Mo, 11:28 Uhr
22.10.2001
nnz-Forum: Bilder von Nordhausen
Nordhausen (nnz). Vor etwa einer Woche erschien im Buchhandel ein neuer Bildband unter dem Titel Erinnerungen an Nordhausen, wie es einmal war von Peter Zilvar, herausgegeben vom Wartberg Verlag in Gudensberg-Gleichen.
Das attraktive Äußere, die großformatigen Abbildungen auf Glanzpapier und die übersichtliche Anordnung der Texte verleihen diesem Band einen optisch repräsentativen Gesamteindruck. Auch der Preis (29,90 DM) liegt erfreulich unter dem, der für andere regionalhistorische, optisch teilweise weniger ansprechende, Bildbände der jüngsten Vergangenheit zu berappen ist.
Dieser positive Eindruck erhält allerdings einen ersten Dämpfer, wenn man beim Durchblättern nach einer Datierung der Fotos sucht. Die fehlt fast gänzlich. Aber gerade darauf kommt es in Bildbänden an, denn der Betrachter möchte schon gern wissen, wann die Aufnahmen entstanden sind, beispielsweise um die abgebildeten Motive einer bestimmten Zeit zuordnen zu können. Auch erhält der Leser kaum Hintergrundinformationen zu den einzelnen Abbildungen. Beides ist für eine so zerstörte Stadt wie Nordhausen von ganz besonderem Interesse.
Die Bildtexte sind mehr poetisch verfaßt, dafür wenig aussagefähig. Da wo konkrete Fakten angebracht wären, flüchtet sich der Autor in allgemeine Phrasen und beschreibt blumig, was der Betrachter ohnehin auf der Abbildung sieht. Das läßt auf mangelnde Kenntnis der Nordhäuser Geschichte und der territorialen Einordnung der Motive schließen. Unkorrekte Beschreibungen, wie: Das Rathaus wird durch die Rolandsäule geschmückt. Sie steht links außen vor dem Gebäude oder Die Figur (Neptun) wurde im Jahre 1828 in Lauchhammer gegossen und erhielt dann im Jahre 1893 einen würdigen Standplatz auf dem Kornmarkt (wo der Neptum die dazwischen liegenden 65 Jahre stand, bleibt ein Geheimnis des Autors) sind keine Ausnahmen in dieser Publikation.
Werden doch einmal Daten angegeben, kann man sie nicht immer widerspruchslos hinnehmen. Beispielsweise ist in der Einleitung zu lesen, daß im 10. Jahrhundert Nordhausen ummauert wird. Die erste nachweisbare Stadtmauer - Befestigung der Oberstadt - geht jedoch erst auf Anfang des 13. Jahrhunderts zurück. Auch im Datum der Übernahme Nordhausens durch Preußen irrt der Autor, Nordhausen verlor am 2. August 1802 den Status einer freien Reichsstadt.
Die Reihe der Unzulänglichkeiten ließe sich beliebig fortsetzen. Es soll dem Leser selbst überlassen bleiben, diese herauszufinden. Als Bereicherung der bestehenden Nordhausen-Literatur kann diese Arbeit nicht zählen, allenfalls als Bilderbuch - wobei die Abbildungen - sieht man einmal von den sechs Luftbildaufnahmen ab - keine Raritäten darstellen, sie sind schon mehrfach in anderen Publikationen enthalten.
Autor: nnzDas attraktive Äußere, die großformatigen Abbildungen auf Glanzpapier und die übersichtliche Anordnung der Texte verleihen diesem Band einen optisch repräsentativen Gesamteindruck. Auch der Preis (29,90 DM) liegt erfreulich unter dem, der für andere regionalhistorische, optisch teilweise weniger ansprechende, Bildbände der jüngsten Vergangenheit zu berappen ist.
Dieser positive Eindruck erhält allerdings einen ersten Dämpfer, wenn man beim Durchblättern nach einer Datierung der Fotos sucht. Die fehlt fast gänzlich. Aber gerade darauf kommt es in Bildbänden an, denn der Betrachter möchte schon gern wissen, wann die Aufnahmen entstanden sind, beispielsweise um die abgebildeten Motive einer bestimmten Zeit zuordnen zu können. Auch erhält der Leser kaum Hintergrundinformationen zu den einzelnen Abbildungen. Beides ist für eine so zerstörte Stadt wie Nordhausen von ganz besonderem Interesse.
Die Bildtexte sind mehr poetisch verfaßt, dafür wenig aussagefähig. Da wo konkrete Fakten angebracht wären, flüchtet sich der Autor in allgemeine Phrasen und beschreibt blumig, was der Betrachter ohnehin auf der Abbildung sieht. Das läßt auf mangelnde Kenntnis der Nordhäuser Geschichte und der territorialen Einordnung der Motive schließen. Unkorrekte Beschreibungen, wie: Das Rathaus wird durch die Rolandsäule geschmückt. Sie steht links außen vor dem Gebäude oder Die Figur (Neptun) wurde im Jahre 1828 in Lauchhammer gegossen und erhielt dann im Jahre 1893 einen würdigen Standplatz auf dem Kornmarkt (wo der Neptum die dazwischen liegenden 65 Jahre stand, bleibt ein Geheimnis des Autors) sind keine Ausnahmen in dieser Publikation.
Werden doch einmal Daten angegeben, kann man sie nicht immer widerspruchslos hinnehmen. Beispielsweise ist in der Einleitung zu lesen, daß im 10. Jahrhundert Nordhausen ummauert wird. Die erste nachweisbare Stadtmauer - Befestigung der Oberstadt - geht jedoch erst auf Anfang des 13. Jahrhunderts zurück. Auch im Datum der Übernahme Nordhausens durch Preußen irrt der Autor, Nordhausen verlor am 2. August 1802 den Status einer freien Reichsstadt.
Die Reihe der Unzulänglichkeiten ließe sich beliebig fortsetzen. Es soll dem Leser selbst überlassen bleiben, diese herauszufinden. Als Bereicherung der bestehenden Nordhausen-Literatur kann diese Arbeit nicht zählen, allenfalls als Bilderbuch - wobei die Abbildungen - sieht man einmal von den sechs Luftbildaufnahmen ab - keine Raritäten darstellen, sie sind schon mehrfach in anderen Publikationen enthalten.
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht zwingend mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

