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Di, 13:12 Uhr
03.11.2020
Artenvielfalt soll erhalten werden

Landschaftspflegesaison im Südharz hat begonnen

Am Montag begannen die Arbeiten zur Landschaftspflege, die der Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser in dieser Saison im Rahmen des Hotspot-Projektes „Gipskarst Südharz -Artenvielfalt erhalten und erleben“ ausgeschrieben hat...

Unter anderem im FFH-Gebiet Nr. 4 „Kammerforst-Himmelsberg-Mühlberg“ im Naturschutzgebiet Himmelsberg bei Woffleben werden in deren Rahmen zahlreiche wertvolle Lebensräume aufgewertet.

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Ziel der Naturschutzmaßnahmen ist es, die Flächen in einen naturschutzfachlich guten Zustand zu bringen, wie er u.a. in den sog. Managementplänen der Flora-Fauna-Habitate (FFH-Gebiete) nach EU-Vorgaben beschrieben ist. Die Aufwertungen der Flächen werden durch gezielte Landschaftspflegemaßnahmen schrittweise umgesetzt und verhelfen vielen gefährdeten Arten zu einem verbesserten Lebensraum und somit zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Auf einer Fläche von 0,40 Hektar werden hier besondere Lebensraumtypen (LRT) wie Kalk-Pionierrasen, Naturnahe Kalktrockenrasen und Kalkschutthalden durch punktuelle Entbuschungsmaßnahmen aufgewertet.

Die genannten LRT werden hier durch Aufwuchs von Büschen und kleinen Bäumen beschattet. Das Fortbestehen ihrer charakteristischen Pflanzen und Tierarten ist dadurch gefährdet, weshalb die Gehölze teilweise entnommen werden müssen.

Landschaftspflegesaison im Südharz hat begonnen (Foto: Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser)
Landschaftspflegesaison im Südharz hat begonnen (Foto: Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser)
Landschaftspflegesaison im Südharz hat begonnen (Foto: Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser)

Neben der Aufwertung der Lebensraumtypen wird auch das Habitat für den Feuersalamander und den Baumpieper verbessert. Als Bodenbrüter benötigt der Baumpieper, welcher in der Roten Liste der Tiere Deutschlands als gefährdet eingestuft ist, ein Habitat, das neben einem Bestand an hohen Bäumen oder Sträuchern genügend lichte Stellen mit einer ausreichend dichten Krautschicht aufweist. Der Komplex aus einem dichten Baumbestand und Kalktrockenrasen bietet ihm gute Lebensbedingungen.
Der Feuersalamander, der ebenfalls als gefährdet gilt und hier am Himmelsberg mehrmals gesichtet wurde, benötigt als Lebensraum bevorzugt Laubmischwälder, reine Nadelwaldbestände meidet er. Daher wird die Entnahme der Kiefern das Gebiet am Himmelsberg entsprechend aufwerten. Seine Versteckmöglichkeiten und die Winterquartiere unter Steinen oder zwischen Felsblöcken bleiben so attraktiv. Auch für andere Amphibien sind die strukturreichen Flächen ein wertvoller Landlebensraum.

In den kommenden Monaten werden weitere Flächen in großem Umfang durch Erstpflegemaßnahmen aufgewertet. So sind beispielsweise rund 18 Hektar Streuobstwiesen in den Gemarkungen Stempeda und Urbach zur Pflege vergeben. 100 Obstbäume regionaler Obstsorten werden auf diesen Flächen nach der Freistellung nachgepflanzt. Im FFH-Gebiet Nr. 8 „NSG Alter Stolberg“ erfolgt die Freistellung von naturschutzfachlich sehr wertvollen Offenlandbiotopen im Wald, gefördert wird hier zum Beispiel der Fransen-Enzian. Weiterhin steht die Pflege von artenreichen Kalktrockenrasen bei Hörningen an den Sattelköpfen, am Kammerforst bei Ellrich und am Hopfenberg bei Harzungen auf dem Landschaftspflege-Programm.

Alle Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden wie der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordhausen geplant und durchgeführt. Sie erfolgen im Rahmen des Hotspot-Projektes „Gipskarst Südharz Artenvielfalt erhalten und erleben“ in Trägerschaft des Landschaftspflegeverbandes Südharz/Kyffhäuser unter seinem Vorsitzenden Egon Primas. Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, die Stiftung Naturschutz Thüringen sowie den Landkreis Nordhausen.

Bei Fragen oder konstruktiven Anregungen können sich Bürgerinnen und Bürger gern telefonisch unter 03631/4966478 oder per E-Mail an hotspot-suedharz@lpv-shkyf.de an den Landschaftspflegeverband Südharz/Kyffhäuser wenden. Weitere Informationen sind auch zu finden unter www.hotspot-gipskarst.de.
Autor: red

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