafiksammlung durch ein sehr ausdruckstarkes Kinderporträt seiner Tochter "Nelly" repräsentiert. Wie Max Ernst ist auch der spanische Maler Joan Miró (1893-1983) ein bedeutender Vertreter des Surrealismus, der diese Kunstrichtung entscheidend mitgeprägt hat. Ab den 50er Jahren wandte sich Miró verstärkt dem grafischen Schaffen zu, das Radierungen, Lithographien und Holzschnitte beinhaltet.

„Die Schwerpunkte dieser Sonderausstellung liegen einerseits bei den Vertretern der klassischen Moderne, z.B. George Braque, Henri Matisse oder Pablo Picasso, von denen jeweils die neuesten Schenkungen wie das “Atelier-Interieur” gezeigt werden“, so Hinsching. Andererseits vermittle die Ausstellung aber auch einen Überblick über das grafische Kunstschaffen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts. So seien die Werke des bekannten Hamburger Malers und Grafikers Horst Janssen, dessen exzellente Strichführung seine Werke so unverwechselbar machen, in einem separaten Raum angeordnet und bilden somit einen eigenen Bereich.

Zu weiteren außergewöhnlichen Kunstwerken, die in der Ausstellung zu sehen sind, gehören der handsignierte Farboffsett-Druck des bulgarischen Verpackungskünstlers Christo (*1935) von dem Großraumprojekt "Valley Curtain" sowie „The umbrellas“ und die kleinen grafischen Arbeiten des deutschen Objektkünstlers Josef Beuys (1921-1986).

Erstmals werde in der Sammlung auch den Werken der amerikanischen Künstler mehr Raum gegeben. So seien neben dem Werk des pop-Art-Künstlers Andy Warhol (1928-1987) auch mehrere Arbeiten von Alexander Calder (1898-1976) zu sehen, der vor allem für seine ungewöhnlichen “Mobiles” aus organisch geformten Metallscheiben mit dünnen Drähten weltweit geschätzt wird, sagt die Kunsthistorikern. Die Ausstellung zeige natürlich auch die Vorlieben der Sammlerin und Stifterin Ilsetraut Glock beispielsweise für die Kunst der op-art-Bewegung der 70er Jahre, zu denen der ungarische Künstler Victor Vasarely (*1906) zählt, von dem unter anderem die handsignierte Original-Farbserigraphie “Komposition mit goldfarbenen Kreisen“, die in einem sehr kleinen Auflage erschienen ist, gehört. Vasarély nutzte die serielle Anordnung von Objekten zur Erzeugung von perspektivischen Reizen. Mit unterschiedlichen geometrischen Formen und Farben versuchte er optische Wirkungen zu erzielen.
Kunsthaus Meyenburg, A.-Puschkin-Str. 31, Nordhausen, „Von Hogarth bis Beuys“ bis zum 20. November, Dienstag - Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, Tel. 03631-881091
Autor: nnz

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