Mi, 18:20 Uhr
10.03.2021
BUND mit Kritik
Holzeinschlag am Himmelsberg ist eine Schande
Für den Kreisverband Nordhausen des BUND ist das Maß jetzt voll. Was da im Himmelsberg passiert, sei eine Schande. Für diese Region und die als Hotspot der Artenvielfalt ausgewiesene Gipskarstlandschaft und für alle Behörden und Kommunen, die an diesem Ausverkauf beteiligt sind...
Holzeinschlag am Himmelsberg (Foto: BUND)
"Das Gejammere um den witterungsbedingten Verlust von Buche und Co. kann man nur noch bedingt ertragen, wenn man weiß, dass durch die zuständigen Behörden diesem Kahlschlag in der Vergangenheit zugestimmt wurde und auch weiterhin kein Einhalt geboten wird", lässt der BUND verlauten.
Über 200 Jahre alte Buchen und Eichen wurden bisher innerhalb weniger Tage für den Gipsabbau des Unternehmens Saint Gobain gefällt. Mehr als 120 Stämme liegen noch auf dem Weg in Richtung Appenrode, fein säuberlich beschriftet, nicht mitgezählt die gestapelten Festmeter auf den drei Poldern.
Obwohl der BUND Thüringen beim Bergamt im Thüringer Umweltministerium schon vor Wochen eine Überprüfung der FFH Verträglichkeitsvorprüfung, die bereits vor Jahren ohne Einbindung der Umweltverbände gelaufen ist, angemahnt hat, gehe die Naturzerstörung immensen Ausmaßes weiter.
"Während wir am Dienstagabend dieses Chaos besichtigten", so die Vorsitzende des BUND-Kreisvorstandes Heidi Schell, "waren die Waldohreulen und ein Kauz vom noch verbliebenen Naturschutzgebiet und der auf wenige Meter geschrumpften Waldkante auf dem Top des Berges zu hören. Mittels Video wurden die Rufe festgehalten. Der Uhu, der noch vor drei Jahren dort brütete, ward schon letztes Jahr nicht mehr gesehen."
Der BUND Kreisverband macht in diesem Zusammenhang auf die vorliegenden Studien und Gutachten zu den Ersatzstoffen für Naturgips aufmerksam. Während diese Gutachten eindeutig beweisen, dass der Ausstieg aus dem Naturgipsabbau möglich ist und jetzt damit begonnen werden kann, wird diese Landschaft und mit ihr eine nachhaltige Nutzung für nachfolgende Generationen aufs Spiel gesetzt.
Holzeinschlag am Himmelsberg (Foto: BUND)
"Zudem hat insbesondere das Unternehmen Saint Gobain mit Sitz in Walkenried mehr als 12 Steinbrüche in Betrieb, drei davon in Thüringen im
Landkreis Nordhausen. Nach dem Willen des Unternehmens soll der ebenfalls umstrittene Steinbruch am Kuhberg bis an die Grenzen von Rüdigsdorf ausgedehnt werden. Das wäre das zwanzigfache der bisher genehmigten Fläche. Ähnliche überdimensionierte Planungen liegen gegenwärtig für den Landkreis Göttingen im Gebiet um Osterode/Westharz vor", ist in einer Pressemitteilung zu lesen. Dort würden sich die kommunalen Parlamente gegen diese Planungen wehren.
Der BUND Kreisverband Nordhausen verlangt den sofortigen Stopp des Holzeinschlages am Himmelsberg und Rüsselsee. Die Balz- und Brutzeit insbesondere der Greife und Eulen hat längst begonnen, die von den gipsabbauenden Unternehmen in Auftrag gegebenen Brutvogelkartierungen sind mangelhaft. Wer sich davon überzeugen will, der kann sie abends verhören – die Waldohreule. Nach dem Holzeinschlag folgt übrigens der Abtrag des gewachsenen Erdreiches und mit ihm geht die Vernichtung allen Lebens einher, das einem zukünftigen Wald Nährstoffe bieten würde.
"Wenn dann die großen Schrapper und Sprengungen den Gesteinsabbau begleiten, um die 40 Tonner zu befüllen, die über die vom Steuerzahler finanzierte neue Straße unterm Himmelsberg in Richtung Walkenried donnern, müsste auch der letzte Kommunalvertreter verstehen, dass das letzte Stündlein des Himmelsberges geschlagen hat und mit ihm eine wertvolle Landschaft unwiederbringlich vernichtet wird", so die Naturschützer.
