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Mi, 19:46 Uhr
03.03.2021
BETRACHTET:

Stadtrat statt Kino oder Theater

Eigentlich benötigen die Nordhäuser kein Theater und vielleicht auch kein Kino. Sie sollten stattdessen die Sitzungen des Stadtrates besuchen. Nach einer 18monatigen Abstinenz tat ich es…

Supermarkt (Symbolbild) (Foto: StockSnap auf Pixabay ) Supermarkt (Symbolbild) (Foto: StockSnap auf Pixabay )
Erneut ging es in der Tagesordnung um den Widerspruch zu einem lächerlichen Bauvorhaben des Herkules-Marktes in Niedersachswerfen. Wir hatten über diese Posse, die sich zur ernsten Krise zwischen der Rathausspitze und dem Stadtrat entwickelte, mehrfach berichtet. Die Krise ist die des schwindenden Vertrauens der Mitglieder des Stadtrates zur Verwaltungsspitze.

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Die hatte - nach einer Zusage (“beurkundet” heute erneut durch Andreas Wieninger) - einen Widerspruch gegen die Bauarbeiten am Markt des Nachbarortes zurückzuziehen, doch nicht zurückgenommen. Hier sahen sich die Fraktionen getäuscht. SPD und CDU wollten mit ihren Anträgen erreichen, dass der Widerspruch des Rathauses doch noch zurückgenommen wird. Dem wurde denn auch mit großer Mehrheit zugestimmt.

Zuvor hatte die Stadtverwaltung große Geschütze aufgefahren. Und zwar in Person eines Herrn Kruse, der die verheerenden Auswirkungen des Sachswerfer Marktes auf die Kaufkraft der großen kreisangehörigen Stadt namens Nordhausen verdeutlichen sollte. Nun könnte man meinen, dass der Auftraggeber einer “Sache” deren Ergebnis vorgeben wolle. Das wollen wir nicht unterstellen, denn das wäre dann schon ganz großes Kino. Zu groß für Nordhausen?

Aber der Herr Kruse lieferte. Der Markt in Sachswerfen, der in der ersten Hälfte der 1990er Jahre gebaut wurde, würde die Stadt schädigen, so konnte man auf den Zuschauerrängen hören. Mit seiner Anziehungs- und Ausstrahlungskraft nämlich. Kaufkraft, die Nordhausen dringend brauchen könnte, denn immer noch gibt es in der Kreisstadt eine viel zu große Verkaufsfläche. Dafür kann das Rathaus wenig, obwohl schon mehrere Einzelhandelskonzepte beauftragt wurden, hat sich an dieser Tatsache nichts geändert - zu viel Fläche pro Einwohner, laut Gutachten vom März 2019 sind es für die etwas mehr als 40.000 Einwohner fast 120.000 Quadratmeter.

Doch indirekt zu behaupten, dass der Herkules in Sachswerfen alles über den Einzelhandelshaufen werfen würde, ist absurd, war in der Pause der Sitzung zu hören. Vor allem der Norden der Rolandstadt sei geschädigt. Doch, mit Verlaub, warum sollen die Menschen in Nordhausen Nord, die einen Edeka vor der Nase haben, zum Einkauf der Waren des täglichen Bedarfs zum Edeka-Herkules in den Nachbarort fahren? Warum sind dann nach dem Herkules in Niedersachswerfen die zahlreichen Nettos, Rewes und Co. hinzugekommen?

Eigentlich hätte man sich angesichts des klaren Votums des Stadtrates vom OB gewünscht, dass er dessen Begehren nachkommt. Doch weit gefehlt, er verkündete, dass er gegen den Beschluss vorgehen werde. Und so wird wohl aus einem Kurzflim doch noch ein mehrteiliges Monumentalwerk. Das kurioserweise in einem kleinen politischen Sandkasten spielt.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

03.03.2021, 20.20 Uhr
Neuer NDHler | Ein Bürgermeister lässt einen Gutachter Nordhausen klein reden
Es ist eigentlich nicht mehr zum Lachen, betrachtet man die Sache mal von außen: Da lässt der Bürgermeister von Nordhausen einen Gutachter "einfliegen" , damit dieser offiziell bestätigt, dass Nordhausen erheblich Schaden nimmt, weil in einem kleinen Nachbarort ein Baumarkt (den es dort seit Jahrzehnten gibt!!!) jetzt 40 Quadratmeter mehr Verkaufsfläche hat? Und der besagte Bürgermeister bockt sogar noch weiter und zieht die Tragödie in die Länge.

