Sa, 15:42 Uhr
12.12.2020
Nnz-Betrachtung von Kurt Frank
Heike Umbach bitter enttäuscht
Heike Umbach, Linke Kreistagsfraktionsvorsitzende, ist sauer: Über die AfD sowieso. Aber auch über die CDU. Hatten sie doch den Antrag ihrer Fraktion, der Kreistag möge den Landkreis zum Sicheren Hafen erklären und Flüchtlinge über den Verteilerschlüssel hinaus aufnehmen, abgelehnt...
Besagter Antrag war schon im letzten Kreistag eingebracht und dann von den Linken selbst zurückgezogen worden, da er keine Aussicht auf Zustimmung hatte. Doch die Partei gab nicht auf. Das Ansinnen stand am Dienstag erneut zur Debatte. Ohne Erfolg. Die CDU lehnte den Antrag durch Egon Primas ab. Die AfD, Andreas Leupold, war strikt dagegen. Grüne warben durch Rüdiger Neitzke dafür. FDP und SPD äußerten sich nicht.
Noch einmal am Pult, wetterte Umbach gegen die CDU. Sie erkenne das von den Christdemokraten so gepriesene C nicht mehr. Es stehe doch für Nächstenliebe. Als Christ müsse man doch dafür einstehen. Für Umbach ein unerklärliches Verhalten. Vordem wollte man schnell noch einen Absatz im Antrag streichen lassen, der da lautet: Als ein `Sicherer Hafen` erklärt sich der Landkreis Nordhausen dazu bereit, aus Seenot gerettete Menschen direkt und über den Verteilerschlüssel hinaus aufzunehmen und unterzubringen. Das Land wird aufgefordert, sich an den Kosten zu beteiligen.
Diese Formulierung hätte es Landrat Matthias Jendricke von vornherein unmöglich gemacht, dem zuzustimmen. Sie überschreite die Zuständigkeit des Kreises. Der Landrat betrachtete zudem neue Einladungen an Flüchtlinge als nicht zielführend. Man müsse sich um diejenigen, die bereits hier seien, intensiver kümmern. Da habe man noch viel zu tun.
Schließlich standen 12 Ja-Stimmen, 18 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen, womit Nordhausen kein Sicherer Hafen wird.
Heike Umbach trat daraufhin mit einem vorbereiteten Papier nach vorn und zeigte sich zutiefst enttäuscht. Der gleiche Wortlaut ((nnz informierte) wird 90 Minuten später an die Presse verschickt, während sie noch im Kreistag sitzt.
Von den Alternativen hat die Linke nichts anderes als ein Nein erwartet. Aber die CDU. Und ein Egon Primas. Forderte der doch die jungen Männer in den Lagern auf, ihr eigenes Land wieder aufzubauen und nicht in den sicheren Hafen Nordhausen zu kommen. Eine Unverschämtheit? Mitnichten! Primas sprach nur aus, was viele Leute hierzulande auch so sehen und nur unter vorgehaltener Hand äußern.
Bei aller Humanität und Nächstenliebe sollten gewisse Gutmenschen in der Flüchtlingsfrage differenzieren: Jawohl, Hilfe uneingeschränkt denen, die sie dringend benötigen – den weinenden und kranken Kindern mit ihren Müttern und leid geplagten Frauen auf griechischen Inseln. Aber es begehren auch viele andere Menschen Einlass. Sind sie uns auch alle willkommen? Wir betrachten Bilder im Fernsehen und erblicken vielfach nur junge und kräftige Männer, die aus Schlauchbooten steigen oder anderswo ankommen. Kaum eine Frau unter ihnen.
Die Frage sei erlaubt: Wer soll die geschundenen Länder dieser Männer wieder auf Vordermann bringen? Die Alten, die den Weg nach Europa nicht wagen? Fluchtursachen vermeiden, sagt auch die Linke. Hat sie eine Antwort? Manche der jungen und kräftigen Leute, die da allenthalben vor den Türen Europas stehen, sollten sich schon überlegen, ob es nicht besser wäre, in ihren Ländern selbst Hand anzulegen für ein besseres Leben. Auch wenn es schwer sein mag. Da bin ich ganz bei Egon Primas. Wenn sie das tun, beugen sie auch Fluchtursachen vor. Bemühungen, die wir nach Kräften vor Ort unterstützen sollten.
