Einfach mal testen: Mercedes EQC 400 (4)
Wer die Wahl hat, der hat auch die Qual
Wenn über Elektroautos berichtet wird, ist in den meisten Fällen von Tesla die Rede. Aber auch die deutschen Premiumhersteller haben das Elektroauto für sich und ihre Kunden entdeckt. Die nnz hat dies zum Anlass genommen, für die nächsten Tage ein pures Elektroauto zu testen. Die Autohaus Peter Gruppe hat hierfür einen Mercedes EQC 400 zur Verfügung gestellt...
Ladepark im Krug (Foto: nnz)
Der Tag heute sollte davon geprägt sein, einzelne Ladestationen in Nordhausen zu erkunden und zu testen.
Auf Grund eines Hinweises auf den gestrigen Artikel wurde die App mobility+ heruntergeladen und auch das Mercedeseigene System zeigte mehrere Ladestationen in Nordhausen an. Entschieden wurde sich letzten Endes für die Ladestation im Gewerbegebiet Im Krug an der alten B 80 in Richtung Bielen und als weitere Ladestation die öffentliche Schnelladestation in der Wilhelm Carl-Schreiber-Straße am Darrweg entschieden.
Als erstes wurde die Ladestation Im Krug angefahren, da – wichtig für einen Mercedesfahrer – der Strom gratis (noch) sein sollte. An der Station angekommen, wurden drei Ladesäulen mit jeweils zwei Lademöglichkeiten vorgefunden. Davon war leider eine Säule außer Betrieb, sollte dem Tankvorhaben jedoch keinen Abbruch tun. An den anderen zwei Ladesäulen konnten für die öffentliche Nutzung nur jeweils eine Lademöglichkeit genutzt werden.
Hier ist Geduld gefragt (Foto: nnz)
Ein weiteres Problem, was gegen eine zügige Betankung stand, war der Umstand, dass die verbliebenen Lademöglichkeiten schon benutzt wurden. Also hieß es anstellen und warten. Knapp 20 Minuten später war es dann soweit, dem kostenlosen Ladevorgang stand nichts mehr im Weg.
Tankklappe auf, Stecker rein und los konnte es gehen. Gespannt ging der Blick auf die Anzeige an der Säule was diese wohl für Informationen bereithalten würde.
Der Informationen sind für einen Anfänger in Sachen Elektromobilität absolut nachvollziehbar. Nur waren diese enttäuschend oder vielleicht auch nur gewöhnungsbedürftig.
Für eine Zuführung von Strom in Höhen 44 Prozentpunkte (36 zu 80 Prozent) zeigte die Anzeige eine Dauer von 145 Minuten an. Was allerdings an der sehr schwachen Leistung der Anlage lag. Diese hätte eine maximale Leistung von 50 kW, stellte allerdings lediglich 21 kW zur Verfügung. Zum Glück sollte dies nur ein Test werden und eine vollständige Ladung war nicht notwendig.
Nach 43 Minuten wurde der Tankvorgang beendet. Nach dieser Zeit waren 18 Prozentpunkte Strom mehr im Tank. Dies würde für eine Tour bis zum Kyffhäuser reichen. Insgesamt ein sehr überschaubares Ergebnis für eine Stunde an der Ladesäule. Jedoch, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
Am Nachmittag wurde – um das Auto einmal vollzutanken – die Schnellladestation am Darrweg aufgesucht. Wie schon erwähnt, wurde hierzu eine entsprechende App heruntergeladen. Die Bedienung der Ladestation war auch sehr verständlich. Handy an die Ladesäule halten, QR-Code scannen und los konnte es gehen.
Power gab es am Nordhäuser Darrweg (Foto: nnz)
Die Powerstation sollte ihrem Namen tatsächlich alle Ehre machen. Im Vergleich zu 21 kW wurden hier zwischen 49 und 51 kW zugeführt. Dies führte dazu, dass für 50 Prozentpunkte Strom (44,6 kWh) knapp 55 Minuten notwendig waren. In diese Zeitspanne fällt auch die Tatsache, dass die letzten 20 Prozentpunkte (80 – 100) mit nur 20 kW zugeführt wurden. Im Ergebnis ein sehr gutes Ergebnis. Diesmal war die Betankung jedoch nicht gratis. Insofern wurden für die zugeführte Menge an Strom 21,32 Euro in Rechnung gestellt.
