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Sa, 10:38 Uhr
22.05.2021
NABU fordert mehr Platz für Tiere und Natur

Tiere und Pflanzen brauchen mehr Raum

Der NABU Thüringen fordert zum heutigen Internationalen Tag der biologischen Vielfalt mehr Raum für die Natur. Die durch die intensive Landwirtschaft verursachte Monotonie in den Ackerlandschaften ist mitverantwortlich für den schnellen Artenschwund...

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Zum „Internationalen Tag der biologischen Vielfalt“ am 22. Mai fordert der NABU Thüringen mehr Raum für die Natur. Fast 50 Prozent - etwa 774.300 Hektar - der Landesfläche wird in Thüringen landwirtschaftlich genutzt. Im Zusammenwirken mit jahrzehntelanger staatlich gelenkter Flurbereinigung sind dadurch vielerorts, insbesondere in Mittel-, Nord- und Teilen Ostthüringens ausgeräumte Ackerlandschaften entstanden.

Laut NABU Thüringen ist die Monotonie intensiver Flächenbewirtschaftung mitverantwortlich für den schnellen Artenschwund. „Als Gesellschaft können wir es uns nicht mehr leisten, mit der industriell betriebenen Landwirtschaft so weiterzumachen wie bisher. Zwar gibt es Lichtblicke wie Fördermaßnahmen zur feldhamsterfreundlichen Bewirtschaftung und den ein oder anderen Blühstreifen, aber das ist zu wenig, um das rasante Artensterben aufzuhalten“, sagt Martin Schmidt, der Landesvorsitzende des NABU Thüringen.

2020 wurden im Freistaat 603.400 Hektar Ackerland bewirtschaftet. Die für die Artenvielfalt wichtigen naturschutzwirksamen KULAP-Förderprogramme wurden auf diesen Flächen allerdings kaum von Landwirten in Anspruch genommen. Auf gerade einmal 0,3 Prozent (1.778 Hektar) der Ackerflächen werden Maßnahmen wie Ackerrandstreifen, mehrjährige Blühstreifen und Rotmilan gerechte Bewirtschaftung umgesetzt. „Wir brauchen mehr Platz für die Natur auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Dafür müssen für Landwirte wirkungsvolle, attraktive und möglichst unbürokratische Förderprogramme zur Verfügung gestellt werden.“

Das dafür erforderliche Geld ist im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU vorhanden.
Laut NABU Thüringen braucht es auf mindestens zehn Prozent der landwirtschaftlichen Flächen ein Netz aus sogenannten nichtproduktiven Flächen mit Landschaftsstrukturen, die eine große biologische Vielfalt aufweisen. Dazu gehören unter anderem Feldraine, Hecken, mehrjährige Blühstreifen und Baumreihen. „Zur Erreichung dieses Zieles ist neben Fördermitteln ein strategisches Vorgehen sinnvoll. Aus diesem Grund sollte die Landesregierung einen Aktionsplan für strukturreiche Landschaften erarbeiten, der dieses Ziel im Blick hat und darauf hinarbeitet“, so der Landesvorsitzende des NABU.

Mehr Platz für die Natur fordert der Naturschützer insbesondere für die Auenbereiche. Naturnahe Fließgewässer waren einst als Adern der Landschaft ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Bevor zur Vermehrung intensiver landwirtschaftlicher Nutzfläche Bäche und Flüsse begradigt und ihre Auen trockengelegt wurden, haben sie wie ein Schwamm Wasser gespeichert und damit die Auswirkungen sowohl von Hochwassern als auch von Trockenheit gedämpft.
Autor: red

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