Fr, 17:00 Uhr
18.12.2020
Abschied nach 21 Jahren
Andreas Heise übergibt an Marktgilde
Kennen Sie die Deutsche Marktgilde? Ist nicht schlimm, denn das Unternehmen aus Eschenburg wird ab dem kommenden Jahr für die Märkte zwischen den beiden Rathäusern in Nordhausen verantwortlich sein...
Andreas Heise übergibt nach 21 Jahren an Katrin Schiel (Foto: nnz)
In Nordhausen ist am Mittag offiziell eine Ära zu Ende gegangen. Marktmeister Andreas Heise hatte den Staffelstab in Form einer Sektflasche der heimischen Marke an Katrin Schiel übergeben.
Katrin Schiel ist Prokuristin der Deutschen Marktgilde. Die Zentrale des bundesweit agierenden Unternehmens ist im hessischen Eschenburg zu finden. Eigenen Angaben zufolge gibt es sechs Niederlassungen, die in Dresden ist nun auch zuständig für den Markt in Nordhausen. Damit sind es vier Kommunen in Thüringen, 35 bundesweit, die ihre Märkte aus der regionalen Verantwortung auf ein überregionales Unternehmen übertragen haben. Kritiker sagen, man habe sich der Märkte entledigt.
Und wie das funktionieren soll, einen Markt in Nordhausen aus dem fernen Eschenburg oder dem fernen Dresden zu organisieren, das verriet Frau Schiel heute Mittag auch. Man werde lokale Marktleiter beschäftigen, die sich um das Notwendigste kümmern: Zum Beispiel die Einweisung der Händler übernehmen, diese beraten, für den Strom sorgen, immer ein offenes Ohr für Probleme oder Anregungen haben und natürlich die Abrechnung übernehmen.
Rentner mit Smartphone gesucht (Foto: privat)
Vorzugsweise seien diese Marktleiterjob auf Minijob-Basis an Rentner zu vergeben, erläuterte Katrin Schiel, auf 450-Euro-Basis. Heute schon wolle sie sich mit "zwei oder drei Bewerbern" auf die inserierte Offerte treffen und fügte hinzu: "Das Beste wäre, sie würden von ihrem Fenster aus den Markt sehen", was allerdings scherzhaft gemeint war, jedoch zwingend erforderlich seien eine eigene Mail-Adresse und ein eigenes Smartphone, wie der obigen Anzeige zu entnehmen ist. Darüber hinaus werde auch Frau Schiel "öfter vor Ort" sein.
Das Konzept von Andreas Heise wolle die Marktgilde übernehmen, das bisherige Sortiment wird mit "gut" bewertet. Auch die Händler sollen weiter Markt halten können, wenn auch zu anderen Konditionen. Während bei Heise nach laufenden Metern Standfläche abrechnet wurde, so muss ab nächstem Jahr nach Quadratmeter Standfläche bezahlt werden.
Warum die Stadtverwaltung die Organisation der Wochenmärkte nicht einem lokalen Interessenten übertragen hatte, wollte die nnz von der Pressestelle des Rathauses wissen. Eine Antwort bleiben die Verwalter bis zur Freischaltung des Artikels schuldig. Kritik hingegen gibt es schon - zum Beispiel aus der SPD-Fraktion. Es habe mehrere Bewerber - unter anderem auch aus der Händlerschaft - gegeben, doch das sei für die jetzige Verwaltungsspitze vermutlich egal. Hauptsache weit weg und außerhalb der Region, war da zu hören. Vermutlich solle das Geld nicht in der Region bleiben.
