nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Mi, 12:15 Uhr
16.09.2020
Sonderausstellung in der Flohburg

Das ist mein Ding

In der aktuellen Sonderausstellung "800 Jahre Reichsstadt - Herrschaftszeichen und Recht" des Museums Flohburg spielen Urkunden eine wichtige Rolle. Eine davon ist die Urkunde Rudolfs von Habsburg...

Denn in der vormodernen Lebenswelt der Reichsstadt Nordhausen konnte der König als oberster Stadtherr nicht direkt mit den Menschen kommunizieren, weil die Entfernungen im Reich sehr groß und Reisen eine langwierige Angelegenheit waren, erklärt Alexander Hahn, wissenschaftlicher Volontär der städtischen Museen. Ein effektives Kommunikationsmedium, mit dessen Hilfe der König dennoch Herrschaft in der Reichsstadt ausüben konnte, sei deshalb die Urkunde gewesen.

digital
#So nutzten die mittelalterlichen Könige, die nach heutigen Maßstäben in der Regel Alleinherrscher mit umfassenden Machtbefugnissen waren, Urkunden nicht nur dazu, ihre Herrschaft vor Ort durchzusetzen, sondern bisweilen auch dazu, mit den Menschen in einen Dialog zu treten und ihnen bestimmte Errungenschaften zuzugestehen, die sie sich selbst ohne königliche Mitwirkung erarbeitet hatten. Die in der Flohburg präsentierte Urkunde aus dem Jahr 1290 zeige dies deutlich, so Hahn.

Diese Urkunde Kaiser Rudolfs ist in der Sonderausstellung der Flohburg zu sehen (Foto: Pressestelle Stadt Nordhausen) Diese Urkunde Kaiser Rudolfs ist in der Sonderausstellung der Flohburg zu sehen (Foto: Pressestelle Stadt Nordhausen)

Sie bestätigte König Rudolf aus dem Haus der Habsburger offiziell, dass die Reichsstadt Nordhausen eigenständig einen Stadtrat bilden und sich mithilfe dieses Stadtrats neue Verfassungen geben durfte. "Das Objekt verdeutlicht also, dass Herrschaft gerade im Heiligen Römischen Reich in manchen Fällen deutlich weniger despotisch war, als heute angenommen wird", sagt Alexander Hahn.
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

digital
 
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.