Kurt Frank
Autor: redBesagter Antrag war schon im letzten Kreistag eingebracht und dann von den Linken selbst zurückgezogen worden, da er keine Aussicht auf Zustimmung hatte. Doch die Partei gab nicht auf. Das Ansinnen stand am Dienstag erneut zur Debatte. Ohne Erfolg. Die CDU lehnte den Antrag durch Egon Primas ab. Die AfD, Andreas Leupold, war strikt dagegen. Grüne warben durch Rüdiger Neitzke dafür. FDP und SPD äußerten sich nicht.
Noch einmal am Pult, wetterte Umbach gegen die CDU. Sie erkenne das von den Christdemokraten so gepriesene C nicht mehr. Es stehe doch für Nächstenliebe. Als Christ müsse man doch dafür einstehen. Für Umbach ein unerklärliches Verhalten. Vordem wollte man schnell noch einen Absatz im Antrag streichen lassen, der da lautet: Als ein `Sicherer Hafen` erklärt sich der Landkreis Nordhausen dazu bereit, aus Seenot gerettete Menschen direkt und über den Verteilerschlüssel hinaus aufzunehmen und unterzubringen. Das Land wird aufgefordert, sich an den Kosten zu beteiligen.
Diese Formulierung hätte es Landrat Matthias Jendricke von vornherein unmöglich gemacht, dem zuzustimmen. Sie überschreite die Zuständigkeit des Kreises. Der Landrat betrachtete zudem neue Einladungen an Flüchtlinge als nicht zielführend. Man müsse sich um diejenigen, die bereits hier seien, intensiver kümmern. Da habe man noch viel zu tun.
Schließlich standen 12 Ja-Stimmen, 18 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen, womit Nordhausen kein Sicherer Hafen wird.
Heike Umbach trat daraufhin mit einem vorbereiteten Papier nach vorn und zeigte sich zutiefst enttäuscht. Der gleiche Wortlaut ((nnz informierte) wird 90 Minuten später an die Presse verschickt, während sie noch im Kreistag sitzt.
Von den Alternativen hat die Linke nichts anderes als ein Nein erwartet. Aber die CDU. Und ein Egon Primas. Forderte der doch die jungen Männer in den Lagern auf, ihr eigenes Land wieder aufzubauen und nicht in den sicheren Hafen Nordhausen zu kommen. Eine Unverschämtheit? Mitnichten! Primas sprach nur aus, was viele Leute hierzulande auch so sehen und nur unter vorgehaltener Hand äußern.
Bei aller Humanität und Nächstenliebe sollten gewisse Gutmenschen in der Flüchtlingsfrage differenzieren: Jawohl, Hilfe uneingeschränkt denen, die sie dringend benötigen – den weinenden und kranken Kindern mit ihren Müttern und leid geplagten Frauen auf griechischen Inseln. Aber es begehren auch viele andere Menschen Einlass. Sind sie uns auch alle willkommen? Wir betrachten Bilder im Fernsehen und erblicken vielfach nur junge und kräftige Männer, die aus Schlauchbooten steigen oder anderswo ankommen. Kaum eine Frau unter ihnen.
Die Frage sei erlaubt: Wer soll die geschundenen Länder dieser Männer wieder auf Vordermann bringen? Die Alten, die den Weg nach Europa nicht wagen? Fluchtursachen vermeiden, sagt auch die Linke. Hat sie eine Antwort? Manche der jungen und kräftigen Leute, die da allenthalben vor den Türen Europas stehen, sollten sich schon überlegen, ob es nicht besser wäre, in ihren Ländern selbst Hand anzulegen für ein besseres Leben. Auch wenn es schwer sein mag. Da bin ich ganz bei Egon Primas. Wenn sie das tun, beugen sie auch Fluchtursachen vor. Bemühungen, die wir nach Kräften vor Ort unterstützen sollten.
Kurt Frank


