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Di, 07:00 Uhr
29.12.2020
Menschen im Corona-Jahr

Das "Gute" am "Schlechten"

In unserer Reihe „Menschen im Corona-Jahr“ wollen wir Ihnen hier bis zum Jahresende täglich Südharzerinnen und Südharzer aus den verschiedensten Lebens- und Arbeitsumständen vorstellen und nach ihrer rückblickenden Sicht auf dieses ganz spezielle Jahr 2020 befragen. Heute: Andreas Gerbothe

Andreas Gerbothe vor der Gemeindeverwaltung in Klettenberg (Foto: nnz) Andreas Gerbothe vor der Gemeindeverwaltung in Klettenberg (Foto: nnz)
Seit fast 12 Jahren ist Andreas Gerbothe Bürgermeister von Hohenstein. Die Einheitsgemeinde mit ihren neun Ortsteilen wird seit dem ehrenamtlich von dem 52jährigen “regiert”. In dieser Zeit erlebte auch Andreas Gerbothe so einiges, doch das “Corona-Jahr” stellte und stellt alles Bisherige in den Schatten. So zum Beispiel - ganz aktuell, dass sich seine mittlerweile zweite Amtszeit bis in den Herbst den nächsten Jahres hinein verlängern könnte.

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“Es war schon eine außergewöhnliche Zeit, wir mussten als Gemeinde zwei Kindergärten am Laufen halten, musste unsere Grundschule in Klettenberg räumlich so entzerren, damit der geforderte Gruppenunterricht gewährleistet war und schickten die halbe Verwaltung ins Homeoffice”, beschreibt Gerbothe die zurückliegenden Monate. Mit den Terminen der Gemeinderatssitzung hatte man in Hohenstein Glück, die mussten im ersten Lockdown nicht abgesagt und verschoben werden.

Wenn es das “Gute am Schlechten” tatsächlich gibt, dann ist es für den Bürgermeister der Umstand, dass mitunter mit weniger Sitzungen und Konferenzen, Treffen und Meetings zum Teil mehr erreicht werden konnte, als das bis dahin der Fall war. Andreas Gerbothe weiß, wovon er spricht, denn neben den Mitgliedschaften als Bürgermeister im Gemeinde- und Städtebund, im Wasserverband Nordhausen, ist er von Berufs wegen Mitglied im Verwaltungsrat des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen, des Meisterprüfungsausschusses im Landwirtschaftsamt Bad Frankenhausen oder innerhalb des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft in beratender Funktion für das verantwortliche Ministerium tätig.

Viel zu tun für einen Menschen, der hauptamtlich Bauer ist. Rund 1.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche und 250 Tiere in den Ställen sowie fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einschließlich eines Azubis sind es, um die sich Gerbothe und sein wirtschaftlicher Partner kümmern müssen. “Obwohl unser Betrieb hinsichtlich Corona kaum Einschränkungen zu verzeichnen hatte, müssen wir in diesem Jahr einen Milchpreis von 33 Cent je Liter akzeptieren, das sind zwei Cent weniger. Hintergrund sind zum größten Teil geschlossene Gaststätten”, konstatiert der Mann.

Wenn man sich schon mit einem Landwirt unterhält, dann kommt man nahezu zwangsläufig auf die Auswirkungen der trockenen Sommer zu sprechen. “Aus meiner Sicht kann ich da kein Katastrophenszenario zeichnen. Auf unseren Feldern war es wie mit dem Blumen gießen auf dem Friedhof. Es reichte, damit die Pflanzen nicht vertrocknen. Auch das Getreide konnte sich ernähren. Allerdings konnte durch die geringe Niederschlagsmenge kein normaler Spiegel im Grundwasser aufgebaut werden. Mit zum Teil verheerenden Folgen, vor allem für den Wald”, erzählt Gerbothe.

Für den Familienbetrieb hatte er sofort nach der Wende die wirtschaftliche Verantwortung übernommen. Für die Geschicke der Gemeinde Hohenstein seit nunmehr 12 Jahren die politische. Und das will er auch weiterhin tun, er kandidiert für die Wahl des ehrenamtlichen Bürgermeisters - irgendwann dann im nächsten Jahr. So Corona will...
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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Kommentare
harz59
29.12.2020, 08:13 Uhr
Was macht ein
…. hauptberuflicher "Bauer" von Berufs wegen im Verwaltungsrat des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen?
Das erschließt sich mir nicht !?
Paulinchen
29.12.2020, 09:27 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrages
Boris Weißtal
29.12.2020, 13:57 Uhr
Wenigstens ehrlich
Herr Gerbothe hat wenigstens offen angegeben was er macht und kann. Bei anderen ist es nicht so. Da wurde aus einem Schlosser ein Lokführer, aus einer Maniküre eine Betriebswirtin, aus einem ungelertem Studienabbrecher ein Kommunaler Betriebsleiter, aus einem Fachhochschulabsolvent ein Doktor, aus einer Blondine (andere Qualifikationen sind nicht bekannt) eine "Flüchtlingskoordinatorin", aus einer Studienabbrecherin eine Landtagsabgeordnete usw...
Hauptsache das Parteibuch stimmt, der Proporz der Klüngler wurde eingehalten und jeder dieser optisch Beförderten bekommt sein Stück vom Kuchen, gebacken vom Nordhäuser Steuerzahler, ab.
Qualifikation? Öffentliche Ausschreibungen? Bestrafungen für die Angabe falscher Titel?
Fehlanzeige!!!
Aber in Nordhausen klappt das halt seit Jahren...
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