Sa, 14:10 Uhr
23.07.2005
Schnitzeljagd unter Wasser
Nordhausen (nnz). Tauchen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Im Urlaub steuern die Deutschen gern sonnige Ziele mit interessanten Meeresbewohnern an. Ohne Sonne und Korallenriffs trafen sich heute Orientierungstaucher zur Meisterschaft. Wie so was geht verrät die nnz.
Schnitzeljagd unter Wasser (Foto: nnz)
Drei bis vier Meter Sichtweite, ein Kiesteich mit 12 Meters Wassertiefe. Das sind ideale Bedingungen, die wir hier in Nordhausen vorfinden. Meint Peer Perinke aus Jena. Er gehört zu den 25 Teilnehmern der Thüringer Landesmeisterschaft im Orientierungstauchen und gilt als ein Favorit. Während Urlauber bunte Korallen und exotische Fische erleben wollen, sieht der Taucher nur sein im Eigenbau hergestelltes Gerät unter der Druckluftflasche, welches Kompaß, Tiefenmesser und Meterzähler enthält. Möglichst schnell müssen Bojen auf einem vorgegebenen Kurs angesteuert werden. Damit niemand mogeln kann, muß jeder Starter eine Markierungsboje mitführen.
Diese Form des Tauchsports wurde in der DDR stark gefördert. Erklärt Peer Perinke die Herkunft des Orientierungstauchens. Besonders erfolgreiche junge Männer wurden aus der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) gleich für eine Kampftaucherausbildung bei der NVA angeworben. 15 Jahre danach gäbe es aber auch Tauchsportklubs in den alten Bundesländern, die Gefallen an dieser Schnitzeljagd unter Wasser gefunden haben. 20 Vereine in Deutschland betreiben diesen Tauchsport, in Thüringen sind es Greiz und Jena. Zur Meisterschaft kamen Gaststarter aus Dresden, Ilmenau und Babelsberg. Es gibt Europa- und Weltmeisterschaften, aber olympisch ist das Tauchen nicht. Fürs Fernsehen und Zuschauer macht der Sport nicht viel her bedauert Schiedsrichter Gunter Viehhäuser. Vielleicht sollten wir irgendwo am See eine Glasscheibe einbauen scherzt er.
Auch ohne großes Medienaufgebot und Zaungäste wie bei der Tour de France, die Sportler sind mit großer Begeisterung dabei. Neben dem Wettkampfereignis bietet das vorangegangene Trainingslager Spaß und Geselligkeit, besonders für die Kinder. Mittauchen dürfen sie erst ab 13/14 Jahren, doch vorher können sie beim Flossenschwimmen Wettkampferfahrung sammeln. 22 Kinder waren in diesem Jahr dabei. Im Bereich der Jugend sind viele Vereinsmitglieder aus Greiz und Jena erfolgreich, einige im B-Kader.
Wie kommt man zu so einem Sport, der mit dem Trend Urlaubstauchen so wenig gemein hat? Zuerst interessiert vor allem die Technik. Erinnert sich Peer Perinke. Und die Gemeinschaft in den Trainingslagern war immer ganz toll. Berichtet Heike Reinhold aus Greiz. Beide Taucher begannen als Jugendliche mit dem Sport und blieben dabei. Die Trainingslager, zu DDR Zeiten größer als jetzt und stärker durchorganisiert, gefielen ihnen so gut, daß sie sich jetzt um die Organisation kümmern. Sehr gut gefällt beiden die Zusammenarbeit mit dem Nordhäuser Tauchklub Neptun, der seit seinem Bestehen sein Gelände am Kiesteich an die Sportkameraden ausleiht. Der Campingplatz und die Gebäude mit Toiletten und Küche werden gern genutzt. Die Nordhäuser selbst betreiben das Orientierungstauchen nicht mehr, aber auch für Vereinsvorstand Axel Haake ist das Trainingslager eine Tradition geworden.
Gewonnen haben bei der weiblichen Jugend: Anne Reinhold, Berit Viehhäuser und Theresa Kraus alle aus Greiz. Bei der männlichen Jugend errangen Florian Scurt (Greiz), Hartmut Bocker (Jena) und Johannes Böhme (Dresden) die ersten drei Plätze. Bei den Damen waren die drei Greizerinnen Marion Herholz, Antje Viehhäuser und Heike Reinhold die Erfolgreichsten. Die drei Erstplazierten Herren sind Jan Langebach aus Greiz, Markus Laube aus Dresden und Christian Völkner aus Jena.
Die Pokale beim Flossenschwimmen errangen Sarah Teichmann, Denise Mönkemeier, Jonas Walther und Georg Jankov. Susanne Kinzel war mit sechs Jahren die jüngste Teilnehmerin und erschwamm ebenfalls einen Pokal.