Autor: psg
Holzeinschlag am Himmelsberg (Foto: BUND)
"Das Gejammere um den witterungsbedingten Verlust von Buche und Co. kann man nur noch bedingt ertragen, wenn man weiß, dass durch die zuständigen Behörden diesem Kahlschlag in der Vergangenheit zugestimmt wurde und auch weiterhin kein Einhalt geboten wird", lässt der BUND verlauten.
Über 200 Jahre alte Buchen und Eichen wurden bisher innerhalb weniger Tage für den Gipsabbau des Unternehmens Saint Gobain gefällt. Mehr als 120 Stämme liegen noch auf dem Weg in Richtung Appenrode, fein säuberlich beschriftet, nicht mitgezählt die gestapelten Festmeter auf den drei Poldern.
Obwohl der BUND Thüringen beim Bergamt im Thüringer Umweltministerium schon vor Wochen eine Überprüfung der FFH Verträglichkeitsvorprüfung, die bereits vor Jahren ohne Einbindung der Umweltverbände gelaufen ist, angemahnt hat, gehe die Naturzerstörung immensen Ausmaßes weiter.
"Während wir am Dienstagabend dieses Chaos besichtigten", so die Vorsitzende des BUND-Kreisvorstandes Heidi Schell, "waren die Waldohreulen und ein Kauz vom noch verbliebenen Naturschutzgebiet und der auf wenige Meter geschrumpften Waldkante auf dem Top des Berges zu hören. Mittels Video wurden die Rufe festgehalten. Der Uhu, der noch vor drei Jahren dort brütete, ward schon letztes Jahr nicht mehr gesehen."
Der BUND Kreisverband macht in diesem Zusammenhang auf die vorliegenden Studien und Gutachten zu den Ersatzstoffen für Naturgips aufmerksam. Während diese Gutachten eindeutig beweisen, dass der Ausstieg aus dem Naturgipsabbau möglich ist und jetzt damit begonnen werden kann, wird diese Landschaft und mit ihr eine nachhaltige Nutzung für nachfolgende Generationen aufs Spiel gesetzt.
Holzeinschlag am Himmelsberg (Foto: BUND)
"Zudem hat insbesondere das Unternehmen Saint Gobain mit Sitz in Walkenried mehr als 12 Steinbrüche in Betrieb, drei davon in Thüringen im
Landkreis Nordhausen. Nach dem Willen des Unternehmens soll der ebenfalls umstrittene Steinbruch am Kuhberg bis an die Grenzen von Rüdigsdorf ausgedehnt werden. Das wäre das zwanzigfache der bisher genehmigten Fläche. Ähnliche überdimensionierte Planungen liegen gegenwärtig für den Landkreis Göttingen im Gebiet um Osterode/Westharz vor", ist in einer Pressemitteilung zu lesen. Dort würden sich die kommunalen Parlamente gegen diese Planungen wehren.
Der BUND Kreisverband Nordhausen verlangt den sofortigen Stopp des Holzeinschlages am Himmelsberg und Rüsselsee. Die Balz- und Brutzeit insbesondere der Greife und Eulen hat längst begonnen, die von den gipsabbauenden Unternehmen in Auftrag gegebenen Brutvogelkartierungen sind mangelhaft. Wer sich davon überzeugen will, der kann sie abends verhören – die Waldohreule. Nach dem Holzeinschlag folgt übrigens der Abtrag des gewachsenen Erdreiches und mit ihm geht die Vernichtung allen Lebens einher, das einem zukünftigen Wald Nährstoffe bieten würde.
"Wenn dann die großen Schrapper und Sprengungen den Gesteinsabbau begleiten, um die 40 Tonner zu befüllen, die über die vom Steuerzahler finanzierte neue Straße unterm Himmelsberg in Richtung Walkenried donnern, müsste auch der letzte Kommunalvertreter verstehen, dass das letzte Stündlein des Himmelsberges geschlagen hat und mit ihm eine wertvolle Landschaft unwiederbringlich vernichtet wird", so die Naturschützer.


