Mo, 07:00 Uhr
21.12.2020
Menschen im Corona-Jahr
Schachtbau-Chef: "Wir hatten ein tolles Jahr!"
In unserer Reihe Menschen im Corona-Jahr wollen wir Ihnen hier bis zum Jahresende täglich Leserinnen und Leser aus den verschiedensten Lebens- und Arbeitsumständen vorstellen und nach ihrer rückblickenden Sicht auf dieses ganz spezielle Jahr 2020 befragen… Heute: Michael Seifert
Michael Seifert vor historischen Aufnahmen der Schachtbau-Gründer (Foto: nnz)
Ja, es war doch schon ein außergewöhnliches Jahr, dieses 2020”, sagt der Sprecher der Geschäftsführung der Schachtbau Nordhausen GmbH, Michael Seifert. Wer da nun - mit Corona im Hinterkopf - nur an schlechte Nachrichten aus dem größten produzierenden Unternehmen im Landkreis Nordhausen denkt, der liegt falsch. Teilweise zumindest.
Natürlich müssen die Schachtbauer mit der Pandemie aus- und zurechtkommen. Seit April dieses Jahres realisieren wir Kurzarbeit mit Augenmaß, müssen aber auch im Bereich Maschinenbau als Zulieferer für die Bauer Maschinen-Gruppe einen Umsatzrückgang von 15 Millionen Euro hinnehmen.” Unterm dicken Strich steht bei Schachtbau ein Umsatzminus von 8 Prozent gegenüber den Planungen für dieses Jahr.
Das war es dann aber auch mit den negativen News aus Nordhausen. Zum Beispiel konnten die Unternehmensfelder Bergbau, Anlagentechnik und Stahlbau mit ihrer sehr guten Auftragslage die Hälfte des Umsatzrückgangs aus dem Maschinenbau wettmachen. Fast philosophisch meint Michael Seifert: Trotz des verordneten Abstandgebotes sind wir Schachtbauer in diesen Krisenzeiten näher zusammengerückt. Dieses spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass 2020 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden wird.”
Und es geht weiter mit den good news”. Am Nordhäuser Industrieweg konstatiert man einen Auftragseingang in bislang nie dagewesener Höhe”, vor allen in den Geschäftsfeldern Stahlbau, Anlagentechnik und Bergbau. Der Blick ins nächste Jahr ist ähnlich positiv besetzt, auch dort erreicht der Auftragsbestand bis jetzt schon Rekordniveau. Der aktuelle Leuchtturm schlechthin ist der Auftrag für den Bau des Förderturms am Schacht Konrad 2”, der allein mit 48 Millionen Euro zu Buche schlägt. Auch die Geschäfte in Kasachstan laufen sehr gut und: Wir haben in diesem Jahr wiederum 35 neue Azubis eingestellt”, freut sich Seifert und sagt resümierend: Wir hatten ein tolles Jahr”.
Und Corona? Unter den derzeit 950 Beschäftigten gab es bislang lediglich zwei Infektionen, die - betrieblich gesehen - keine Auswirkungen hatten. Das Gleiche gilt für die wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aufgrund von Kontakten außerhalb der Firma in Quarantäne mussten. Glück gehabt oder gibt es einen Grund dafür, wollen wir wissen? Einerseits haben wir alle erforderlichen Maßnahmen und Hygienekonzepte konsequent umgesetzt. Das betrifft sowohl die Verwaltung als auch die Produktion, wir haben im Speisesaal die Zahl der Tische reduziert, haben die Kantinenzeiten verlängert, haben unseren Caterer unterstützt und wir haben - trotz der Pandemie - den geringsten Krankenstand seit sieben Jahren in unserem Unternehmen zu verzeichnen”, berichtet Michael Seifert nicht ohne Stolz in der Stimme, der fest davon ausgeht, dass die gesamte Schachtbau-Mannschaft in diesem Jahr noch ein Stück weiter zusammengewachsen ist.
Aktuellster Beleg dafür ist die sehr große Anteilnahme der Belegschaft für den kleinen Leopold, dessen Vater und Opa im Unternehmen arbeiten. So hatten zum Beispiel die unmittelbaren Arbeitskollegen für Leopold gesammelt und konnten mehr als 1.000 Euro übergeben. In der Weihnachts- und Neujahrspost an Geschäftsfreunde, aber auch an die Schachtbau-Senioren ist ein Flyer enthalten, in dem auf die Aktion für Leopold aufmerksam gemacht wird. Und für fünf Euro verkauft das Unternehmen ein Mini-Arschleder. Auch hier soll der Erlös zu 100 Prozent auf das Spendenkonto gehen.
