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Fr, 10:00 Uhr
01.01.2021
Gesprochen (6)

Die Gemeinschaft wurde gestärkt

Die Zeit um Weihnachten und Neujahr ist in Deutschland die Zeit des Traditionellen. Und dazu gehören auch die diversen Ansprachen von Menschen, die meinen, uns - also dem Volke - etwas mitteilen zu müssen. Die Nordthüringer Online-Zeitungen veröffentlichen die Ansprachen innerhalb der doku-Reihe... Landrat Matthias Jendricke


Sehr geehrte Einwohnerinnen & Einwohner, liebe Leserinnen und Leser,

in dieser besonderen Zeit wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie vor allem Gesundheit, alles Gute und Zuversicht für das neue Jahr! Viele von Ihnen konnten die Festtage sicher nicht so verleben, wie wir es sonst gewohnt sind. Gerade jetzt möchte ich mich bei denen bedanken, die an den Feiertagen arbeiten - zum Beispiel in unseren Krankenhäusern, in den Pflegeheimen, bei Polizei und Feuerwehr, der Presse oder auch in unserem Gesundheitsamt, dem Vollzugsdienst und unserer Rettungsleitstelle.

Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben nachhaltig beeinflusst und vieles verändert, was wir vorher wohl nicht für möglich gehalten hätten. Sie bringt viele Herausforderungen, beispielsweise für Familien, die von Kita- und Schulschließungen betroffen sind oder diejenigen, deren Unternehmen im Lockdown schließen müssen. Die Pandemie hat aber auch gezeigt, wieviel Zusammenhalt, Solidarität und Hilfsbereitschaft in unserer Gesellschaft steckt.

Mir hat die Pandemie auch wieder einmal gezeigt, wie wichtig es ist, starke kommunale Unternehmen an unserer Seite zu haben - allen voran unser Südharz Klinikum in Nordhausen. Hier werden nicht nur Patienten aus unserem Landkreis behandelt, sondern weit darüber hinaus. Vor einem halben Jahr hat die Klinik die komplett umgebaute Zentrale Notaufnahme eingeweiht, auch hier wurden zusätzliche Beatmungsplätze geschaffen. Rund 2,5 Millionen Euro hat das Südharz Klinikum allein hierfür investiert. Davon profitieren die weit über 30.000 Menschen, die hier jedes Jahr in der Notaufnahme behandelt werden. In der Corona-Pandemie nimmt unser kommunales Klinikum eine Schlüsselfunktion ein - ebenso wie die Lungenklinik in Neustadt, die ich hier ausdrücklich erwähnen möchte, auch hier werden Corona-Patienten aus ganz Deutschland behandelt und sogar Schwerstkranke aus Frankreich wurden im Frühjahr erfolgreich kuriert.

Auch der Kreistag musste sich den Corona-Bedingungen anpassen (Foto: J. Piper) Auch der Kreistag musste sich den Corona-Bedingungen anpassen (Foto: J. Piper)
Ich bin froh, dass unser Kreistag immer hinter der eindeutigen Haltung unserer Landkreisverwaltung stand, das Südharz Klinikum nicht zu verkaufen, sondern als kommunales Krankenhaus zu erhalten. Jetzt, in der Krise, zeigt sich, wie wichtig diese Entscheidung ist. In unserer Region verfügen wir über gut aufgestellte kommunale Unternehmen, an denen der Landkreis Nordhausen beteiligt ist und die wichtige Aufgaben der Daseinsfürsorge übernehmen, wie ÖPNV, Abfallentsorgung, Winterdienst und die Bewirtschaftung unserer Schulen, kulturelle und touristische Angebote. Nicht zuletzt ist unsere starke Kreissparkasse Nordhausen ein wichtiger Partner gerade in schwierigen Zeiten.

Auch wenn die Corona-Pandemie unser Verwaltungshandeln schon seit Februar vergangenen Jahres deutlich geprägt hat, gab es jenseits davon auch positive Nachrichten für unsere Region. Im Februar konnten wir das Richtfest am Neubau des Humboldt-Gymnasiums feiern. In wenigen Monaten wird die Einweihung folgen und die Schüler können dann hier in einem hochmodernen Schulgebäude lernen. Parallel stärken wir den Raum Bleichrode-Sollstedt: Wir sanieren für fast 7 Millionen Euro das komplette Gebäudeinnere des Schiller-Gymnasiums in Bleicherode und seit wenigen Tagen haben wir die Förderzusage des Landes für die Grundschule Sollstedt. Auch hier können wir künftig mit mehr als 5,5 Millionen Euro das Innere des Schulgebäudes, die Turnhalle und das Außengelände grundständig sanieren.