Um einen halbwegs seriösen Überblick über die Kosten und zu erzielende Fahrtstrecke zu bekommen, steht morgen eine Tour nach Halle und zurück an. Danach wird das Fahrzeug wieder vollgetankt. Als Begleitung wird uns ein annährend ähnliches Fahrzeug begleiten, um ein Gefühl für das Kostenverhältnis zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor zu bekommen. Könnte interessant werden…
Christian Greiner
Autor: psg
Kommentare
Psychoanalytiker
24.12.2020, 20:32 Uhr
Als Corona noch kein Thema war ...
... war ich nach "lockeren 55 Minuten" und nach stressfreiem fahren über die A38 in Leipzig-Belantis. Herr Greiner, Sie stehen nach 55 Minuten noch an der Nordhäuser Ladestation und freuen sich über "50 Prozentpunkte" mehr im Akku ????
Wie gesagt: Schöne Weihnachten !
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Anmerk. d. Red: Wo kommt da das Wort Freude oder freuen vor?
Honsteiner
24.12.2020, 23:43 Uhr
Test der E-Mobilität
Herr Greiner, ich danke Ihnen für diesen nicht geschönten realistischen Test. Mir ging es im letzten Jahr ähnlich. Ich war begeistert. Aber nachdem ich die Gelegenheit bekam ein E-Golf länger zu fahren, wurde schnell klar, im Alltagsleben ist man damit stark eingeschränkt. Für große Städte mag es eine Alternative sein, im realen Leben im Umland auf keinen Fall realistisch. Zudem liegt die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit auf der Autobahn zwischen 150 und 160. Mit dem E-Golf kam man da an seine Grenzen und vor allem auf Dauer nicht weit.
Ich fahre seit letzten Jahr wieder Diesel.
Der-NDH-Mann
25.12.2020, 09:24 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert Gehört nicht zum Thema des Beitrages
osmosemike
25.12.2020, 10:09 Uhr
Kosten
Vielen Dank für diesen Test. Kann es sein das eine KWH ca. 0.48€ kostet?. Wenn dies so stimmt wird der nächste Test den genauen Verbrauch des Wagens zeigen und für Ernüchterung sorgen. Wenn ich dann Anschaffungskosten und Verbrauchskosten gegen einen herkömmlichen Diesel setze, scheint es tatsächlich nicht gewollt einen umstieg auf Elektro Mobilität aufzubauen. Ich bin eigentlich ein befürworter von e-Autos aber die breite Masse wird dies so nicht erreichen. Die Einschränkungen die man hat bedürfen einer sehr vorausschauenden Fahrweise mit der ich mich eventuell noch anfreunden kann jedoch ist dies für viele Menschen sehr schwierig. Mit einem Eigenheim und einer entsprechenden Ladebox zu Hause sind die kosten sicher geringer. Die meisten Leute Wohnen jedoch zur Miete und haben sicher vor bzw. nach der Arbeit keine Lust irgendwo in der "Pampa" zu stehen und dann auch noch Wucherpreise für Strom zu Zahlen. Es ist auch ein unding das mann bei den verschiedenen Anbietern von Ladesäulen Kunde sein muss um zu Tanken. Hier würde es doch reichen einfach per EC Zahlen und fertig. ( der Preis muss natürlich vorher ersichtlich sein).
bseplus
25.12.2020, 10:37 Uhr
Spreu und Weizen
Dass die Ladesäule am Ladepark den EQC 400 nur mit 50kW maximaler Leistung erkannt hat, ist interessant. Angegeben sind seitens Mercedes 110kW Maximalleistung. Die Säule (übrigens offiziell im Testbetrieb) sortierte ihn halt niedriger ein. Ist auch bei unseren Fahrzeugen so: eines hat max. 150kW und wird dort mit 84kW erkannt, das andere kann bis zu 40kW, wird aber mit 35kW erkannt. Das könnte ein Grund sein.
Für die aktuell anliegenden 21kW könnte die Akkutemperatur ein Grund gewesen sein. Ein warmer Akku lädt schneller. Und ein relativ voller Akku lädt auch langsamer, eben um sich zu schonen. Besonders wenn es über die 80% geht, sinkt die Geschwindigkeit.
