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Mi, 12:52 Uhr
31.03.2021
Eine Apothekerin erläutert die Problematik der Teststationen

Keine Frage des Nichtwollens!

Allerorten soll im Landkreis auf Corona getestet werden, um als Modellregion gelten zu können. Nur in den Apotheken nicht. Das monierte der Landrat in seiner letzten Pressekonferenz. Und das wiederum gefällt den Apothekern nicht. Eine Richtigstellung

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Andrea Seifert ist als Apothekeninhaberin und nnz-Leserin nicht damit einverstanden, dass der Eindruck entstehen könnte, die Apotheken des Landkreises würden sich im Zuge der Eindämmungsmaßnahmen als Teststationen verweigern. „Dem ist nicht so“, sagte Frau Seifert der nnz und erinnerte daran, wie die Apotheken im vergangenen Jahr sofort bei der Maskenverteilung bereitgestanden haben. „Aber für eine Teststation haben wir schlicht und einfach nicht die Räumlichkeiten in unseren Apotheken“, erläutert die Geschäftsfrau und verweist auf die eigens für die Teststationen erlassenen Bestimmungen des Thüringer Landesverwaltungsamtes. „Das hat nichts mit nicht wollen oder können zu tun, sondern mit den spezifischen Gegebenheiten vor Ort. Wir könnten Kranke und Gesunde gar nicht richtig voneinander trennen und würden als Apotheken zu weiteren Gefahrenherden, wenn Leute sich bei uns testen ließen und positiv wären.“

Ds ist jedoch nicht der einzige Grund warum Andrea Seifert über den Satz in unserem Beitrag: „Die Apotheken bieten den Test-Service weiterhin nicht an.“ stolperte. „Wir haben auch gar nicht das Personal, um tägliche mehrere Tests durchzuführen. Die Kolleginnen arbeiten jetzt schon am Limit, viele sind vom Lockdown als Eltern und durch andere Einschränkungen belastet.“ Es gäbe auch eine rechtliche Frage, die so schnell gar nicht zu klären wäre, dass die Apotheken ab Dienstag mit testen könnten. „Es müsste ein richtiger Dienstleistungsvertrag aufgesetzt werden, der Rechte und Pflichten für uns klärt, zumal alle unsere anderen Dienstleistungen weiter erbracht werden sollen.“

Und schließlich rückt die Apothekerin eine dritten Aspekt in den Fokus. „Wir haben ja auch als Arbeitgeber gegenüber unseren Mitarbeitern Verpflichtungen. Wir sind alle noch nicht geimpft, weil wir erst in der dritten Priorisierungsgruppe immunisiert werden“, spricht Frau Seifert auch im Namen der anderen Apotheker. „Das Risiko können wir nicht noch zusätzlich zu den täglichen Ansteckungsmöglichkeiten eingehen.“

Selbstverständlich bieten die Apotheken aber die Schnelltests zum Kauf an und stehen ihren Kunden auch in punkto Corona immer mit Rat und Tat zur Seite, versichert sie abschließend.
Olaf Schulze
Autor: osch

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