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Mi, 14:30 Uhr
18.11.2020
Aus dem Jugendhilfeausschuss

Eine neue Kita für Woffleben

Wie geht es weiter mit dem Projekt „Jugendcheck“? Wie wird die Schulsozialarbeit im neuen Jahr finanziert? Welcher Gemeinde können Neubau- und Sanierungswünsche in Sachen Kindergarten erfüllt werden? Mit diesen Fragen befasste man sich gesternim Jugendhilfeausschuss…

Zwischenbericht zum „Jugendcheck“
Den Beginn machte man mit einem kurzen Zwischenbericht zum „Jugendcheck“. Das Modellvorhaben soll klären, inwiefern die Interessen von Jugendlichen einen deutlicheren Niederschlag in Entscheidungen der Kreisebene Beachtung finden können. Im Kern soll es darum gehen, Anträge und Beschlüsse in begrenztem Rahmen auf mögliche Auswirkungen bezüglich des jugendlichen Lebens hin zu prüfen. Entscheidungsträgern wie den Kreistagsmitgliedern sollen so mehr Informationen zugänglich gemacht werden.

Zuletzt habe man sich mit drei zentralen Fragen befasst, erklärte Dustin Hofmann, zuständiger Mitarbeiter im Jugendamt. Frage 1 - Wer hält die Zügel in der Hand? Der Kernbedarf werde im Kreistag gesehen, eine Zuständigkeit sei aber auch für kreisangehörige Städte oder eigenständige Kommunen denkbar, da die Arbeit in kleineren Gremien wahrscheinlich leichter umzusetzen wäre.

Frage 2: An wen richtet man sich? Hauptadressat wäre die Kreisverwaltung, die Ergebnisse entsprechend in die breite ihrer Strukturen tragen könne. Wo die Lebenswelt von Jugendlichen berührt wird, sollten diese auch einbezogen werden.

Frage 3: die direkte Umsetzung. Denkbar wäre eine externe, fachlich-wissenschaftliche Betreuung, etwa durch die Hochschule oder eine Begleitung durch das Jugendamt oder die Jugendkoordinatoren wobei sich hier die Frage nach der wirtschaftlichen Machbarkeit stelle. Weiterhin brauche es partizipative Methoden um eine echte Beteiligung zu ermöglichen. Zudem müsse man die Mitglieder des Kreistages weiter für das Anliegen des Jugendchecks sensibilisieren.

Der nächste Schritt sei nun eine Machbarkeitsprüfung, die klärt wer die „Schlüsselfiguren“ sein können. Ist die Prüfung erfolgt, gelte es Bedingungen zu definieren, Grenzen zu setzen und ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten.

Schulsozialarbeit 2021
Die Planungen zur Finanzierung der Schulsozialarbeit stehen im jährlichen Turnus an, so auch jetzt. Durch gestiegene Personalkosten werde das Geld in der Verteilung knapper, es gäbe aber Signale das die Stufenaufstiege von Seiten des Landes anerkannt werden, erklärte der erste Beigeordnete, Stefan Nüßle, man sei „guten Glaubens“ das dies auch geschehen werde.

Grundsätzlich könne man auf eine deutlich bessere Grundlagen bauen als in der Vergangenheit, da man nicht mehr „auf Abruf“ planen müsse. Vielmehr seien die Summe gesetzlich fixiert worden. Der Kreis erhält demnach rund 45.000 Euro weniger als gewünscht, will die Mindereinnahmen aber durch einige Kürzungen ausgleichen. Zudem hoffe man noch auf einen „Nachschlag“ im neuen Jahr, so Nüßle, wenn das Land nachlegt, wäre es nicht das erste Mal.

Neuer Kindergarten für Woffleben
Bund und Land greifen für dieses und das kommende Jahr ins Staatsäckel um Sanierung und Neubau von Kindergärten voran zu bringen. Aus dem Maßnahmepaket des Bundes erhält der Landkreis Nordhausen rund 919.000 Euro sowie eine Dreingabe des Landes zum gleichen Zweck in Höhe von 102.000 Euro.

Die Entscheidung, wer wieviel von diesem Kuchen abbekommt, ist inzwischen gefallen. Basis dafür sei die grundsätzliche Kindergartenplanung gewesen, erklärte Sabine Reiche. Sonderbedarf meldeten bis zum Sommer sechs Einrichtungen, die neue Plätze schaffen wollen oder bereits vorhandene Plätze durch Sanierungsmaßnahmen sichern.

Der größte Batzen aus dem Bundesprogramm wird nach Woffleben fließen. Die Stadt Ellrich für den Neubau einer Kita im Ort Kosten in Höhe von rund 1,3 Millionen Euro und hatte beim Landratsamt 919.000, also die Gesamtsumme der Fördermittel, beantragt. Bekommen wird man nun rund 860.000 Euro, man sehe bei der Ellricher Gemeinde den deutlichsten Bedarf, erläuterte Reich.

Das „Zwergenstübchen“ in Bleicherode hatte zuletzt 12 Betreuungsplätze verloren, unter anderem weil der Brandschutz in Bereichen nicht mehr den Standards genügte. Die Stadt Bleicherode möchte hier gerne Abhilfe schaffen und dabei auch das Dachgeschoss der Einrichtung ausbauen. Die Baukosten werden auf 37.000 Euro geschätzt, der Kreis wird Fördermittel in Höhe von 33.300 Euro weiterleiten.

Mit 25.000 Euro wird man die Kita „Ida’s Wald- und Wiesenkinder“ in Nordhausen unterstützen. Hier soll unter anderem der Eingangsbereich saniert und ein Kinderwagenraum neu gebaut werden. Zwar unterstütze der Kreis das vorhaben, man kritisiere jedoch, dass sich die Stadt Nordhausen lediglich mit Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten beworben habe. „Wir hätten uns Anträge gewünscht, bei denen es um den Kapazitätsausbau in Nordhausen gegangen wäre“, erklärte Reich, nach Rücksprache dem Anmelder habe man aber festgestellt, dass die Stadt diese Meinung nicht teile.

Die Landesmittel in Höhe von 102.000 Euro werden auf das „Spatzenhäuschen“ in Urbach (37.000 Euro) und die Kita „Wipperbären“ in Sollstedt (ca. 65.400 Euro) vereilt.

Förderung Kreisjugendfeuerwehr
In der Förderung der Jugendfeuerwehren konnte eine wichtige Hürdee genommen werden. Im Rahmen der Planung für die Jahre bis 2018 bis 2022 hatte man Verträge mit allen Akteuren der Jugendarbeit schließen können. Alle bis auf die Jugendfeuerwehr. Hier mussten die notwendigen Strukturen, die es braucht um Fördermittel beantragen zu können, erst geschaffen werden. Diesen Weg seien die Jugendfeuerwehren und der Kreisfeuerwehrverband „in aufwendigem Verfahren“ gegangen, so dass man nun den Punkt erreicht habe, an dem man einen Vertrag abschließen könne. Damit wäre dann auch der Weg für eine bessere Förderung der Arbeit der Jugendfeuerwehren frei.
Angelo Glashagel
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