Hat man also die bequeme Lademöglichkeit zuhause, dann hält man den Akku am besten immer im Bereich zwischen 20% (im Winter gern etwas mehr) und 80%. 100% sind meist nicht nötig, es sei denn, es steht eine längere Tour bevor.
Bin auf den Test gespannt, wobei mit dem Standard-Tarif von mobility+ die kWh 0,49€ kostet bei CCS-Ladung. Das geht günstiger, wenn man Kunde wird (also den Hausstrom dort bezieht) oder auch ADAC-Mitglied ist. Noch günstiger ist dann nur das Laden zuhause. Ich gehe also davon aus, dass den Preisvergleich bei den Kraftstoff- bzw. Stromkosten hier der Diesel gewinnen wird.
Die älteren Fahrzeuge aus dem VW-Konzern zeichnen sich übrigens leider durch eine geringe Ladeleistung aus. Der E-Golf kann auch nur maximal 40kW, die auch noch selten erreicht werden. Neuere Fahrzeuge wie ID.3 und e-tron sind da deutlich schneller dabei.
Und was die Reichweite angeht: der letzte e-Golf und auch der e-Up und seine Geschwister werden mit ca. 260km angegeben. Für Alltagsfahrten absolut ausreichend. Unser Familienfahrzeug bietet etwas über 400km und ist voll Urlaubs-tauglich.
Fönix
25.12.2020, 11:50 Uhr
Pro und Kontra Elektromobilität
Das hier vorgestellte Fahrzeug ist ja durchaus ansehnlich und die Leistungsparameter sind für ein reines E-Mobil durchaus passabel. Wenn ich mir einen ausschließlich elektrisch angetriebenen PKW kaufen wollte, käme dieses Modell durchaus in die engere Wahl. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich der Besitzer des betreffenden Autohauses sehr in der Region im Allgemeinen und für den Handballsport im Besonderen engagiert.
Aber:
21 Euro für eine Strommenge, die unter optimalen Bedingungen 1 Stunde braucht, um an Bord zu kommen und dann bei gemäßigter Autobahnfahrt 200 km weit reicht, das ist einfach nur armselig und bestätigt mein Vorurteil, dass auch die modernsten E-Mobile wenn überhaupt nur in Großstädten und Ballungsräumen geeignete Reviere finden. Selbst die Post hat die große Euphorie bezüglicher ihrer Eigenentwicklung schon längst verloren. Und wo, wenn nicht im permanenten stop-and-go-Verkehr haben reine Elektroantriebe ihre Daseinsberechtigung?
21 Euro, dafür bekomme ich rund 20 Liter Diesel und fahre damit nach nicht einmal 5 Minuten Tankzeit auch bei zügiger Autobahnfahrt locker 400 km weit. Wollte das E-Mobil im Tempo hier mithalten, sind selbst 200 km Reichweite utopisch. Da in dieser Jahreszeit der mehr oder weniger intensive Betrieb von Heizung, Licht- und Klimaanlage (zur Entfeuchtung) eher die Regel als die Ausnahme darstellt, wird das moderne LED-Display des Stromers wohl schon deutlich eher ein Rotlichtfeuerwerk veranstalten. Praxistauglichkeit sieht für mich anders aus. Und da lasse ich das Thema Anhängelast, die für meine Nutzungsspezifik von erheblicher Bedeutung ist, dabei sogar noch außen vor.
Fönix
25.12.2020, 11:54 Uhr
Mein persönliches Fazit:
Den Toyota Prius habe ich schon im letzten Jahrhundert ausgiebig getestet. Seitdem hat es in der Technik erhebliche Fortschritte gegeben. Reine Elektroantriebe wurden entwickelt, was bezüglich der Potentiale eines Elektromotors, insbesondere des hohen Drehmomentes schon bei geringsten Drehzahlen, nur folgerichtig war.