Wie schwach, wie kleinlich, wie provinziell wird hier Nordhausen eigentlich dargestellt? Und da sollen sich Investoren für das Nordhäuser Industriegebiet entscheiden?

Mein Gott, das hat Nordhausen einfach nicht verdient. Der Tiefpunkt ist erreicht.

12   |  3     Login für Vote
03.03.2021, 20.43 Uhr
Undine | Die ganze Welt soll eine Freihandelszone sein,
aber sich mit dem Nachbarn wegen der Vergrößerung eines Supermarktes anlegen, den es seit 30 Jahren gibt, weil da plötzlich die Kaufkraft der Nordhäuser in Nordhausen verloren geht. Das verstehe, wer will.

14   |  0     Login für Vote
03.03.2021, 21.08 Uhr
Heimathistoriker | Ist doch schön!
Alle paar Wochen hat man das Theater oder, um es mal mit dem Kino zu vergleichen, diese (Schmieren-)Komödie!

Weiter so, Politelite, Ihr schafft es noch!

6   |  0     Login für Vote
03.03.2021, 21.17 Uhr
Kama99 | @Blick in die Heimat
Doch, 3 oder 4 Plätze im Städteranking sind noch drin, dann ist die Stadt ganz unten. Nur noch peinlich was der OB wegen den 40m² da abzieht. Es kommen deswegen nicht mehr zum einkaufen. Er sollte sich mal lieber um die Strassen der Stadt kümmern, teilweise nur noch eine Katastrophe und das erst nicht seit diesen Winter. So lockt man keine Auswärtigen mehr an.

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03.03.2021, 21.44 Uhr
Helena2015 | Eine absolute Schade für NDH
Diskussionen über einen Markt, den es schon ewig gibt und der bisher Niemandem störte!
Selbst SDH hat ein Kino, dass in jüngster Vergangenheit sowohl die besseren Filme als auch günstigere Preise hatte als NDH!
Das Kino in NDH finde ich persönlich viel gemütlicher und die Bestuhlung bequemer, also eigentlich besser als in Sondershausen!
Warum will man das jetzt ändern?
Unser Kino soll erhalten bleiben, zumal doch NDH eine Hochschulstadt ist!
Das Theater ist historisch und selbst wenn ich kein regelmäßiger Besucher bin, ist es für unsere Stadt unverzichtbar!
Will man Nordhausen jetzt endgültig den Garaus aussetzen?
Pfui schämt euch alle, ihr Stadträte, Bürgermeister, Landrat und Konsorten!
Was ist mit dem Straßenbau?
Egal wann man von Ausflügen oder Urlauben in der Vergangenheit zurück kam, man konnte im PKW als Beifahrer eingeschlafen sein, spätestens bei der Ankunft in NDH erwachte man, bemerkte, jetzt ist man in NDH, auf Grund des gesamten miserablen Straßenzustandes!
Es gibt in NDH viel zu tun, die Wähler sollten es endlich anpacken und dem Ganzen bzw. der ganzen Fehlpolitik ein Ende setzen!

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04.03.2021, 09.33 Uhr
Honsteiner | Was passiert dem Herkules wenn Nordhausen Recht bekommt
Liebe NNZ
Klage hin - Klage her. Welche Folgen hat denn nun eigentlich die Klage für den Herkules-Markt? Muss dieser dann zurück bauen oder gar schließen?

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04.03.2021, 12.32 Uhr
bastel76 | Markt in NSW
Hier sind wohl Teile aus Nordhausen immer noch verschnupft, gegenüber der Gemeinde Harztor, sich damals nicht Nordhausen angeschlossen zu haben. Hier sieht man wieder das die Gemeinde Niedersachswerfen alles richtig gemacht hat, um nicht zu Nordhausen zu gehören. Wäre nämlich der Herkules Markt hinten runter fallen. Macht doch Nordhausen für Gewerbetreibende attraktiver, senkt z.B. die Gewerbesteuer. Dann finden sich vielleicht auch mal welche an der Goldenen Aue an.
Und wie oben geschrieben wurde, Gewerbeflächen in NDH sind genug da, also macht was draus und heult hier nicht an verlorengegangenen rum. Echt lächerlich und beschämend.....und neidisch

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04.03.2021, 13.01 Uhr
Kama99 | Ich würde sagen,
man überlässt dem Hr. Buchmann die 40m² im Herkules, am besten im verglasten Eingangsbereich. Dort kann er sein Büro einrichten und sich vom Kunden bewundern lassen.

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