Außerdem setzen wir derzeitig für gut 1,8 Millionen Euro die Sporthalle der Grund- und Regelschule in Niedersachswerfen instand. Auch in der Oberschule Ellrich haben wir im vergangenen Jahr erneut investiert, beispielsweise in die Modernisierung der Schulküche sowie gemeinsam mit der Service Gesellschaft und der Stadt Ellrich in die Sanierung des Schulhofgeländes. Aktuell sind wir zudem im Gespräch mit dem Infrastrukturministerium, ein modellhaftes Gebäude für eine moderne, Grundschule zu entwerfen und diese dann an den Schulstandorten Klettenberg und Ilfeld zu bauen.

Auch für die Sanierung der Turnhalle des Nordhäuser Berufsschulzentrums haben wir eine Förderung von 2,1 Millionen Euro beantragt. Viele weitere Maßnahmen, beispielsweise im Bereich des Brandschutzes, setzen wir jedes Jahr als Werterhaltungsmaßnahmen um. Insgesamt investieren wir mit den derzeit bereits begonnenen und den geplanten Maßnahmen mehr als 35 Millionen Euro und setzen damit einen deutlichen Investitionsschwerpunkt in unseren Schulen, um unsere Bildungslandschaft zu stärken. Der Sanierungsstau im Schulbereich ist zwar groß, aber es gelingt uns derzeit deutlich schneller als in vergangenen Jahren, diesen konsequent abzubauen. Und mir ist wichtig, dass wir grundständig bauen und sanieren und nicht nur mit dem Pinsel unterwegs sind.

Ebenso grundständig gehen wir auch bei der Sanierung unserer Kreisstraßen mit umfangreichen Fördermitteln vor: Die Straße zwischen Sollstedt und Deuna sanieren wir derzeit gemeinsam mit unserem Nachbarkreis Eichsfeld mit 2,5 Mio. Euro. Zusätzlich werden in diesem Jahr die Kreisstraße K 17 zwischen Kehmstedt und Fronderode und einen Erdfall auf der K 3 zwischen Krimderode und Rüdigsdorf saniert. Dafür wollen wir rund 635.000 Euro aufwenden, davon 210.000 Euro aus Eigenmitteln.

Und nach dem Radweg zwischen Nordhausen nach Herreden im vergangenen Jahr bauen wir nun als zweites gemeinsames Förderprojekt von Stadt und Landkreis Nordhausen den Radweg nach Hesserode, mit geschätzten Gesamtkosten von rund 900.000 Euro. In der Verlängerung werden wir auch Kleinwechsungen anbinden. Auch im ÖPNV haben wir 2020 mit 6,2 Millionen Euro, bei einem hohen Fördermittelanteil von 4,9 Millionen Euro, so viel investiert wie noch nie: Im Regionalverkehr setzen wir seit Herbst sechs neue Elektro-Busse ein und haben damit einen wichtigen Schritt umgesetzt, um die neuen EU-Anforderungen für emmissionsfreien ÖPNV zu erreichen.

Auch den Brand- und Katastrophenschutz konnten wir weiter stärken, um mit neuer Technik unsere zahlreichen ehrenamtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen: So hat unsere Service Gesellschaft im Auftrag des Landes den Neubau des Katastrophenschutzlagers Nordthüringen realisiert. Zudem soll an diesem Standort dann auch die neue Atemschutzübungsstrecke und die neue Leitstelle entstehen. Außerdem beschaffen wir nun mit der bereits vorliegenden Förderung des Freistaats für rund eine Million Euro abschließend alle erforderlichen Fahrzeuge, die in unserem Stützpunktfeuerwehrkonzept geplant sind. Damit können wir unser Beschaffungskonzept schneller umsetzen und sogar weit übertreffen. Die drei Einsatzleitwagen werden in den Stützpunktfeuerwehren Bleicherode, Ellrich und Nordhausen künftig stationiert, auch ein geländegängiges Tanklöschfahrzeug mit 4.000 Litern Wasserladung für Niedersachswerfen gehört in das Beschaffungspaket. Bereits im Frühjahr werden die sich im Bau befindlichen Hilfeleistungslöschfahrzeuge für Bleicherode und Liebenrode in Dienst gestellt und im Laufe des Jahres kommen weitere drei Mannschaftstransporter in unseren Landkreis.

Über eine außergewöhnliche Förderung des Wirtschaftsministeriums konnten wir uns bereits im Sommer freuen: Aus dem Tourismusprogramm fördert das Land mit immerhin rund 6,2 Millionen Euro das Harzer Hexenreich, das bis 2022 in Rothesütte entstehen wird. Damit übernimmt das Land 90 % der förderfähigen Kosten, was höchstselten der Fall ist. Dies spricht für die Qualität unseres Vorhabens. Für rund 7,8 Millionen Euro werden wir eine neue touristische Attraktion bauen, mit einem 55 Meter hohen, barrierefreien Aussichtsturm in Form des größten Hexenbesens der Welt, einer Wald-Erlebnisspielwelt für Kinder, Familienwanderwegen und der erforderlichen Basisinfrastruktur wie Parkplätzen und einer neuen Zufahrt. Damit setzen wir auf die positive Tourismusentwicklung im Harz und bereichern unsere touristische Infrastruktur, um noch mehr Gäste für unsere Region zu begeistern. Gleichzeitig profitieren natürlich auch unsere Einwohner von diesem neuen Freizeitangebot!


