eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Fr, 10:05 Uhr
02.11.2001

Die Polizei - Freund und Helfer?

Nordhausen (nnz). Es war die zweite Ausstellung, die binnen einer Woche in Nordhausen eröffnet wurde. Es war die Zweite, die vom Verein „neueebenen“ organisiert wurde.


Letzte Handgriffe Wie die Exposition in der Berufsschule für Soziales und Gesundheit (nnz brichtete), widmet sich auch die Ausstellung im ehemaligen Gesundheitsamt in der Nordhäuser Köllingstraße der Zeit des Nationalsozialismus. Nur es sind eben völlig andere Betrachtungsebenen, die in ihrer Gesamtheit komplexe Reflektionen auf diese Zeit des Grauens zulassen können.

„Wessen Freund und wessen Helfer?“ wird seit gestern gefragt. Gemeint ist der „Freund und Helfer“ ­ die Polizei. Ihre Rolle im NS-System beleuchtet die Ausstellung am Beispiel der Kölner Polizei. Ein Kapitel polizeilicher Geschichte, das ungern aufgearbeitet, dessen Aufarbeitung allerdings unbedingt notwendig erscheint. Geschichte wird somit zum Vergleichsmedium transportiert, lässt Rückschlüsse auf die Rolle der Polizei in der Gegenwart zu. Eine kurzen historischen Abriß der polizeilichen Geschichte ließ denn auch Polizeidirektor Günter Lierhammer gestern zur Eröffnung der Ausstellung Revue passieren. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Vereins „Bürger und Polizei e.V.“ machte Lierhammer auch deutlich, dass die Polizei in einem rechtstaatlichen System wie der BRD ihren festen Platz habe, sie sei eine „demokratische Polizei, eine Polizei für den Bürger“.

Zum zweiten Mal in Nordhausen war an diesem Donnerstagabend auch Cornelie Sonntag-Wolgast. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium kann mittlerweile als Patin der Macher von „neueebenen“ angesehen werden. Bereits im Sommer informierte sich die Politikerin über die Vorhaben der Studenten ausführlich in Nordhausen. In ihrer Rede ging Sonntag-Wolgast auf die Entwicklung extremistischer Straftaten in Deutschland ein. Hier konstatierte sie für das jetzige Jahr einen Rückgang. Dennoch müsse der Staat ­ auch angesichts der aktuellen Entwicklung in der Welt ­ wachsam sein. Und wieder Lob für die neuen Ebenen in Nordhausen. Bemerkenswert sei der Fakt, dass solch eine Initiative von jungen Menschen ausgehe, sie werde den Verein auch weiterhin unterstützen. Vor ihrem Besuch in Nordhausen weilte die Staatssekretärin im Grenzlandmuseum Schifflersgrund bei Bad Sooden-Allendorf

Bleibt zum Schluß noch eine klitzekleine Frage: Müssen denn zu Ausstellungseröffnungen, die von „neueebenen“ organisiert werden, unbedingt immer die finster dreinschauenden Sicherheits-Leute in ihren schwarzen Anzügen rumstehen? In einem staatlichen System wie dem unseren sollte das Gewaltmonopol ausschließlich staatlich ausgeübt werden. Und wenn es irgendwelche Sicherheitsprobleme geben würde ­ da gibt es doch einen Ansprechpartner: Unseren Freund und Helfer!
Die Ausstellung „Wessen Freund und wessen Helfer?“ ist bis zum 3. Januar 2002 in der Köllingstraße 1 (ehem. Gesundheitsamt) zu sehen.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)