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Do, 11:14 Uhr
08.09.2005

Freiwillig aus dem Leben

Nordhausen (nnz). Im vergangenen Jahr waren in Thüringen über 25.000 Menschen gestorben. Diese Zahl ist nicht neu. Die nnz hat jetzt aber erfahren, wie viele Frauen und Männer Selbstmord begangen hatten.


Von den 25 325 verstorbenen Thüringern im Jahr 2004 starben 394 durch Selbsttötung. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik waren das 6 Fälle bzw. 1,5 Prozent mehr als im Jahr 2003. Der Anteil an allen Todesfällen betrug 1,6 Prozent (2003: 1,5 Prozent). Damit lag der Anteil der Selbsttötungen an den Sterbefällen insgesamt seit 1998 bei 1,5 bzw. 1,6 Prozent. Fast drei Viertel der Selbstmorde (291 Personen bzw. 73,9 Prozent) wurden von Männern begangen (2003: 304 Personen bzw. 78,4 Prozent).

Mehr als die Hälfte (214 Personen bzw. 54,3 Prozent) waren im Alter zwischen 40 und 70 Jahren, darunter allein 80 Personen zwischen 60 und 70 Jahren. Das durchschnittliche Sterbealter lag im Jahr 2004 bei 56,0 Jahren. Das waren 0,6 Jahre weniger als im Jahr 2003. Frauen nahmen sich im Durchschnitt mit 63,0 Jahren und Männer mit 53,5 Jahren das Leben.

Häufigste Todesart (266 Fälle bzw. 67,5 Prozent) war das Erhängen, Strangulieren und Ersticken. Bei dieser Art der Selbsttötung waren Männer mit 215 Fällen überproportional vertreten (Frauen: 51 Fälle). Um dem Leben ein Ende zu setzen, griffen 27 Männer und 29 Frauen zu Gift. Absichtlich in den Tod stürzten sich 14 Männer und 11 Frauen. Eine fast ausschließlich Männern vorbehaltene Art, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, war die Verwendung einer Schusswaffe. 15 Fälle bzw. 93,8 Prozent der Fälle entfielen auf Männer.

Nicht die dunklen Monate sind die Suizid-Monate. Die meisten Personen (42) nahmen sich im August 2004 das Leben. Im Jahr 2002 war es ebenfalls der August, im Jahr 2000 der Juni, in den Jahren 2003 und 2001 der Mai. In Thüringen gab es bezogen auf 100 000 Einwohner 16,7 Suizide. Die höchste Suizidrate wurde im Landkreis Greiz mit 25,2 ermittelt, die niedrigste im Landkreis Sonneberg mit 9,2 Suiziden je 100 000 Einwohner.
Autor: nnz

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