Für die tägliche Fahrpraxis sind die Einsatzoptionen aber nach wie vor erheblich eingeschränkt. Solange von effizienten, preiswerten und sauberen Speichern nur fabuliert wird und der Ladestrom zu bestimmten Zeiten zunehmend aus dem Ausland importiert werden muss, selbst wenn man noch 10 Mio. Windräder in die deutsche Landschaft stellt, kommt ein E-Mobil für mich nicht in Frage. Dass dieser importierte Strom auf viele Jahre gesehen nicht "grün" ist und die Technik der produzierenden Kraftwerke nicht in jedem Fall mit der Technik und damit auch nicht mit der Sicherheit und Sauberkeit der hierzulande stillgelegten Kraftwerke mithalten kann, ist bekannt. Deshalb hat die ganze Sache für mich derzeit noch das Geschmäckle einer Mogelpackung. Dass die Praxistauglichkeit der aktuellen Generation von E-Mobilen im Vergleich zum "alten" Prius eher noch abgenommen hat, macht die Entscheidung für mich sehr einfach.
Auch der nächste private PKW wird wieder ein Diesel sein!
Wahrscheinlich sogar ohne elektrische Unterstützung. Auch wenn die technischen Möglichkeiten reizen, das übermäßig erhöhte Systemgewicht schreckt genauso ab wie die fragwürdige Herkunft vieler dafür benötigter Rohstoffe. Sollte es hier wie schon lange angekündigt, aber immer noch nicht realisiert, einen Durchbruch geben, werde ich darüber nachdenken.
Aber erst dann.
Die Politik ist da das schlechtestmögliche Beispiel, denn sie verändert die gesetzlichen Rahmenbedingungen (u.a. Kfz- und CO2-Steuer!), bevor die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die technischen Leistungparameter auch nur ansatzweise den tatsächlichen Anforderungen entsprechen.
Psychoanalytiker
25.12.2020, 13:02 Uhr
Interpretation
Sehr geehrter Herr Greiner, die Anmerkung unter meinem Kommentar veranlasst mich, noch eine Ergänzung zu schreiben. Ich interpretierte, wohl wissend, dass man meist alles anders interpretiert, als es ein Autor gemeint hat, Ihren Artikel schon als Europhie bezüglich dieses Fahrzeugs. Daher mein "Zungenschlag", dass Sie sich "freuen". In so weit sollten die vielen Fragezeichen dies zwar erklären, aber die NNZ-Redaktion interpretierte meinen Kommentar offensichtlich auch falsch.
Richtig ist aber, dass ICH keine Lust verspüre, ein so teures Auto zu kaufen, was dann auch noch für 50 Prozent mehr Strom im Akku eine Ladezeit von 55 Minuten benötigt. In dieser Zeit wäre ich halt schon gemütlich in Belantis und ärgerte mich nicht, dass ich noch immer in Nordhausen "an der Ladesäule" stehen muss. Ich habe kein Eigenheim und voraussichtlich auch keine Möglichkeit eine eigene Ladestation betreiben zu können. Daher sehe ich mich gedanklich vor einer beabsichtigten größeren Reise an eine belegte Ladestation fahren und dann weitere Zeit zu vergeuden. Das will und brauche ich nicht. Vor einiger Zeit war ich bei Verwandten in der Nähe von Pirna. Die Strecke betrug rund 280 Kilometer. Ich benötigte mit meinem Diesel entspannte etwa 2 Stunden und 10 Minuten. Wenn dieser E-Mercedes 250 km schafft und dabei meine schon an anderer Stelle beschriebene Stromverbraucher angeschaltet sind, bedeutet dies, an der Raststelle "Dresdner Tor" (kurz vor der A17) halten, um laden zu müssen. Ich "sehe Pirna und diesen Ort" schon in der Ferne und muss erst einmal "zwischenladen", für mich eine Horrorvorstellung. Mit einem leeren Diesel könnte zwar ähnliches passieren das Tanken dauert aber maximal 5 Minuten.
Entsprechend Ihres Tests benötige ich hochgerechnet mindesten 2 Stunden mehr, denn ich müsste zunächst mit 100 Prozent starten und ggf. auch erst warten, bis das vor mir stehende Auto auch voll ist b.z.w. wegfährt. Das alles ist für mich gedanklich keine Alternative zu meinem jetzigen Diesel.
Auch ich finde Ihren Test gut und auch ehrlich geschrieben. Aber er bewirkt in mir eher eine weitere Ablehnung des reinen E-Antriebes. Die anderen Gründe (z.B. Kinderarbeit) will ich hier nicht noch einmal erläutern ...
mussmalsagen
25.12.2020, 14:59 Uhr
, dass mich auch die Preise abschrecken.
