Mo, 17:00 Uhr
14.12.2020
Nachgefragt (2)
Ausgepresst und abgefüllt
Hanfanbau im Landkreis Nordhausen - das war schon eine Nachricht, damals, Ende Juli. Wir besuchten zum ersten Mal Meyers Landleben in Windehausen und berichteten mehrfach über das "Experiment" der Familie mit dem Anbau von Nutzhanf. Heute haben wir wieder nachgefragt...
Ausgepresst und abgefüllt. Im Hintergrund der Presskuchen, der zu Mehl gemahlen werden kann. (Foto: nnz)
"Wir wollen Erfahrungen sammeln", sagte Landwirt Markus Meyer beim ersten Besuch und berichtete über das Vorhaben des Hanfanbaus auf zwei Feldern. Anfang September dann der zweite Besuch, da war die Ernte von rund drei Tonnen Hanfkörner eingebracht.
Mittlerweile ist die Ernte verarbeitet. Die damals noch gesuchte Ölmühle fanden die Meyers in der Pfalz. Dort wurden die Nüsse kalt gepresst, eine Zeit verging, ehe sich die Schwebstoffe absetzen und das Abfüllen in Flaschen zu je 250 Milliliter begann. Einen ersten Abnehmer hatte die Bauerfamilie aus der Goldenen Aue bereits akquiriert, die Firma Pichler aus Nordhausen.
Der Hanfanbau war, wie bereits mehrfach beschrieben, ein Experiment. Ein Experiment, an dem die komplette Familie und sogar Gäste der Ferienwohnung mitwirkten. Letztere hatten zum Beispiel das Etikett entworfen, das in Handarbeit auf die ersten 100 Flaschen geklebt wurde. Insgesamt sind 2.000 Flaschen mit Hanföl aus Anbau und Ernte "entstanden".
Das aber ist längst noch nicht alles, was der Meyersche Hanf hergab. Zum Beispiel den Presskuchen, also all das, was nicht verflüssigt wurde. Dieser "Kuchen" kann gemahlen und bis zu zehn Prozent dem normalen Weizenmehl zugesetzt werden. "Das Tolle an dieser Pflanze ist der Umstand, dass nahezu alles verarbeitet werden kann. Das Öl aus den Blüten kann als medizinischer Wirkstoff verwendet werden, die Stegel zu Dämmmaterial, die Nüsse zu Öl und der Rest zu einem enorm eiweißhaltigen Presskuchen", schwärmt Markus Meyer.
Witzig auch der Spruch auf der Ölflasche (Foto: nnz)
Er und seine Familie hatten mit dem Experiment nicht nur so manchen Spaß und viel Freude, nein, sie gewannen auch jede Menge neue Erkenntnisse und konnten ihren Bekanntenkreis erweitern. So lernte die Familie zum Beispiel, dass aus Sicht der Vermarktung, das Öl rund drei Wochen früher, also vor dem Beginn der Adventszeit hätte marktfertig sein müssen.
Das alles soll im nächsten Jahr besser gemacht werden, denn für Markus Meyer und seine Familie steht fest, dass auch 2021 Hanf auf Feldern in der Goldenen Aue angebaut werden soll. "Wir wollen die Anbaufläche geringfügig erweitern", blickt man in Windehausen in die Zukunft. Die Vorbestellungen für das Saatgut sind fertig und das "Experiment Hanfanbau" kann in der Goldenen Aue in die nächste Runde gehen.
Wer jetzt vielleicht noch kein Geschenk für Weihnachten oder wen der Lockdown "kalt erwischt" hat, der kann bei den Meyers in Windehausen ein oder mehrere Fläschchen des Hanföls erwerben. Deren Inhalt hat viele Wirkungen, nur: High wird man damit garantiert nicht.
Peter-Stefan Greiner
Infos dazu gibt es unter 036333 - 62729, auch per Mail kann bestellt werden: meyers-landleben@t-online.de
Autor: psg
Ausgepresst und abgefüllt. Im Hintergrund der Presskuchen, der zu Mehl gemahlen werden kann. (Foto: nnz)
"Wir wollen Erfahrungen sammeln", sagte Landwirt Markus Meyer beim ersten Besuch und berichtete über das Vorhaben des Hanfanbaus auf zwei Feldern. Anfang September dann der zweite Besuch, da war die Ernte von rund drei Tonnen Hanfkörner eingebracht.
Mittlerweile ist die Ernte verarbeitet. Die damals noch gesuchte Ölmühle fanden die Meyers in der Pfalz. Dort wurden die Nüsse kalt gepresst, eine Zeit verging, ehe sich die Schwebstoffe absetzen und das Abfüllen in Flaschen zu je 250 Milliliter begann. Einen ersten Abnehmer hatte die Bauerfamilie aus der Goldenen Aue bereits akquiriert, die Firma Pichler aus Nordhausen.
Der Hanfanbau war, wie bereits mehrfach beschrieben, ein Experiment. Ein Experiment, an dem die komplette Familie und sogar Gäste der Ferienwohnung mitwirkten. Letztere hatten zum Beispiel das Etikett entworfen, das in Handarbeit auf die ersten 100 Flaschen geklebt wurde. Insgesamt sind 2.000 Flaschen mit Hanföl aus Anbau und Ernte "entstanden".
Das aber ist längst noch nicht alles, was der Meyersche Hanf hergab. Zum Beispiel den Presskuchen, also all das, was nicht verflüssigt wurde. Dieser "Kuchen" kann gemahlen und bis zu zehn Prozent dem normalen Weizenmehl zugesetzt werden. "Das Tolle an dieser Pflanze ist der Umstand, dass nahezu alles verarbeitet werden kann. Das Öl aus den Blüten kann als medizinischer Wirkstoff verwendet werden, die Stegel zu Dämmmaterial, die Nüsse zu Öl und der Rest zu einem enorm eiweißhaltigen Presskuchen", schwärmt Markus Meyer.
Witzig auch der Spruch auf der Ölflasche (Foto: nnz)
Er und seine Familie hatten mit dem Experiment nicht nur so manchen Spaß und viel Freude, nein, sie gewannen auch jede Menge neue Erkenntnisse und konnten ihren Bekanntenkreis erweitern. So lernte die Familie zum Beispiel, dass aus Sicht der Vermarktung, das Öl rund drei Wochen früher, also vor dem Beginn der Adventszeit hätte marktfertig sein müssen.
Das alles soll im nächsten Jahr besser gemacht werden, denn für Markus Meyer und seine Familie steht fest, dass auch 2021 Hanf auf Feldern in der Goldenen Aue angebaut werden soll. "Wir wollen die Anbaufläche geringfügig erweitern", blickt man in Windehausen in die Zukunft. Die Vorbestellungen für das Saatgut sind fertig und das "Experiment Hanfanbau" kann in der Goldenen Aue in die nächste Runde gehen.
Wer jetzt vielleicht noch kein Geschenk für Weihnachten oder wen der Lockdown "kalt erwischt" hat, der kann bei den Meyers in Windehausen ein oder mehrere Fläschchen des Hanföls erwerben. Deren Inhalt hat viele Wirkungen, nur: High wird man damit garantiert nicht.
Peter-Stefan Greiner
Infos dazu gibt es unter 036333 - 62729, auch per Mail kann bestellt werden: meyers-landleben@t-online.de

