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Sa, 11:00 Uhr
17.10.2020
Neustart in Heringen

Ein Schloss mit vielen Türen

Bronze hämmern, Feuersteinklingen selber herstellen, Keramik verzieren wie die Vorfahren - am Heringer Schloss wird Schülerinnen und Schülern die Vergangenheit ihrer Region ganz praktisch nahe gebracht. Seit kurzem stehen die museumspädagogischen Angebote wieder zur Verfügung…

Knifflige Schlossralllye   (Foto: agl) Knifflige Schlossralllye (Foto: agl)

Das Heringer Schloss hat viele Türen und hinter den meisten verbirgt sich manch spannendes aus der Vergangenheit und viel wissenswertes. Gestern waren es die Jungen und Mädchen der 4a aus der Heringer Grundschule, die auf Entdeckungstour gingen. Für die „Schlossrallye“ bekam jedes Kind ein eigenes, kleines Heft mit kniffligen Fragen und Rätseln rund um die Geschichte des Heringer Wahrzeichens.

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Wie sah das Leben der Gräfin Clara und ihres Hofstaates früher aus? Wie wurde aus der Wasserburg ein Schloss, was verraten die Verzierungen auf alten Keramiken über unsere Vorfahren und was sind eigentlich Emmer und Einkorn? Der historische Ritt geht durch Jahrtausende, vom ältesten Dorf Thüringens bis in die Moderne. Dabei wird nicht nur Faktenwissen vermittelt, meint Museumsleiterin Mirjana Culibrk. „Es geht nicht allein um Jahreszahlen und archäologische Funde. Die aktive Auseinandersetzung mit der lokalen Geschichte formt auch Identität und Verbundenheit mit der Stadt und der Region. Das ist wichtig für die Entwicklung und führt zu mehr Wertschätzung der Dinge, die einen umgeben“, erzählt Culibrk und freut sich das wieder Kinder durch das alte Gemäuer toben.

Die 4a dr Grundschule Heringen begaben sich auf historische Spurensuche (Foto: agl) Die 4a dr Grundschule Heringen begaben sich auf historische Spurensuche (Foto: agl)

Aus den bekannten Gründen hatte man lange Zeit die Füße still halten müssen. Das Museum an sich konnte zwar zum Ende des Frühjahrs wieder öffnen, erlaubt waren aber nur Kleingruppen. Nachdem sich die Schulen der Umgebung unter den Bedingungen des neuen Schuljahres organisiert haben, konnte man nun auch in Heringen wieder mit den Angeboten starten. Während der Zwangspause war man indes nicht untätig, insbesondere im „Milchhaus“ hat sich einiges getan. Mit neuem Mobiliar, Werkzeugen und Modellen wurden man vor allem die Workshop-Angebote ausgebaut. Neben dem „punzieren“ von Bronzeschmuckstücken können hier auch uralte Techniken der Werkzeugherstellung mit Feuerstein und Knochen und der Textilbearbeitung mit Webrahmen und -stock ausprobiert werden. Die Ergebnisse ihrer Experimente können Schüler, Lehrer, Freunde und Besucher in einer kleinen Sonderausstellung im Schloss eine Zeit lang bewundern. Die Werkschau soll periodisch durch neue Stücke ersetzt werden, bis jetzt hat Corona aber auch dem einen Riegel vorgeschoben, da schlicht nichts neues hinzu kommen konnte. Die jungen Künstler des vergangenen Jahres mussten lange darauf warten, ihre Stücke mit nach Hause nehmen zu können, demnächst soll es aber soweit sein.

Freut sich wieder Kinder im Haus zu haben, Museumsleiterin Mirjana Culibrk (Foto: agl) Freut sich wieder Kinder im Haus zu haben, Museumsleiterin Mirjana Culibrk (Foto: agl) Seitdem man einen modernen Brennofen sein Eigen nennt, darf man sich auch an der Verzierung von Keramik versuchen. Perspektivisch möchte Culibrk eine Station für Pflanzenfärberei und eine begehbare, landwirtschaftliche Szenerie einrichten. Die nötigen „Zutaten“ für Letztere hat man schon. „Wir haben inzwischen ganze Kisten voller Körner und Ähren von Weizen, Roggen, Dinkel, Mohn, Hafer, Gerste und den Ursorten Einkorn und Emmer“, erzählt die Museumsleiterin. Fachmännische Hilfe erhielt man dabei von der Agrargenossenschaft Heringen, die nicht nur mit Material aushalf, sondern auch Kontakte vermittelte. Irgendwann will man aus den Zutaten auch etwas machen können: eigenes Brot. Ein kleines Vordach, unter dem der nach Möglichkeit selbst gebaute Ofen einmal Platz finden soll, wurde schon aufgebaut.

Für den November sind bereits weitere Projekttage geplant und wenn nicht wieder globale Katastrophen dazwischen kommen, werden in den nächsten Wochen noch viele Kinder die Geheimnisse hinter den Türen des Schlosses erkunden können.
Angelo Glashagel
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Kommentare

17.10.2020, 11.24 Uhr
A.kriecher | Und alles ohne Ansteckungschutz
....Hauptsache Museen, Theater kirchliche Veranstaltungen werden durchgeführt und die Kontakteinschränkungen, gelten nur für den privaten Kreis.Unsere Kinder verblöden, da die Schulen ja geschlossen werden können und die arbeitenden Eltern zusehen können wenn wieder die Kacke am dampfen ist. Was ist hier los, hat hier noch irgendeiner einen Plan?

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