Termin am Nordhäuser Amtsgericht war schnell erledigt
(K)eine Verhandlung wegen verbotenem Containern
Heute Vormittag war die Verhandlung in einer Strafsache gegen drei junge Aktivistinnen am Nordhäuser Amtsgericht angesetzt, die Lebensmittel aus Containern entwendet haben sollen. Ihre Unterstützer demonstrierten unterdessen vor dem Gebäude …
Demonstration vorm Amtsgericht (Foto: oas)
Schon eine halbe Stunde vor dem Gerichtstermin versammelten sich rund zwanzig Jugendliche und eine Handvoll älterer Menschen auf dem Gelände des Petersbergs, um mit Bannern und mehreren Reden gegen Lebensmittelverschwendung und Überproduktion zu protestieren. Unter ihnen auch der Ilfelder Manfred Kappler, der den nnz-Lesern sicherlich durch seine zahlreichen Veröffentlichungen ein Begriff ist. Anlass der Demonstration war die Gerichtsverhandlung gegen drei Frauen, die für 10 Uhr in einem kleinen Verhandlungssaal angesetzt war. Ihnen wirft die Staatsanwaltschaft Diebstahl von aussortierten Lebensmitteln und Hausfriedensbruch vor.
Wegen der Pandemiebekämpfungsmaßnahmen im Gerichtsgebäude wurde der Saal vorher ordentlich durchgelüftet und es durften nur fünf Personen als Vertreter der Öffentlichkeit der Verhandlung beiwohnen. Diese Umstand verhinderte schon im Vorfeld den Besuch mehrerer Sympathisanten der Aktivistinnen, die gern dem Prozess beigewohnt hätten. Als die zuständige Richterin die Sitzung eröffnete, waren dann insgesamt 15 Personen im Raum; einschließlich der Beschuldigten und ihrer Anwälte. Zu viele für die Größe des Raumes, entschied die Richterin angesichts der Corona-Epidemie und entschuldigte den Umstand, dass der große Saal heute leider schon belegt sei. Der Prozess wurde daraufhin vertagt ehe er begann, ein neuer Termin wird festgelegt.
Ein als Verteidiger anwesender Anwalt bat die Richterin abschließend darum, beim nächsten Mal doch den großen Saal für die Verhandlung zu reservieren, weil das öffentliche Interesse dann sicherlich nicht geringer sein werde als heute.
Das glauben wir auch und werden weiter über den Fall berichten.
Olaf Schulze
Autor: osch
Kommentare
Fienchen
10.03.2021, 12:09 Uhr
Containern
ist verboten, absoluter Quatsch. Wieso liegen brauchbare Lebensmittel im Abfall? Die jungen Leute haben meine volle Unterstützung. Der Staat soll sich um die vielen Betrüger und Verbrecher in diesem Land kümmern.
OkBoomer
10.03.2021, 12:30 Uhr
Ich finde auch...
Dass es andere Sachen gibt um die sich das Land kümmern sollte als um Menschen die verwertbare Nahrung aus Containern nehmen. Im Endeffekt wird das Zeug eh weggeschmissen, warum dann nicht an die verteilen die es nötig haben? Armut und Hunger und leid gibt es ja genug auf dieser Welt.
Alex Gösel
10.03.2021, 13:08 Uhr
Erste Verhandlung seit Corona?
Zu allererst möchte ich sagen, dass meine Sympathieen den Aktivistinnen und Aktivisten gelten.
Egal wie man jetzt aber dazu stehen mag, frage ich mich dennoch, ob diese Verhandlung die erste seit Ausbruch von Corona in Nordhausen ist? Weiterhin frage ich mich noch, und dies in Anlehnung an einem alten, deutschen Schlager, ob die Juristen nicht als Kinder zu heiß gebadet wurden? Das kann man natürlich ironisch verstehen!
Alles andere haben bereits die beiden oberen KommentatorInnen geschrieben.
-Insider-
10.03.2021, 13:15 Uhr
Ich
hoffe doch stark, dass der Einsatztrupp vom Landratsamt vor Ort im Einsatz war und die Personalien zur Einleitung von Bußgeldverfahren aufgenommen hat. Auf den Fotos sieht mir das nicht nach 1,5 m Abstand aus...
Hier sollte man ähnlich resolut handeln wie bei allen anderen Kundgebungen derzeit.
Windhauch
10.03.2021, 14:24 Uhr
Containern...
...ist kein Verbrechen(!)
Dieser Aussage (siehe Transparent der Aktivisten) stimme ich als ehemaliger DDR-Aktivist voll zu.
Wäre es anders, dann wäre es ja mit tausenden und abertausenden Containern, die täglich über die Weltmeere transportiert werden, bald zu Ende.
Im Artikel ist aber zu lesen, dass die (heutigen) Aktivisten Lebensmittel entwendet haben sollen.
Frage: Ist Diebstahl dann kein Diebstahl, wenn Aktivisten ihn begehen, für einen selbstbenannten guten Zweck, sozusagen?
