Do, 12:44 Uhr
01.11.2001
JS-Special: Wirtschaft und Politik
Nordhausen (nnz). Im vergangenen Jahr hatte der Gerling-Konzern zu einem 1. Wirtschaftsgespräch ins Autohaus Uhley eingeladen. Damals war Thüringens Finanzminister Andreas Trautvetter (CDU) der Referent des Abends. Gestern war das Autohaus Peter Veranstaltungsort einer zweiten Gesprächsveranstaltung. Und diesmal war Hauptreferent der Landesvorsitzende der CDU Thüringens, Dieter Althaus.
Ob sich hier eine Tendenz hinsichtlich Engagement des Gerling-Konzerns, als auch dem Herkommen der Referenten abzeichnet, wird sich möglicherweise im nächsten Jahr zeigen. Schon im Begrüßungsauftakt durch Gerd Brehme, dem Leiter der Gerling-Geschäftsstelle Erfurt, wurden für den Verlauf der Veranstaltung Markierungen gesetzt: Goldene Aue, Verpflichtung aller zur Fortentwicklung der Region waren nur Beispiele dafür. Und Dieter Althaus kam in seinem Referat auch sofort zur Sache: gewohnt geschliffen und anschaulich in seinem Vortrag und schlüssig in seiner CDU-Argumentation wies er auf die Notwendigkeit infrastruktureller Erschließung und Fortentwicklung der Nordthüringer Region hin: die A 71 von Erfurt nordwärts bedarf des Baues und des Anschlusses an die A 38, deren Fertigstellung bis 2005 gewährleistet werden müsse. Althaus verwies auf die seiner Auffassung unbefriedigende bundesweite Wirtschaftssituation, die vor allen durch die mangelnde Auftragslage in der Bauwirtschaft zusätzlich beeinträchtigt werde. Eine Situation, die auch im Thüringer und Nordthüringer Raum voll durchschlage.
Demgegenüber bemerkte Althaus mit Genugtuung, dass man sich ja in Nordhausen nach Meldungen der Tagespresse erst kürzlich in Gesprächen von Wirtschaft und Politik zusammengefunden habe, um seine Kräfte vereint zur regionalen Förderung einzusetzen. Pessimismus ließ Althaus auch sonst für Thüringen nicht aufkommen und wies auf die führende Rolle des Freistaates innerhalb der neuen Bundesländer hin. Wenn demgegenüber die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes die Bundesrepublik im Vergleich mit anderen Ländern seit 1999 auf den letzten Platz der europäischen Wirtschaftsentwicklung absinken ließ, dann kann man nach den Ausführungen des CDU-Landeschefs als Grund nicht auf die internationale Entwicklung hinweisen. Notwendig sei, im eigenen Haus nachzuschauen und zu überlegen, was da zu verändern sei. Bei einem Wirtschaftswachstum bundesweit von 0,7 (Thüringen 0,2, Sachsen 0,7 und insgesamt neue Länder von 0) Prozent können keine neuen Arbeitsplätze geschaffen werden. Das aber sei wichtig, um vor allen dem Abwanderungstrend junger Menschen zu begegnen. Dieser sei um so dramatischer, als in den jungen Menschen ja die Zukunft des Landes und der Wirtschaft begründet ist. Hier sind die Kommunen, aber auch der Bund und das Land gefordert, damit die Schere nicht weiter auseinander geht. Die Mitte Deutschlands, in der wir uns befinden birgt ja nicht nur günstige Möglichkeiten der Ansiedlung, sondern auch umgekehrt die Orientierung bei der Wahl von Arbeitsplätzen nach allen Richtungen.
Althaus wies weiter auf die Inflationsrate von 2,5 Prozent hin, die in keinem anderen Jahr nach der Wende so hoch war wie in diesem. Die sich natürlich auf den Konsum, auf die Lebenshaltungskosten und damit auf den Wirtschaftskreislauf auswirke. Was sich vor allem für die gering Verdienenden ab kommendem Jahr noch stärker auswirken wird, wenn vier Prozent des Einkommens für die private Altersvorsorge aufzubringen sind. Der Referent zeigte Zusammenhänge und Verquickungen auf zwischen mangelndem Wirtschaftswachstum, Zunahme der Arbeitslosigkeit und Verringerung der Steuereinnahmen des Staates. Dass Thüringen zusammen mit Sachsen im Wirtschaftswachstum die ersten Plätze in den neuen Bundesländern einnehme beweise, dass man hier in den letzten Jahren sehr solide an der Wirtschaftsstruktur gearbeitet habe. Viele Menschen sind das Risiko der Selbständigkeit eingegangen, um Wirtschaftsvielfalt und Wachstum zu bewirken, was der besonderen Beachtung wert sei.
Das Problem in Thüringen bestehe nach dem Ergebnis einer Enquete-Kommission im Thüringer Landtag darin, dass die Nachholinvestitionen in der Infrastruktur viel schneller realisiert werden müssen, weil das die entscheidenden Faktoren für viele Ansiedlungswillige sind. Althaus strich dabei die Bedeutung von Industrieflächen heraus, die an geeigneter Stelle und in ansprechender Größe bereitgehalten werden müssen. Forschung und Entwicklung müssen weiter vorangetrieben werden, um neue, moderne Produkte auf den Markt bringen zu können. Der Redner wies schließlich weiter für den Raum Nordhausen auf die Fachhochschule als großen Gewinn hin, der die Region in zunehmendem Maße voranbringen wird.
Insgesamt zeichnete Dieter Althaus ein durchaus hoffnungsvolles Bild für Nordthüringen, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden können die Potenziale seien vorhanden, sie müssten nur konsequent genutzt und eingesetzt werden. Im Anschluss an die Ausführungen des Politikers kamen noch Vertreter des Gerling-Konzerns zu Wort, die über wirtschafts- und finanzpolitische Aspekte und Projekte des Konzerns referierten und den zahlreichen Besuchern Bedeutung und weltweite Interessen dieses Konzerns veranschaulichten.