Ähnlich sieht es auch die Fraktion der CDU: "Wir hätten es gern gesehen, wenn ein hiesiger Bewerber des Zuschlag bekommen hätte. Auch sehen wir die Beschäftigung eines Rentners als Marktleiter zu Konditionen eines Minijob nicht geeignet, um damit die tatsächlich anfallende Arbeitszeit abzugelten. Wir hätten die Vergabe an einen auswärtigen Bewerber unterstützt, wenn es keinen aus der Region gegeben hätte, sagte Steffen Iffland der nnz.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg
Andreas Heise übergibt nach 21 Jahren an Katrin Schiel (Foto: nnz)
In Nordhausen ist am Mittag offiziell eine Ära zu Ende gegangen. Marktmeister Andreas Heise hatte den Staffelstab in Form einer Sektflasche der heimischen Marke an Katrin Schiel übergeben.
Katrin Schiel ist Prokuristin der Deutschen Marktgilde. Die Zentrale des bundesweit agierenden Unternehmens ist im hessischen Eschenburg zu finden. Eigenen Angaben zufolge gibt es sechs Niederlassungen, die in Dresden ist nun auch zuständig für den Markt in Nordhausen. Damit sind es vier Kommunen in Thüringen, 35 bundesweit, die ihre Märkte aus der regionalen Verantwortung auf ein überregionales Unternehmen übertragen haben. Kritiker sagen, man habe sich der Märkte entledigt.
Und wie das funktionieren soll, einen Markt in Nordhausen aus dem fernen Eschenburg oder dem fernen Dresden zu organisieren, das verriet Frau Schiel heute Mittag auch. Man werde lokale Marktleiter beschäftigen, die sich um das Notwendigste kümmern: Zum Beispiel die Einweisung der Händler übernehmen, diese beraten, für den Strom sorgen, immer ein offenes Ohr für Probleme oder Anregungen haben und natürlich die Abrechnung übernehmen.
Rentner mit Smartphone gesucht (Foto: privat)
Vorzugsweise seien diese Marktleiterjob auf Minijob-Basis an Rentner zu vergeben, erläuterte Katrin Schiel, auf 450-Euro-Basis. Heute schon wolle sie sich mit "zwei oder drei Bewerbern" auf die inserierte Offerte treffen und fügte hinzu: "Das Beste wäre, sie würden von ihrem Fenster aus den Markt sehen", was allerdings scherzhaft gemeint war, jedoch zwingend erforderlich seien eine eigene Mail-Adresse und ein eigenes Smartphone, wie der obigen Anzeige zu entnehmen ist. Darüber hinaus werde auch Frau Schiel "öfter vor Ort" sein.
Das Konzept von Andreas Heise wolle die Marktgilde übernehmen, das bisherige Sortiment wird mit "gut" bewertet. Auch die Händler sollen weiter Markt halten können, wenn auch zu anderen Konditionen. Während bei Heise nach laufenden Metern Standfläche abrechnet wurde, so muss ab nächstem Jahr nach Quadratmeter Standfläche bezahlt werden.
Warum die Stadtverwaltung die Organisation der Wochenmärkte nicht einem lokalen Interessenten übertragen hatte, wollte die nnz von der Pressestelle des Rathauses wissen. Eine Antwort bleiben die Verwalter bis zur Freischaltung des Artikels schuldig. Kritik hingegen gibt es schon - zum Beispiel aus der SPD-Fraktion. Es habe mehrere Bewerber - unter anderem auch aus der Händlerschaft - gegeben, doch das sei für die jetzige Verwaltungsspitze vermutlich egal. Hauptsache weit weg und außerhalb der Region, war da zu hören. Vermutlich solle das Geld nicht in der Region bleiben.
Ähnlich sieht es auch die Fraktion der CDU: "Wir hätten es gern gesehen, wenn ein hiesiger Bewerber des Zuschlag bekommen hätte. Auch sehen wir die Beschäftigung eines Rentners als Marktleiter zu Konditionen eines Minijob nicht geeignet, um damit die tatsächlich anfallende Arbeitszeit abzugelten. Wir hätten die Vergabe an einen auswärtigen Bewerber unterstützt, wenn es keinen aus der Region gegeben hätte, sagte Steffen Iffland der nnz.
Peter-Stefan Greiner

