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Einfach mal testen: Mercedes EQC 400 (4)

Wer die Wahl hat, der hat auch die Qual

Donnerstag, 24. Dezember 2020, 19:00 Uhr
Wenn über Elektroautos berichtet wird, ist in den meisten Fällen von Tesla die Rede. Aber auch die deutschen Premiumhersteller haben das Elektroauto für sich und ihre Kunden entdeckt. Die nnz hat dies zum Anlass genommen, für die nächsten Tage ein „pures“ Elektroauto zu testen. Die Autohaus Peter Gruppe hat hierfür einen Mercedes EQC 400 zur Verfügung gestellt...

Ladepark im Krug (Foto: nnz) Ladepark im Krug (Foto: nnz)
Der Tag heute sollte davon geprägt sein, einzelne Ladestationen in Nordhausen zu erkunden und zu testen.

Auf Grund eines Hinweises auf den gestrigen Artikel wurde die App mobility+ heruntergeladen und auch das Mercedeseigene System zeigte mehrere Ladestationen in Nordhausen an. Entschieden wurde sich letzten Endes für die Ladestation im Gewerbegebiet „Im Krug“ an der alten B 80 in Richtung Bielen und als weitere Ladestation die öffentliche Schnelladestation in der Wilhelm Carl-Schreiber-Straße am Darrweg entschieden.

Als erstes wurde die Ladestation „Im Krug“ angefahren, da – wichtig für einen Mercedesfahrer – der Strom gratis (noch) sein sollte. An der Station angekommen, wurden drei Ladesäulen mit jeweils zwei Lademöglichkeiten vorgefunden. Davon war leider eine Säule außer Betrieb, sollte dem Tankvorhaben jedoch keinen Abbruch tun. An den anderen zwei Ladesäulen konnten für die öffentliche Nutzung nur jeweils eine Lademöglichkeit genutzt werden.

Hier ist Geduld gefragt (Foto: nnz) Hier ist Geduld gefragt (Foto: nnz)
Ein weiteres Problem, was gegen eine zügige Betankung stand, war der Umstand, dass die verbliebenen Lademöglichkeiten schon benutzt wurden. Also hieß es anstellen und warten. Knapp 20 Minuten später war es dann soweit, dem kostenlosen Ladevorgang stand nichts mehr im Weg.

Tankklappe auf, Stecker rein und los konnte es gehen. Gespannt ging der Blick auf die Anzeige an der Säule was diese wohl für Informationen bereithalten würde.
Der Informationen sind für einen Anfänger in Sachen Elektromobilität absolut nachvollziehbar. Nur waren diese enttäuschend oder vielleicht auch nur gewöhnungsbedürftig.

Für eine Zuführung von Strom in Höhen 44 Prozentpunkte (36 zu 80 Prozent) zeigte die Anzeige eine Dauer von 145 Minuten an. Was allerdings an der sehr schwachen Leistung der Anlage lag. Diese hätte eine maximale Leistung von 50 kW, stellte allerdings lediglich 21 kW zur Verfügung. Zum Glück sollte dies nur ein Test werden und eine vollständige Ladung war nicht notwendig.

Nach 43 Minuten wurde der Tankvorgang beendet. Nach dieser Zeit waren 18 Prozentpunkte Strom mehr im Tank. Dies würde für eine Tour bis zum Kyffhäuser reichen. Insgesamt ein sehr überschaubares Ergebnis für eine Stunde an der Ladesäule. Jedoch, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Am Nachmittag wurde – um das Auto einmal vollzutanken – die Schnellladestation am Darrweg aufgesucht. Wie schon erwähnt, wurde hierzu eine entsprechende App heruntergeladen. Die Bedienung der Ladestation war auch sehr verständlich. Handy an die Ladesäule halten, QR-Code scannen und los konnte es gehen.

Power gab es am Nordhäuser Darrweg (Foto: nnz) Power gab es am Nordhäuser Darrweg (Foto: nnz)
Die Powerstation sollte ihrem Namen tatsächlich alle Ehre machen. Im Vergleich zu 21 kW wurden hier zwischen 49 und 51 kW zugeführt. Dies führte dazu, dass für 50 Prozentpunkte Strom (44,6 kWh) knapp 55 Minuten notwendig waren. In diese Zeitspanne fällt auch die Tatsache, dass die letzten 20 Prozentpunkte (80 – 100) mit nur 20 kW zugeführt wurden. Im Ergebnis ein sehr gutes Ergebnis. Diesmal war die „Betankung“ jedoch nicht gratis. Insofern wurden für die zugeführte Menge an Strom 21,32 Euro in Rechnung gestellt.

Um einen halbwegs seriösen Überblick über die Kosten und zu erzielende Fahrtstrecke zu bekommen, steht morgen eine Tour nach Halle und zurück an. Danach wird das Fahrzeug wieder vollgetankt. Als Begleitung wird uns ein annährend ähnliches Fahrzeug begleiten, um ein Gefühl für das Kostenverhältnis zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor zu bekommen. Könnte interessant werden…
Christian Greiner
Autor: psg

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