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So, 13:02 Uhr
20.06.2021
Pelztierfarmen

Tierqual und Risiken für Pandemien

Weil Pelztierfarmen neben der mit nichts zu rechtfertigenden Qual für die Tiere auch ein hohes Pandemierisiko bergen, fordert der Deutsche Tierschutzbund ein globales Ende der Pelztierhaltung...

Prof. Dr. Christian Drosten, Leiter des Instituts für Virologie an der Berliner Charité, hatte in einem aktuellen Interview erneut bekräftigt, dass er die Pelzindustrie in China als den wahrscheinlichsten Ursprung für das SARS-CoV-2-Virus sieht.

„Allein aus Tierschutzgründen gehören Zucht und Haltung von Pelztieren verboten. Die Erkenntnisse aus der Corona-Pandemie verdeutlichen zudem das gesundheitliche Risiko für Tiere und Menschen. Als überfällige Konsequenz müssen Pelzfarmen zeitnah und endgültig geschlossen werden. Der Tierqual und dem Gefahrenpotential für die Ausbreitung von Krankheiten und Pandemien gehört dringend ein Riegel vorgeschoben“, sagt Dr. Henriette Mackensen, Referentin für Artenschutz beim Deutschen Tierschutzbund. In einigen Ländern Europas wurden Verbote bereits erlassen oder angekündigt. Zuletzt hatte Estland ein Ende der Pelztierfarmen ab 2026 bekanntgegeben.

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Andere Länder müssten nun nachziehen, so die Tierschützer. Die Forderung nach einem generellen Verbot von Pelztierfarmen erhebt der Deutsche Tierschutzbund derzeit im Rahmen seiner Bundestagswahl-Kampagne „Mein Schicksal – Deine Wahl“ (www.2021-tierschutz-waehlen.de/forderungen). Als Mitglied des weltweiten Bündnisses „Fur Free Alliance“ unterstützt der Verband zudem die Petition „STOP DEADLY FUR“ (www.furfreealliance.com/end-the-deadly-fur-trade).

Marderhunde in einem kleinen Käfig auf einer Pelzfarm in Polen (Foto: Otwarte Klatki) Marderhunde in einem kleinen Käfig auf einer Pelzfarm in Polen (Foto: Otwarte Klatki)


Pelzfarmen bergen enormes Risiko
Virologe Drosten hatte bereits vor rund einem Jahr Marderhunde aus chinesischen Pelzfarmen als mögliche Zwischenwirte von SARS-CoV-2 ins Gespräch gebracht. In einem aktuellen Interview bekräftigt er nun diese Vermutung. Bereits bei SARS-CoV-1 seien Marderhunde und Schleichkatzen nachweisbar Überträger des Virus gewesen. Wenn den Tieren zur Pelzgewinnung bei lebendigem Leib das Fell abgezogen wird, könnten mit den Todesschreien ausgestoßene Aerosole auch SARS-CoV-2 auf Menschen übertragen haben.

Auch in Europa belegen die aktuellen Geschehnisse rund um die Corona-Pandemie, welches Risiko von Pelzfarmen ausgeht: Bis jetzt wurden allein in europäischen Ländern auf mehr als 400 Nerzfarmen in zehn EU-Staaten Ausbrüche von SARS-CoV-2 bekannt, bei denen Millionen von Tieren betroffen waren. Sobald ein einzelnes Tier infiziert ist, tragen die Haltungsbedingungen dazu bei, dass sich das Virus rasend schnell verbreitet. Dabei kann es nicht nur zwischen den auf der Farm gehaltenen Nerzen übertragen werden und mutieren, sondern ist auch in mehreren nachgewiesenen Fällen sowohl auf Menschen als auch wildlebende Tiere übergegangen.
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Kommentare

20.06.2021, 14.00 Uhr
Marino50 | Herr Drosten und seine Vermutungen
Erst waren es Fledermäuse und jetzt sind es Pelztiere in Pelztierfarmen. Welche Tiersorte kommt als nächste. Katzen??

7   |  6     Login für Vote
20.06.2021, 15.08 Uhr
Mitternacht | Mir läuft es auch kalt den Rücken herunter -
- allerdings an einer ganz anderen Stelle des Textes: "wenn den Tieren bei lebendigen Leib das Fell heruntergerissen wird"... Ich weiß, dass es so ist, aber es so unvermittelt lesen zu müssen...
Bis in die 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, zB bei Kriegsverbrechen im 2. Weltkrieg nachweisbar, ist das Schinden beim Menschen zu Recht eine Hinrichtungs-und Foltermethode, die jedes vernunftbegabte Wesen als über alle Maßen grausam und widerlich ablehnen muss.
Außer an Tieren.
Womit für mich die Gabe der Vernunft und Emphatie beim Menschen einmal mehr ernsthaft in Zweifel gezogen wird.

Ob Pelztierfarmen nun tatsächlich Corona-Herde sind vermag ich nicht einzuordnen, das weiß ich nicht. Richtig ist jedoch, dass Herr Drosten dies tatsächlich schon vor einiger Zeit angemahnt hat, insofern muss ich Kommentator Marino widersprechen: es ist nicht "jetzt auf einmal". Die Polemik mit den Katzen kann man sich auch sparen: dass sie Covid19 nicht übertragen können, wurde schon vor einem Jahr festgestellt, als plötzlich panisch Tausende Haustiere auf die Straße gesetzt wurden. Sind ja bloß Tiere, wen kümmert's.

Virologe möchte ich übrigens auch nicht sein. Warne ich vor einer Krankheit, aber man beherzigt meine Ratschläge nicht, bin ich schuld, wenn es zu schlimmen Pandemie-Verläufen kommt. Dann war ich unfähig. Warne ich vor einer Krankheit, und man setzt meine Ratschläge um, und in Folge dessen kommt es nicht zu den prophezeiten schlimmen Pandemie-Verläufen, habe ich Panik gemacht und bin ebenfalls unfähig.

Und Echt-Pelze sind so oder so sch***e, um die Klammer zu schließen.

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20.06.2021, 21.31 Uhr
grobschmied56 | Unabhängig von Überträger...
... Zwischenwirt oder nicht, finde ich das Thema Pelztierhaltung seit langem nicht mehr diskussionswürdig.
Unsere Vorfahren waren darauf angewiesen, sich wärmende Winterkleidung zu verschaffen, indem sie verschiedenen Viechern das Fell abzogen, um sich damit den Allerwertesten zu wärmen.
Das haben wir schon lange nicht mehr nötig. Die Textilindustrie ist in der Lage, für jedes Wetter die passende Kleidung herzustellen. Um sich gegen Kälte, Nässe und andere Witterungsunbilden zu schützen, muß der Mensch nicht mehr Tieren das Fell abziehen.
Schändlich und überflüssig.

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