Wen man den einschlägigen Quellen glaubt, benötigt man für ein E-Auto nur 10% der Teile eines Verbrenners. Ich empfinde deshalb trotz Akku die Preise viel zu hoch. Tesla hat es schon vor Jahren in den USA vorgemacht, dass es auch billiger geht.
Meine private Behauptung: Wenn die chinesischen Modelle, die dort bereits alltagstauglich laufen, erst unseren Markt überschwemmen, wird es wie bei Computern Anfang der 90er Jahre bald keine Modelle mehr aus Deutschland geben.
Ich kann viele Argumente hier nachvollziehen, finde auch die Testdaten interessant, fahre schon immer deutsche Autos, aber bei 80.000 € und mehr hört der Spaß auf-gesehen bei AUDI, wurde auch noch als "normal" angepriesen...der vergleichbare Verbrenner liegt bei knapp unter 50.000 € . Das ist auch viel Geld.
Mattsze
25.12.2020, 16:16 Uhr
Die Infrastruktur ist durchaus ein Thema
Ich bezahle 0,28€ pro kWh an der normalen Steckdose, an der normalen Ladesäule und aktuell Ionity Schnellladern an den Autobahn Raststätten. Die anderen Schnelllader kosten mich 0,38€ pro kWh; diese meide ich aber erfolgreich. Auf der Darre habe ich sie nur für den Beitrag hier getestet. Das summiert sich auf 8,40€ pro 100km; also ca. 7L Diesel. Das Vergleichsfahrzeug zum EQC400 ist ein GLC400d; der liegt bei etwas über 7L im Verbrauch.
Ein Renault Zoe verbraucht 18kWh/100km. Das ergibt als Vergleich 4,2L Diesel/100km. Vergleichsfahrzeuge gibts viele; manche sind besser...andere nicht.
Ich nutze den EnBW ADAC Tarif und Mercedes Me für Ionity. Ich habe bisher alle Ladesäulen, außer die der Firma Heldele, nutzen können und das bundesweit, immer zum gleichen Preis und das auch an Ostern und Weihnachten wenn der Spritpreis explodiert. Bei ALDI Süd lade ich übrigens aktuell kostenlos beim Einkauf.
Ich bezahle die nächsten 10 Jahre keine KFZ-Steuer. Inklusive der ganzen Zuschüssen auf den Kauf und z.B. der Installation von Wallboxen kommt man nicht teurer.
Aber ja das System hat Grenzen; aber die sind bei den Autos weniger kritisch als in der Infrastruktur. Ein Porsche Taycan läd mehr als doppelt so schnell zum EQC; aber das muss auch eine Ladesäule erstmal können. Natürlich sind das beide keinen normalen Fahrzeuge. Aber der erste Benziner und Diesel wurde auch nicht im Kompaktsegment eingeführt. Viele hier erinnern sich sicher noch an den ersten Full HD TV der weit über 20.000€ kostete. So ist es mit neuen Technologien. Sie müssen sich im begrenzten Maß entwickeln bevor sie in alle Bereichen etabliert werden können.
Wer daheim oder auf Arbeit laden kann; der findet in der E-Mobilität die mit Abstand entspanteste Art zu fahren. Bei 70km Arbeitsweg musste ich früher jede oder jede zweite Woche tanken. Dafür musste ich einen Umweg fahren, manchmal anstehen, roch danach nach Sprit und hab gefroren beim Tankvorgang. Heute steht immer ein voller Wagen vor der Tür. Nebenbei im Winter vorgeheizt und im Sommer klimatisiert. Dafür halte ich gern bei den langen Fahrten über 300km mal an und hol mir Kaffee.
Wenn Ladesäulen flächendecken sind; erst dann sind E-Autos eine 100% Alternative.
Mattsze
25.12.2020, 16:40 Uhr
kurze Ergänzung...
vielleicht noch eine kurze Ergänzung, um Missverständnissen vorzubeugen:
Man muss keinen Ladevorgang bis 100% ausführen; man kann immer stoppen. Wenn 30 km bis zum Ziel fehlen; dann reichen weniger als 10min an der Ladestation aus. Oder man fährt eben etwas langsamer und kommt trotzdem an.