Wenn ja, dann brechen für mich als alter Aktivist rosige Zeiten an. Denn mein Nachbar hat ein tolles Auto und ich bin der Meinung, dass er das eigentlich nicht braucht, so wenig wie er damit fährt.
Waldemar Ceckorr
10.03.2021, 14:25 Uhr
die lebensmittelretter
können doch die lebensmittel gleich im laden retten, gegen bezahlung.
dann landen die auch nicht im container, alles andere ist diebstahl.
so sieht's der waldi
free Gigi
10.03.2021, 14:39 Uhr
Querdenker?
etwas eine Demonstration ohne Anmeldung, das in Corona Zeiten?
Ich hoffe die Inzidenz steigt nun nicht noch weiter...!
Kaleida
10.03.2021, 15:00 Uhr
Und das in diesen Zeiten...
Man kann hier wohl sehr gut das nächste "Superspreader-Event" erkennen. Dann viel Spaß in zwei Wochen bei steigenden Inzidenzwerten.
Danke, ihr Aktivisten!
Kaleida macht nur Spaß. Natürlich weiter so! ;-)
bella123blau
10.03.2021, 16:54 Uhr
an Kleinigkeiten wird sich hochgezogen
Hilfsgelder für Selbständige wegen Betrug gestoppt!
Millionen sind wieder auf privat Konten geflossen .Gibt es da auch eine Gerichtsverhandlung ?
nordfreak
10.03.2021, 17:13 Uhr
Links gleich gut
Die Normen des gesellschaftlichen Zusammenlebens sind nunmal noch in diesem Staat geregelt. In mehreren (vielleicht zu vielen) Gesetzbüchern. Und wer dagegen verstößt, der muss sich mit dem Strafgesetzbuch auseinandersetzen. Egal ob er es scheinbar gut meint oder nicht. Diebstahl und Hausfriedensbruch kann man im StGB nachlesen. So einfach ist das. Und das, was aus dem Märkten übrig bleibt, das geht doch schon zur Tafel. Oder wollen die Aktivist_:*innen das vielleicht weiterverkaufen????
Paulinchen
10.03.2021, 17:22 Uhr
Ganz sicher...
... und Fakt ist auch, dass es sich beim Containern um eine Straftat handelt. Ich denke, dass es am Ende bei einer Ermahnung von der Richterin bleiben wird.
Denn viel schlimmer sind für mich diese Maskeraffkes, welche sich 6stellige Beträge auf ihre Konten verschafft haben sollen und bis jetzt noch frei herumlaufen!
Wenn man glaubt, dass es bei den beiden Raffkes geblieben ist, so wird man aber im Moment über die Nachrichten eines Besseren belehrt. Diese melden weitere Fälle aus den Reihen der CSU. Der Bruder stand einst vor Gericht, wegen fragwürdigen Waffengeschaeften. Seine Schwester, tätig im Europaparlament, ist jetzt auch im Verdacht, Masken zu überteuerten Preisen an die Bayerische Staatsregierung vermittelt zu haben. So gaaaanz nebenher soll sich Frau Hohlmeyer (Strauß - Tochter) von dem Geld etwas abgezwackt haben.
So langsam kommen bei mir Zweifel an der Impfstoffversorgung auf. Sind da vielleicht auch Parasiten dazwischen, weshalb es so zögerlich läuft?
Im Nu
10.03.2021, 17:26 Uhr
Spende an die Tafel...
... und die übriggebliebenen, noch verwertbaren Lebensmittel sind in den richtigen Händen und kommen zu wirklich Bedürftigen. Andernfalls verlassen sich "Aktivisten" nur noch of diese Art des "Einkaufs".....
Alex Gösel
10.03.2021, 18:06 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Gehört nicht zum Thema des Beitrages
Knulli
10.03.2021, 18:12 Uhr
Containern ist kein Diebstahl
Es gibt auch in Nordhausen Menschen die hungern.
Arme Gerichte, diese sollten die bezüglichsten Geschäfte betrafen die Lebensmittel bewusst vernichten.
Durch die Mitnahme der Lebensmittel ist dem Geschäft
kein Schaden, sondern ein Nutzen entstanden und somit liegt kein Diebstahl vor. Sie brauchen für diese keine Entsorgungskosten bezahlen.
Die Verkaufsstellen sollten sich kümmern,
das verwendbare Lebensmittel an hilfsbedürftige
Mitbürger gelangen.
Es gibt z.B. Nicht-EU-Studenten, die kein Einkommen
haben.
Bitte nennt die Verkaufsstelle, die die Anzeige
gestellt hat, damit man diese meidet.
Die Gerichte sollten sich mit Straftaten beschäftigen,
siehe Masken.
alterNeunordhäuser
10.03.2021, 18:31 Uhr
Fakt ist
Es gibt Regeln und Gesetze an die ich mich zu halten habe, ob ich diese gut heiße, ist dahin gestellt. Schließlich brettere ich auch nicht Nachts mit 200 kmh durch Ortschaften, weil ich da auch niemanden gefährde. Wenn man etwas ändern will, z.B. eine Petition verfassen, oder überhaupt in die Politik gehen und nicht in die Illegalität ausweichen und anschließend seine Kumpanen vor dem Gericht aufschreiten lassen. Wie diese sich an Regeln halten sieht man schon an der Corona - Konformität der "Demonstranten".