Mit den besten Wünschen für das Jahr 2021 und bleiben Sie gesund,
Ihr Matthias Jendricke
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Kommentare

01.01.2021, 21.32 Uhr
Kritiker86 | Super...
Herr Jendricke! Ich verfolge sie jetzt schon seit ein paar Jahren...und sie sind ein fleißiger und tüchtiger Politiker. Sie sind quasi überall und haben überall die Finger im Spiel. Und das ist auch gut so. Sie wären für mich der Bürgermeister den die Stadt bräuchte. Den Buchmann können sie in die Tonne werfen. Der große Hoffnungsträger von Nordhausen entpuppte sich sehr schnell als ein leeres Hemd. So nun Herr Jendricke ab in die richtige Partei( damit mein ich nicht die AfD) und zur Wahl gestellt. Dann holt endlich jemand die Karre wieder aus den Dreck und schafft Ordnung.

5   |  17     Login für Vote
02.01.2021, 10.51 Uhr
Realist 1.0 | @Kritike86, ja ja super Hendricks unser glorreichen Provinzfürst
Das ich nicht lache, wohl eher König der heissen Luft. Sprüche klopfen und Versprechungen machen, das ist er ganz groß aber das meiste ist halt nur heisse.

8   |  6     Login für Vote
02.01.2021, 11.34 Uhr
BerndLuky
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
02.01.2021, 15.47 Uhr
Audio | Meckern kann jeder
Es ist einfach, vom Fernsehsessel aus an einem Kommunalpolitiker Kritik zu üben. Besser machen
kann es m.E. im Moment keiner.
Ich kann Herrn Jendricke für seine Aktivitäten in den letzten 6 Monaten nur ein Lob aussprechen. Denkt man z.B. an das Maskenproblem , welches für unseren Landkreis gegenüber anderen Bundesländern durch ihn schnell und unbürokratisch gelöst wurde.
Deshalb tolerant und ehrlich urteilen.
Ein Landrat ist auch nur ein Mensch und nicht der liebe Gott.

10   |  8     Login für Vote
03.01.2021, 01.36 Uhr
Nordthüringer | Ob der liebe Gott ...
... stets Selbstdarstellung betreiben würde, stets voreilig
agieren würde, sich ständig selbst auf der Schulter herum
klopfen würde und eine um 10 Tage vorzeitige und völlig
nutzlose Maskenpflicht herbeigeführt hätte, wage ich noch zu bezweifeln.

Demzufolge sehe ich mich leider außerstande, dem Landrat für seine Aktivitäten irgendwelche Lobhuddeleien zukommen zu lassen ...

7   |  2     Login für Vote
03.01.2021, 09.56 Uhr
Reinhard Noske | Ohne Landkreis kein Radweg nach Herreden, Hesserode usw
Jendricke liebt die SelbstDarstellung, liefert aber auch.
Ohne die Initiative des Kreises gäbe es keinen Radweg nach Herreden, würde es auch keinen nach Hesserode geben.
Der Landkreis macht mehr als nur Verwalten. Er gestaltet. Mit dem Projekt in Rothesütte bekommt Z. B. der Tourismus im Kreis hoffentlich den richtigen Impuls.
So übernimmt der Kreis die Lokomotivfunktion, die früher Nordhausen hatte. Wichtig ist auch, dass der Landrat den Kontakt zur lokalen Wirtschaft hält. Trotz Abstieg von Wacker nimmt der Kreis die Sanierung des AKS in die Hand, und auch für die Nordhäuser Straßenbahn gibt es vom Kreis zumindest Zukunftsszenarien. Alles eigentlich Aufgaben der Stadt.

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03.01.2021, 14.16 Uhr
Capone | Keine Neujahrsansprache
Ich empfinde den Aufbau dieser Ansprache als unangemessen. Ein kurzer Abschnitt für Glückwünsche und Danksagung, gefolgt von einer schier endlosen Aufzählung von Vorhaben die größtenteils in der Zukunft liegen und mit wenigen Ausnahmen nicht abgeschlossen oder gar begonnen sind. Unternehmen der öffentlichen Hand reichen gewaltige Summen staatlicher Gelder weiter, zu deren Erwirtschaftung sie nichts beigetragen haben. Die Effektivität und Herangehensweise der kommunalen Unternehmen ist dabei hinlänglich bekannt. Zeitverzögerungen und immense Zuschussbedarfe sind obligatorisch, für Fehlentscheidungen haftet letztendlich niemand. Auch die erwähnte Maskenbeschaffung war nur möglich, weil weit über dem Marktpreis agiert wurde.
Es wäre schön, wenn in Verlautbarungen dieser Art, ein wenig mehr Demut, Bescheidenheit und Realismus zum Ausdruck kämen.

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