Am Ziel wartet man ja nicht an der Ladesäule; der Tankvorgang wird nicht begleitet beim Elektroauto. Das macht man in einem Test, aber nicht in der Realität.
Wenn ich persönlich nicht zu Hause lade, dann kaufe ich parallel ein, gehe manchmal einen McFlurry essen (da neben meinen typischen McDonalds Ladesäulen sind) oder lad manchmal auch bei Freunden/Verwandten, die ich besuche; zumindest in normalen Zeiten. Da das Auto ja anzeigt, was er geladen hat, kann ich denen das Tank-Geld dann einfach wiedergeben. Selbst neben meinem Tierarzt steht eine Säule; da sitz ich ne Stunde im Wartezimmer (in Corona Zeiten warte ich vor der Tür) und das Auto läd draußen.
Ein Verbrenner wird heute einmal vollgetankt, wenn er fast leer ist. In Zukunft wird Laden ein in den Alltag integrierter Vorgang sein; auch wenn das sicherlich schwer vorstellbar ist auf Grund der aktuellen Routinen. Denn Stecker rein und das System zahlt automatisch, ist weniger Aufwand als ein Parkticket besorgen. Man darf sich das nicht wie klassisches Tanken vorstellen, welches übrigens auch selten nur 5 min dauert, da man danach noch zahlen muss und auf langen Touren oft noch länger anhält; vielleicht vorher nochmal umparken muss, um die Säule nicht zu blockieren. Das Auto steht eh; warum dann nicht mit Stecker drin :)
Frank Tabatt
25.12.2020, 18:40 Uhr
Elektroauto im Winter
Ich finde den Test auf jeden Fall gut , bitte auch mal ein Auge drauf halten wie es mit den normalen Fahrzeugfunktionen ( Heizen ,Lüften, Radio usw.) aussieht , auch das kostet Strom und besonders wenn es nun kalt wird. Wie lange hält ein Elektroauto im Stau durch , wenn man nicht erfrieren möchte ?
Psychoanalytiker
25.12.2020, 19:26 Uhr
Wenn mancher Kommentator...
... keine KFZ-Steuer zahlt, mag dies seine "Erfüllung" sein. Meine "Erfüllung" ist es, kein Geld für ein E-Auto auszugeben. Für die Mehrausgabe (Preis) gegenüber (m)einem Diesel, kann ich lange Zeit Steuern und Kraftstoff zahlen und bin dann am Zielort, wenn ich es will. Ich kann tanken und weiterfahren, friere komischer Weise nicht an der Tankstelle, kann sämtliche Strom-Verbraucher anstellen, ohne Angst zu bekommen, dass ich nicht, oder nur mit langer Wartezeit an einer Ladesäule "auftanken" muss. Gleichzeitig kann ich mich darüber "freuen", dass meine "Gesamt-Reisezeit" insgesamt kürzer ist, wie der E-Autofahrer alleine an der Ladesäule braucht (hier z.B. 55 Minuten für 50 Prozent mittels Schnelladung) bevor er überhaupt abfahren kann.
Dennoch Dank für den Versuch, mir eine Antriebsform schmackhaft machen zu wollen, von der ich NICHTS, aber auch GARNICHTS halte ...
PS: Ich stehe Neuerungen sehr, sehr positiv gegenüber, aber ich mache nicht jeden "Mist" mit. Insbesondere dann nicht, wenn Dinge postiv beworben werden (sollen), die zu viele Risiken und Nebenwirkungen (Kinderarbeit) beinhalten.
bseplus
26.12.2020, 08:18 Uhr
E-Auto im Winter-Stau
Gestern Abend hatte ich zufällig das "Glück", den Winter-Stau zu simulieren: ich musste meine Tochter zum Notarzt fahren, aber musste draußen im Auto warten. Die Heizung habe ich auf 21° eingestellt und die Sitzheizung auf die kleinste Stufe. Die Heizung meines Autos läuft mit 1,2kW.
Nach etwa 45 Minuten kam meine Tochter wieder zum Auto. Ich habe in dieser Zeit etwas Youtube geschaut und Musik gehört (Internetradio). Der Akkustand ist in dieser Zeit um 3% gesunken. Da ich noch 60% im Akku hatte, als ich ankam, hätte ich also fast 15 Stunden dort so wartend verbringen können. Bei kälteren Temperaturen etwas weniger.
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