Autor: nnzOb sich hier eine Tendenz hinsichtlich Engagement des Gerling-Konzerns, als auch dem Herkommen der Referenten abzeichnet, wird sich möglicherweise im nächsten Jahr zeigen. Schon im Begrüßungsauftakt durch Gerd Brehme, dem Leiter der Gerling-Geschäftsstelle Erfurt, wurden für den Verlauf der Veranstaltung Markierungen gesetzt: Goldene Aue, Verpflichtung aller zur Fortentwicklung der Region waren nur Beispiele dafür. Und Dieter Althaus kam in seinem Referat auch sofort zur Sache: gewohnt geschliffen und anschaulich in seinem Vortrag und schlüssig in seiner CDU-Argumentation wies er auf die Notwendigkeit infrastruktureller Erschließung und Fortentwicklung der Nordthüringer Region hin: die A 71 von Erfurt nordwärts bedarf des Baues und des Anschlusses an die A 38, deren Fertigstellung bis 2005 gewährleistet werden müsse. Althaus verwies auf die seiner Auffassung unbefriedigende bundesweite Wirtschaftssituation, die vor allen durch die mangelnde Auftragslage in der Bauwirtschaft zusätzlich beeinträchtigt werde. Eine Situation, die auch im Thüringer und Nordthüringer Raum voll durchschlage.
Demgegenüber bemerkte Althaus mit Genugtuung, dass man sich ja in Nordhausen nach Meldungen der Tagespresse erst kürzlich in Gesprächen von Wirtschaft und Politik zusammengefunden habe, um seine Kräfte vereint zur regionalen Förderung einzusetzen. Pessimismus ließ Althaus auch sonst für Thüringen nicht aufkommen und wies auf die führende Rolle des Freistaates innerhalb der neuen Bundesländer hin. Wenn demgegenüber die Entwicklung des Bruttoinlandproduktes die Bundesrepublik im Vergleich mit anderen Ländern seit 1999 auf den letzten Platz der europäischen Wirtschaftsentwicklung absinken ließ, dann kann man nach den Ausführungen des CDU-Landeschefs als Grund nicht auf die internationale Entwicklung hinweisen. Notwendig sei, im eigenen Haus nachzuschauen und zu überlegen, was da zu verändern sei. Bei einem Wirtschaftswachstum bundesweit von 0,7 (Thüringen 0,2, Sachsen 0,7 und insgesamt neue Länder von 0) Prozent können keine neuen Arbeitsplätze geschaffen werden. Das aber sei wichtig, um vor allen dem Abwanderungstrend junger Menschen zu begegnen. Dieser sei um so dramatischer, als in den jungen Menschen ja die Zukunft des Landes und der Wirtschaft begründet ist. Hier sind die Kommunen, aber auch der Bund und das Land gefordert, damit die Schere nicht weiter auseinander geht. Die Mitte Deutschlands, in der wir uns befinden birgt ja nicht nur günstige Möglichkeiten der Ansiedlung, sondern auch umgekehrt die Orientierung bei der Wahl von Arbeitsplätzen nach allen Richtungen.
Althaus wies weiter auf die Inflationsrate von 2,5 Prozent hin, die in keinem anderen Jahr nach der Wende so hoch war wie in diesem. Die sich natürlich auf den Konsum, auf die Lebenshaltungskosten und damit auf den Wirtschaftskreislauf auswirke. Was sich vor allem für die gering Verdienenden ab kommendem Jahr noch stärker auswirken wird, wenn vier Prozent des Einkommens für die private Altersvorsorge aufzubringen sind. Der Referent zeigte Zusammenhänge und Verquickungen auf zwischen mangelndem Wirtschaftswachstum, Zunahme der Arbeitslosigkeit und Verringerung der Steuereinnahmen des Staates. Dass Thüringen zusammen mit Sachsen im Wirtschaftswachstum die ersten Plätze in den neuen Bundesländern einnehme beweise, dass man hier in den letzten Jahren sehr solide an der Wirtschaftsstruktur gearbeitet habe. Viele Menschen sind das Risiko der Selbständigkeit eingegangen, um Wirtschaftsvielfalt und Wachstum zu bewirken, was der besonderen Beachtung wert sei.
Das Problem in Thüringen bestehe nach dem Ergebnis einer Enquete-Kommission im Thüringer Landtag darin, dass die Nachholinvestitionen in der Infrastruktur viel schneller realisiert werden müssen, weil das die entscheidenden Faktoren für viele Ansiedlungswillige sind. Althaus strich dabei die Bedeutung von Industrieflächen heraus, die an geeigneter Stelle und in ansprechender Größe bereitgehalten werden müssen. Forschung und Entwicklung müssen weiter vorangetrieben werden, um neue, moderne Produkte auf den Markt bringen zu können. Der Redner wies schließlich weiter für den Raum Nordhausen auf die Fachhochschule als großen Gewinn hin, der die Region in zunehmendem Maße voranbringen wird.
Insgesamt zeichnete Dieter Althaus ein durchaus hoffnungsvolles Bild für Nordthüringen, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden können die Potenziale seien vorhanden, sie müssten nur konsequent genutzt und eingesetzt werden. Im Anschluss an die Ausführungen des Politikers kamen noch Vertreter des Gerling-Konzerns zu Wort, die über wirtschafts- und finanzpolitische Aspekte und Projekte des Konzerns referierten und den zahlreichen Besuchern Bedeutung und weltweite Interessen dieses Konzerns veranschaulichten.