Ja, auch für die Schachtbauer war es ein etwas anderes Jahr. Aber: Es hat gelehrt, dass auch und vielleicht gerade in einem Unternehmen mit einer sehr langen Tradition der Zusammenhalt eine der Garantien des Erfolges sein kann. Zusammenhalt gibt es bei den Schachtbauern und mit der Tradition müssen sie sich ebenfalls nicht verstecken - in drei Jahren soll das 125jährige Jubiläum in Nordhausen gefeiert werden.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg
Michael Seifert vor historischen Aufnahmen der Schachtbau-Gründer (Foto: nnz)
Ja, es war doch schon ein außergewöhnliches Jahr, dieses 2020”, sagt der Sprecher der Geschäftsführung der Schachtbau Nordhausen GmbH, Michael Seifert. Wer da nun - mit Corona im Hinterkopf - nur an schlechte Nachrichten aus dem größten produzierenden Unternehmen im Landkreis Nordhausen denkt, der liegt falsch. Teilweise zumindest.
Natürlich müssen die Schachtbauer mit der Pandemie aus- und zurechtkommen. Seit April dieses Jahres realisieren wir Kurzarbeit mit Augenmaß, müssen aber auch im Bereich Maschinenbau als Zulieferer für die Bauer Maschinen-Gruppe einen Umsatzrückgang von 15 Millionen Euro hinnehmen.” Unterm dicken Strich steht bei Schachtbau ein Umsatzminus von 8 Prozent gegenüber den Planungen für dieses Jahr.
Das war es dann aber auch mit den negativen News aus Nordhausen. Zum Beispiel konnten die Unternehmensfelder Bergbau, Anlagentechnik und Stahlbau mit ihrer sehr guten Auftragslage die Hälfte des Umsatzrückgangs aus dem Maschinenbau wettmachen. Fast philosophisch meint Michael Seifert: Trotz des verordneten Abstandgebotes sind wir Schachtbauer in diesen Krisenzeiten näher zusammengerückt. Dieses spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass 2020 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden wird.”
Und es geht weiter mit den good news”. Am Nordhäuser Industrieweg konstatiert man einen Auftragseingang in bislang nie dagewesener Höhe”, vor allen in den Geschäftsfeldern Stahlbau, Anlagentechnik und Bergbau. Der Blick ins nächste Jahr ist ähnlich positiv besetzt, auch dort erreicht der Auftragsbestand bis jetzt schon Rekordniveau. Der aktuelle Leuchtturm schlechthin ist der Auftrag für den Bau des Förderturms am Schacht Konrad 2”, der allein mit 48 Millionen Euro zu Buche schlägt. Auch die Geschäfte in Kasachstan laufen sehr gut und: Wir haben in diesem Jahr wiederum 35 neue Azubis eingestellt”, freut sich Seifert und sagt resümierend: Wir hatten ein tolles Jahr”.
Und Corona? Unter den derzeit 950 Beschäftigten gab es bislang lediglich zwei Infektionen, die - betrieblich gesehen - keine Auswirkungen hatten. Das Gleiche gilt für die wenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aufgrund von Kontakten außerhalb der Firma in Quarantäne mussten. Glück gehabt oder gibt es einen Grund dafür, wollen wir wissen? Einerseits haben wir alle erforderlichen Maßnahmen und Hygienekonzepte konsequent umgesetzt. Das betrifft sowohl die Verwaltung als auch die Produktion, wir haben im Speisesaal die Zahl der Tische reduziert, haben die Kantinenzeiten verlängert, haben unseren Caterer unterstützt und wir haben - trotz der Pandemie - den geringsten Krankenstand seit sieben Jahren in unserem Unternehmen zu verzeichnen”, berichtet Michael Seifert nicht ohne Stolz in der Stimme, der fest davon ausgeht, dass die gesamte Schachtbau-Mannschaft in diesem Jahr noch ein Stück weiter zusammengewachsen ist.
Aktuellster Beleg dafür ist die sehr große Anteilnahme der Belegschaft für den kleinen Leopold, dessen Vater und Opa im Unternehmen arbeiten. So hatten zum Beispiel die unmittelbaren Arbeitskollegen für Leopold gesammelt und konnten mehr als 1.000 Euro übergeben. In der Weihnachts- und Neujahrspost an Geschäftsfreunde, aber auch an die Schachtbau-Senioren ist ein Flyer enthalten, in dem auf die Aktion für Leopold aufmerksam gemacht wird. Und für fünf Euro verkauft das Unternehmen ein Mini-Arschleder. Auch hier soll der Erlös zu 100 Prozent auf das Spendenkonto gehen.
Ja, auch für die Schachtbauer war es ein etwas anderes Jahr. Aber: Es hat gelehrt, dass auch und vielleicht gerade in einem Unternehmen mit einer sehr langen Tradition der Zusammenhalt eine der Garantien des Erfolges sein kann. Zusammenhalt gibt es bei den Schachtbauern und mit der Tradition müssen sie sich ebenfalls nicht verstecken - in drei Jahren soll das 125jährige Jubiläum in Nordhausen gefeiert werden.
Peter-Stefan Greiner


