So, 08:44 Uhr
31.01.2021
nnz-Forum
Ein Stück Tradition wird zerstört
Das hätte anders laufen sollen und müssen, liebe Stadt Nordhausen. Im Vereinshaus Thomas Mann haben über Jahrzehnte Nordhäuser Vereine gelebt und veranstaltet. Das können Sie nicht einfach so den Bach heruntergehen lassen, meint Bodo Schwarzberg...
Ich habe zwar das Schreiben selbst nicht gesehen, offensichtlich ist der Entzug des Vereinshauses aber nun amtlich.
Die Stadt Nordhausen hat das Haus über Jahre verfallen lassen, wodurch die notwendigen Sanierungskosten gewiss nicht gesunken sind. Dass hier über so lange Zeiträume nichts geschah, zeugt nicht gerade von einem Wohlwollen der Verantwortlichen gegenüber der gern so hochgelobten ehrenamtlichen Arbeit. Hier mal ein "Küsschen" für uns Ehrenamtliche und dort, das bringt es nicht.
Mit der Erhaltung des Traditionshauses hätten Sie zeigen können, wie sehr Sie die Vereine mit ihrer zum Teil wichtigen heimatkundlichen Forschungstätigkeit auf den unterschiedlichsten Fachgebieten wirklich wertschätzen.
Für viele engagierte Nordhäuserinnen und Nordhäuser, mich eingeschlossen, hängen Lebenserinnerungen von Jahrzehnten am früheren Thomas-Mann-Klub. Er war ein Hort des Ehrenamts bereits während der DDR-Zeit mit entsprechender, bis heute ausstrahlender Symbolkraft.
Umso fragwürdiger mutet das Niedergehenlassen des Vereinshauses in einer demokratischen Gesellschaft an. Darüber sollten OB Buchmann und viele Stadträte schon einmal nachdenken.
Sich für die Erhaltung genau dieses Hauses einzusetzen und rechtzeitig Geld locker zu machen, dass hätte bei dieser Vergangenheit selbstverständlich sein müssen. Heimatforschung nämlich bedeutet an vorderster Stelle auch Traditionspflege, liebe Stadt Nordhausen.
Dieses Zentrum nun offensichtlich und ausgerechnet jetzt, also in der Coronapandemie, in einer Zeit großer Sehnsüchte also und einer gewissen Wehrlosigkeit, den Vereinen "wegzunehmen", hat schon "leicht" undemokratische Züge. Wahrscheinlich glaubt man in der Stadt, dass die Vereine nach Monaten der coronabedingten Schließung ihr Vereinshaus vergessen haben könnten?
Diese Herangehensweise finde ich eine ziemlich faule Geschichte, zumal ich bezweifle, dass die Vereine gerade jetzt mehrheitlich gegen einen Verbleib im Hause stimmen würden.
Das letzte Wort sollte genau deswegen noch nicht gesprochen worden sein. Das Versagen der Stadt von Jahrzehnten muss die Stadt ausbaden, nicht aber Jene, die dem gesellschaftlichen Leben, statt zu nehmen, immer nur gegeben haben.
Bodo Schwarzberg
als Mitglied des BUND
Autor: redIch habe zwar das Schreiben selbst nicht gesehen, offensichtlich ist der Entzug des Vereinshauses aber nun amtlich.
Die Stadt Nordhausen hat das Haus über Jahre verfallen lassen, wodurch die notwendigen Sanierungskosten gewiss nicht gesunken sind. Dass hier über so lange Zeiträume nichts geschah, zeugt nicht gerade von einem Wohlwollen der Verantwortlichen gegenüber der gern so hochgelobten ehrenamtlichen Arbeit. Hier mal ein "Küsschen" für uns Ehrenamtliche und dort, das bringt es nicht.
Mit der Erhaltung des Traditionshauses hätten Sie zeigen können, wie sehr Sie die Vereine mit ihrer zum Teil wichtigen heimatkundlichen Forschungstätigkeit auf den unterschiedlichsten Fachgebieten wirklich wertschätzen.
Für viele engagierte Nordhäuserinnen und Nordhäuser, mich eingeschlossen, hängen Lebenserinnerungen von Jahrzehnten am früheren Thomas-Mann-Klub. Er war ein Hort des Ehrenamts bereits während der DDR-Zeit mit entsprechender, bis heute ausstrahlender Symbolkraft.
Umso fragwürdiger mutet das Niedergehenlassen des Vereinshauses in einer demokratischen Gesellschaft an. Darüber sollten OB Buchmann und viele Stadträte schon einmal nachdenken.
Sich für die Erhaltung genau dieses Hauses einzusetzen und rechtzeitig Geld locker zu machen, dass hätte bei dieser Vergangenheit selbstverständlich sein müssen. Heimatforschung nämlich bedeutet an vorderster Stelle auch Traditionspflege, liebe Stadt Nordhausen.
Dieses Zentrum nun offensichtlich und ausgerechnet jetzt, also in der Coronapandemie, in einer Zeit großer Sehnsüchte also und einer gewissen Wehrlosigkeit, den Vereinen "wegzunehmen", hat schon "leicht" undemokratische Züge. Wahrscheinlich glaubt man in der Stadt, dass die Vereine nach Monaten der coronabedingten Schließung ihr Vereinshaus vergessen haben könnten?
Diese Herangehensweise finde ich eine ziemlich faule Geschichte, zumal ich bezweifle, dass die Vereine gerade jetzt mehrheitlich gegen einen Verbleib im Hause stimmen würden.
Das letzte Wort sollte genau deswegen noch nicht gesprochen worden sein. Das Versagen der Stadt von Jahrzehnten muss die Stadt ausbaden, nicht aber Jene, die dem gesellschaftlichen Leben, statt zu nehmen, immer nur gegeben haben.
Bodo Schwarzberg
als Mitglied des BUND
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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