Mo, 17:11 Uhr
22.10.2001
Protest gegen Schließung
Nordhausen (nnz). Es ist unfassbar: nicht nur, dass Teile der Nordhäuser Wirtschaft allmählich einzugehen drohen, nein jetzt müssen die Kranken und Schwachen darunter leiden. Ein weiteres Nordhäuser Drama: der Rettungsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe soll dicht gemacht werden! nnz berichtet.
Konkurrenzkampf der übelsten Sorte: Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) scheint ein weiteres Opfer der finanziellen Machtrochaden zu werden. Rettungsdienst-Zweckverband hin oder her, es sieht so aus, als ob irgendwer hier in Nordhausen ein böses Spiel treibt. Und das leider auf Kosten der kranken Menschen. Wer darf Kranke oder Verunfallte als Erster versorgen und transportieren, wer ist zuständig und in welches Krankenhaus wird transportiert? Diese und andere Fragen kennt man schon aus diversen Berichten über den Rettungs-Kampf in deutschen Großstädten. Berlin sei nur als ein Beispiel genannt. Was aber hat dies alles mit der kleinen Kreisstadt Nordhausen zu tun? Vieles, denn hier hat man mittlerweile die gleichen Verhältnisse. Wird der Rettungsdienst-Kuchen in der Nordhäuser Region neu aufgeteilt? Eindeutige Antworten darauf kann keiner geben.
Heute morgen um halb zehn demonstrierten etwa 50 Angestellte der JUH gegen eventuelle Kündigungen und die Schließung des Rettungsdienstes. Was hat aber zu den Querelen zwischen Rettungsdienst-Zweckverband und JUH geführt? Landrat Joachim Claus dazu: Wir hatten in letzter Zeit öfter Probleme mit dem Rettungsdienst JUH. Wir haben viele Fragen gestellt bezüglich strittiger Punkte bei der Kassenabrechnung und einiges mehr. Mehr Informationen kann und werde ich nicht preisgeben. Der Fall JUH liegt derzeit bei der Schlichtungsstelle, dem Landesverwaltungsamt, vor. Eine Entscheidung von dort erhoffe ich schnellstmöglich. Die anderen Projekte der JUH, wie zum Beispiel die Kindertagesstätten oder die Sozialstationen spielen bei dem derzeitigen Streit keine Rolle und bleiben völlig außen vor, denn diese haben auch andere Vertragspartner und sind Aufgabe der Kommunen.
Wie wird es weitergehen? Was kommt nach der JUH? Wenn man einmal bedenkt, dass die JUH nach der Wende als Erste qualitativ hochwertigen Rettungsdienst nach Nordhausen gebracht hat, dann scheint es jetzt so, dass wir vielen Leuten ein Dorn im Auge sind. Eins steht fest, es wird nach der JUH keine Rettungswache mehr in Nordhausen geben. Und auch die Rettungszeit wird darunter leiden. Man muss sich einmal überlegen, woher der nächste Rettungswagen kommt. Entweder aus Niedersachswerfen oder Sundhausen. Das kostet wertvolle Zeit und kann sich nur negativ auf einen Unfall auswirken, so Karsten Wiedenfeld, Vorstandsvorsitzender der JUH.
Nun wird das Problem vom Landesverwaltungsamt zu klären sein. Im Namen aller Unfallopfer und Kranken bleibt nur zu hoffen, dass die Beteiligten sich einigen und eine Lösung finden. Ganz banal gefragt: Was wiegt mehr, Geld oder Leben?
Autor: vf
Konkurrenzkampf der übelsten Sorte: Die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) scheint ein weiteres Opfer der finanziellen Machtrochaden zu werden. Rettungsdienst-Zweckverband hin oder her, es sieht so aus, als ob irgendwer hier in Nordhausen ein böses Spiel treibt. Und das leider auf Kosten der kranken Menschen. Wer darf Kranke oder Verunfallte als Erster versorgen und transportieren, wer ist zuständig und in welches Krankenhaus wird transportiert? Diese und andere Fragen kennt man schon aus diversen Berichten über den Rettungs-Kampf in deutschen Großstädten. Berlin sei nur als ein Beispiel genannt. Was aber hat dies alles mit der kleinen Kreisstadt Nordhausen zu tun? Vieles, denn hier hat man mittlerweile die gleichen Verhältnisse. Wird der Rettungsdienst-Kuchen in der Nordhäuser Region neu aufgeteilt? Eindeutige Antworten darauf kann keiner geben.Heute morgen um halb zehn demonstrierten etwa 50 Angestellte der JUH gegen eventuelle Kündigungen und die Schließung des Rettungsdienstes. Was hat aber zu den Querelen zwischen Rettungsdienst-Zweckverband und JUH geführt? Landrat Joachim Claus dazu: Wir hatten in letzter Zeit öfter Probleme mit dem Rettungsdienst JUH. Wir haben viele Fragen gestellt bezüglich strittiger Punkte bei der Kassenabrechnung und einiges mehr. Mehr Informationen kann und werde ich nicht preisgeben. Der Fall JUH liegt derzeit bei der Schlichtungsstelle, dem Landesverwaltungsamt, vor. Eine Entscheidung von dort erhoffe ich schnellstmöglich. Die anderen Projekte der JUH, wie zum Beispiel die Kindertagesstätten oder die Sozialstationen spielen bei dem derzeitigen Streit keine Rolle und bleiben völlig außen vor, denn diese haben auch andere Vertragspartner und sind Aufgabe der Kommunen.
Wie wird es weitergehen? Was kommt nach der JUH? Wenn man einmal bedenkt, dass die JUH nach der Wende als Erste qualitativ hochwertigen Rettungsdienst nach Nordhausen gebracht hat, dann scheint es jetzt so, dass wir vielen Leuten ein Dorn im Auge sind. Eins steht fest, es wird nach der JUH keine Rettungswache mehr in Nordhausen geben. Und auch die Rettungszeit wird darunter leiden. Man muss sich einmal überlegen, woher der nächste Rettungswagen kommt. Entweder aus Niedersachswerfen oder Sundhausen. Das kostet wertvolle Zeit und kann sich nur negativ auf einen Unfall auswirken, so Karsten Wiedenfeld, Vorstandsvorsitzender der JUH.Nun wird das Problem vom Landesverwaltungsamt zu klären sein. Im Namen aller Unfallopfer und Kranken bleibt nur zu hoffen, dass die Beteiligten sich einigen und eine Lösung finden. Ganz banal gefragt: Was wiegt mehr, Geld oder Leben?