Wer mehr Informationen über den Tauchsport sucht, findet sie auf den Seiten des VDST , dem Verband deutscher Sporttaucher, dem die Jenaer angehören.
Autor: wf
Schnitzeljagd unter Wasser (Foto: nnz)
Drei bis vier Meter Sichtweite, ein Kiesteich mit 12 Meters Wassertiefe. Das sind ideale Bedingungen, die wir hier in Nordhausen vorfinden. Meint Peer Perinke aus Jena. Er gehört zu den 25 Teilnehmern der Thüringer Landesmeisterschaft im Orientierungstauchen und gilt als ein Favorit. Während Urlauber bunte Korallen und exotische Fische erleben wollen, sieht der Taucher nur sein im Eigenbau hergestelltes Gerät unter der Druckluftflasche, welches Kompaß, Tiefenmesser und Meterzähler enthält. Möglichst schnell müssen Bojen auf einem vorgegebenen Kurs angesteuert werden. Damit niemand mogeln kann, muß jeder Starter eine Markierungsboje mitführen.
Diese Form des Tauchsports wurde in der DDR stark gefördert. Erklärt Peer Perinke die Herkunft des Orientierungstauchens. Besonders erfolgreiche junge Männer wurden aus der GST (Gesellschaft für Sport und Technik) gleich für eine Kampftaucherausbildung bei der NVA angeworben. 15 Jahre danach gäbe es aber auch Tauchsportklubs in den alten Bundesländern, die Gefallen an dieser Schnitzeljagd unter Wasser gefunden haben. 20 Vereine in Deutschland betreiben diesen Tauchsport, in Thüringen sind es Greiz und Jena. Zur Meisterschaft kamen Gaststarter aus Dresden, Ilmenau und Babelsberg. Es gibt Europa- und Weltmeisterschaften, aber olympisch ist das Tauchen nicht. Fürs Fernsehen und Zuschauer macht der Sport nicht viel her bedauert Schiedsrichter Gunter Viehhäuser. Vielleicht sollten wir irgendwo am See eine Glasscheibe einbauen scherzt er.
Auch ohne großes Medienaufgebot und Zaungäste wie bei der Tour de France, die Sportler sind mit großer Begeisterung dabei. Neben dem Wettkampfereignis bietet das vorangegangene Trainingslager Spaß und Geselligkeit, besonders für die Kinder. Mittauchen dürfen sie erst ab 13/14 Jahren, doch vorher können sie beim Flossenschwimmen Wettkampferfahrung sammeln. 22 Kinder waren in diesem Jahr dabei. Im Bereich der Jugend sind viele Vereinsmitglieder aus Greiz und Jena erfolgreich, einige im B-Kader.
Wie kommt man zu so einem Sport, der mit dem Trend Urlaubstauchen so wenig gemein hat? Zuerst interessiert vor allem die Technik. Erinnert sich Peer Perinke. Und die Gemeinschaft in den Trainingslagern war immer ganz toll. Berichtet Heike Reinhold aus Greiz. Beide Taucher begannen als Jugendliche mit dem Sport und blieben dabei. Die Trainingslager, zu DDR Zeiten größer als jetzt und stärker durchorganisiert, gefielen ihnen so gut, daß sie sich jetzt um die Organisation kümmern. Sehr gut gefällt beiden die Zusammenarbeit mit dem Nordhäuser Tauchklub Neptun, der seit seinem Bestehen sein Gelände am Kiesteich an die Sportkameraden ausleiht. Der Campingplatz und die Gebäude mit Toiletten und Küche werden gern genutzt. Die Nordhäuser selbst betreiben das Orientierungstauchen nicht mehr, aber auch für Vereinsvorstand Axel Haake ist das Trainingslager eine Tradition geworden.
Gewonnen haben bei der weiblichen Jugend: Anne Reinhold, Berit Viehhäuser und Theresa Kraus alle aus Greiz. Bei der männlichen Jugend errangen Florian Scurt (Greiz), Hartmut Bocker (Jena) und Johannes Böhme (Dresden) die ersten drei Plätze. Bei den Damen waren die drei Greizerinnen Marion Herholz, Antje Viehhäuser und Heike Reinhold die Erfolgreichsten. Die drei Erstplazierten Herren sind Jan Langebach aus Greiz, Markus Laube aus Dresden und Christian Völkner aus Jena.
Die Pokale beim Flossenschwimmen errangen Sarah Teichmann, Denise Mönkemeier, Jonas Walther und Georg Jankov. Susanne Kinzel war mit sechs Jahren die jüngste Teilnehmerin und erschwamm ebenfalls einen Pokal.
Wer mehr Informationen über den Tauchsport sucht, findet sie auf den Seiten des VDST , dem Verband deutscher Sporttaucher, dem die Jenaer angehören.