Schlaubert
10.03.2021, 19:24 Uhr
Im Nu "Spende an die Tafel..."
gute Idee aber auch die Tafel nimmt nicht alles und ist mittlerweile äusserst wählerisch. Dazu kommt das man sich teilweise bei der Tafel zu "fein" ist Obst zu sortieren. Das sollte doch bitte schön schon alles perfekt vom Händler vorsortiert sin. Weiterhin nimmt die Tafel bzw. darf sie nicht Lebensmittel abgeben wo das MHD abgelaufen ist.
Es gibt doch viel bessere Lösungen als Wegwerfen
Es gibt eine hervorragende App: Too Good To Go
Leider nimmt in Nordhausen nur eine Bäckerei daran teil. Provinz eben.
Darüber hinaus könnten Lebensmittel, welche vor dem Ablauf des MHD stehen, stark reduziert werden. Mit Speck fängt man Mäuse...
Schlaubert
10.03.2021, 21:07 Uhr
@RWE
Lebensmittel die kurz vor dem MHD liegen werden in 90% aller Fälle reduziert. Leider machen die Bürger von dem "Sonderpreis" nicht wirklich gebrauch da alle im Kopf haben das das Produkt mit erreichen des MHDs "schlecht" ist. Schuld sind wir selber das so viel entsorgt wird.
Halssteckenbleib
10.03.2021, 22:10 Uhr
Ist doch immer das selbe
Bei den kleinen heißt es Straftat und bei den großen eben Abfindung oder so... Schlimm alles heutzutage
Alex Gösel
10.03.2021, 23:13 Uhr
Nette Idee
@RWE,
aber Sie glauben doch wohl nicht, dass jemand, der sich ein Smartphone mit Internet leisten kann, es nötig hat, sich kostenfrei oder für einen geringen Obolus Essen "irgendwo" abzuholen?
Und Sie wissen vielleicht dass "Nett" die kleine Schwester von ... ist, oder?
Halssteckenbleib
10.03.2021, 23:24 Uhr
Diebstahl??
Typisch Kapitalismus.Nicht den anderen den Dreck untern Fingernägel gönnen.Thüringen hält zusammen..Hauptsache die oberen dürfen sich mit Belohnung bereichern.Ich frag mich ständig was heute besser ist.Alles nur Heuchelei und verlogene Scheinheiligkeit.Pfui!!
Knulli
11.03.2021, 00:17 Uhr
Sauerei
Ich will und kann es nicht verstehen, das es in unseren Land, in dem es auch hungernde Menschen gibt, von intelligenten
Führungskräften massenhaft die Vernichtung essbarer Lebensmittel vollzogen wird und dann zur Perfektion ihrer perversen Tätigkeit auch noch unsere überforderten Gerichte bemühen.
Sonntagsradler 2
11.03.2021, 08:40 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Verstoß gegen AGB
@Heimathistoriker Laden sie sich mal die App herunter
Das Angebot wird sehr eifrig angenommen. Für nicht einmal 4€ gibt es da manchmal 3 Tüten Backwaren...Davon abgesehen buchen die Leute über das Handy ihren Urlaub, erledigen ihre Bankgeschäfte, bezahlen mit Google Pay oder schicken so ihren Krankenschein an die Krankenkasse. Warum sollte man keine Lebensmittel abholen? Heutzutage kauft man keine Fahrkarten mehr, sondern nutzt ein Handyticket und auch am Flughafen sieht man mehr Handys als gedruckte Tickets. Apps zu nutzen ist eine Selbstverständlichkeit. Das ist kein Zeichen von besonderen Wohlstand. Aber hinter den 7 Bergen tut man sich eben schwer mit neuen Dingen.
ottilie
11.03.2021, 09:27 Uhr
Verhandlung vertagt, Glück für die Richterin, dass es Corona gibt
Die Richterin hätte im Vorfeld ihrer Verhandlung schon daran denken müssen, dass man da einen größeren Raum benötigt, aber vielleicht wollte man ja gerade vermeiden,
dass hier soviele Sympathisanten der Aktivistinnen erscheinen. Sie hatte wohl schon damit gerechnet, das ihr Urteil nicht gerechtfertigt sein wird, da es viele hungernde Menschen gibt, aber brauchbares Essen in Container kommt.
Viel mehr solcher Menschen, wie diese Aktivistinnen, müßte es geben, die gegen so ein Vorgehen kämpfen. Hier könnte man vielen Menschen helfen. Nein man schmeißt noch brauchbares Essen lieber in Container, dann aber bittet man durch Aufrufe, dass andere Menschen spenden sollen. Was für ein Wahnsinn.
Bin einmal gespannt, ob wohl das Urteil gerecht ausfällt, denn auch Urteile entsprechen nicht immer der Gerechtigkeit.
Hatte diese Richterin doch erst einmal Glück, dass es Corona gibt.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.