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Mi, 19:53 Uhr
09.09.2020
IG Metall und Eaton-Betriebsrat erhöhen Druck

1.150 mal Nein

Laut IG Metall hängen an den Einkommen der rund 250 Beschäftigten am Nordhäuser EATON-Standort insgesamt 1.150 Menschen die nun um ihre Existenzgrundlage bangen. Das hat eine Umfrage unter den Beschäftigten ergeben...

Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung hielten die Beschäftigten Schilder mit der Anzahl der Menschen hoch, die von ihrem Einkommen leben.

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„Wir haben mit vielen Beschäftigten direkt am Arbeitsplatz gesprochen. Jede und Jeder hat eine persönliche Geschichte. Zukunftsängste und Enttäuschung prägen das Bild in der Belegschaft.“, sagt Alexander Scharff von der Industriegewerkschaft Metall. „Der Konzern teilt uns seit Jahren mit, man würde in Nordhausen defizitär arbeiten. Wie passt das zur glaubhaften Aussage des Oberbürgermeisters Kai Buchmann, dass es sich bei EATON um einen guten Gewerbesteuerzahler handelt. Gewerbesteuern werden gezahlt, wenn das Unternehmen einen Ertrag erwirtschaftet.“

1.150 mal Nein - die Belegschaft bei Eaton will den Druck auf die Geschäftsführung erhöhen (Foto: IG Metall Nordhausen) 1.150 mal Nein - die Belegschaft bei Eaton will den Druck auf die Geschäftsführung erhöhen (Foto: IG Metall Nordhausen)

Die IG Metall kritisiert, dass das weltweit agierende Unternehmen es verpasst habe, rentable Produkte an den Nordhäuser Standort zu holen. Nicht mal eine Anfrage zu einer Sanierungsvereinbarung habe es gegenüber den Arbeitnehmervertretern gegeben. Staatliche Unterstützungs- und Hilfeleistungen seien laut Gewerkschaft ebenso nicht beantragt worden. Man habe lediglich Kurzarbeitergeld ausgenutzt um letztlich doch eine Werksschließung zu verkünden.

„Das grenzt an Vorsatz. Diesem Konzern geht es nur noch um Profit und nicht um Lösungen im Sinne der Beschäftigten inmitten einer Pandemie. Das nehmen wir nicht unwidersprochen hin und denken über die Verhandlungen eines Sozialtarifvertrages nach, der uns die Möglichkeiten für weitere Arbeitskampfmaßnahmen eröffnet.“, so Scharff.

Der Betriebsrat und die IG Metall sind mit dem heutigen Tag in eine strategische Planung mit der Belegschaft eingestiegen. Hierfür kamen rund 200 Beschäftigte zu einer großen Betriebsversammlung zusammen. Währenddessen standen die Maschinen in der Bochumer Straße still. „Wir wollten die Vorbereitungen für die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung mit den Beschäftigten besprechen und deren Meinungen und Fragen hören. Wir sind mehr als verärgert, dass die Abwicklung unserer Arbeitsplätze in einem so kurzen Zeitraum stattfinden soll. Dennoch werden wir gemeinsam als Betriebsrat und Gewerkschaft alles für die Beschäftigten tun was in unserer Macht steht.“, sagt Betriebsratsvorsitzender Karsten Hahn gegenüber der Presse.
Autor: red

Kommentare
Paul
09.09.2020, 20.18 Uhr
Sozial???
Da wir hier im Kapitalismus leben, dürfte es doch wohl kaum verwundern, daß das Interesse oder das Wohl der Arbeiter sicher nicht im Vordergrund steht. Es geht um knallharte Profite und wenn die nicht kommen dann ist Schicht im Schacht. So einfach ist das. Und letztlich interessiert das weder eine Gewerkschaft oder sonst wen.
Die "Gewerkschaften" stehen doch schon lange auf der Gehaltsliste der Monopole. Oder wovon bezahlen die ihre Luxusschlitten und ihr wohlgesittetes Leben ? Also wer heut zu Tage noch Hilfe von der Gewerkschaft erwartet, hat wirklich nicht den letzten Schuß gehört !
Paul
09.09.2020, 20.23 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Gehört nicht zum Thema
NKB79
09.09.2020, 22.24 Uhr
Macht?
Entschuldigung, aber irgendwie kann ich mich nicht zwischen Lachen und Mitleid entscheiden, das ich dem Betriebsrat entgegenbringen kann.
Nichts kann ein Betriebsrat da an Wundern vollbringen. Irgendwie träumt ein jeder Betriebsrat fortwährend davon, Macht ausüben ja sogar Betriebsschließungen verhindern zu können. Auch hier erlebt man nur normale marktwirtschaftliche Prozesse. Eigentlich ist es eher moralisch unanständig, der Belegschaft zu suggerieren, man könne helfen, ja sogar darauf hoffen, EATON zu zwingen, den Standort nicht zu schließen.
andreas66
10.09.2020, 10.45 Uhr
Der Konzern Eaton...
hat seinen Sitz in Irland. Wohl schon aus steuerlichen Gründen. Die Verwaltung von Eaton befindet in Cleveland, USA. Ein weltweit produzierendes Unternehmen. Da ist der Kampf wohl vergebens. Ich schätze Gewerkschaftsarbeit. Selbst 20 Jahre Verdi-Mitglied gewesen. Aber hier in Nordhausen ist der Gegner Eaton einfach zu mächtig. Schade drum.
Harzer66
10.09.2020, 21.02 Uhr
Das ist. ..
....Nun mal die Fratze des Kapitalismus. Ist ja auch nicht ohne. Der Verbrennungsmotor soll ja unbedingt weg. Elektromotoren brauchen keine Ventile. Die dafür gebrauchten Komponenten werden bereits durch andere Zulieferer ausreichend produziert. Selbst dort, wo noch Ventile gebraucht werden, also Motoren die Wasserstoff verbrennen ist die Zulieferindustrie längst etabliert. Folglich wird Eaton Nordhausen vom Markt genommen. Und dass in diesem Konzern nicht der,wenn vorhandene, Technologiefortschritt in Nordhausen etabliert wird versteht sich vonselbst. Man hat der Treuhand die Produktion vor Mitbewerbern preiswert abgekauft. Sicher auch investiert. Aber nun ist die Kuh. Sicher auch wegen o.a. Gründe ausgemolken. Da ja Eaton nicht pleite ist wünsche ich dem Betriebsrat viel Erfolg bei der Verhandlung eines ausgewogenen Sozialplanes zum Wohle der Arbeitnehmer.
Pe_rle
10.09.2020, 22.13 Uhr
EATON Gewerkschaft
jetzt braucht die Gewerkschaft auch nicht mehr so tun als ob,der Fisch ist gegessen.
EATON lässt sich doch nicht von einer Gewerkschaft was vorschreiben.
Ich hab noch nicht eine Firma erlebt die durch die Gewerkschaft gerettet wurde.
Lehrer Schnauz
10.09.2020, 23.58 Uhr
Also ehrlich...
... Ich bin begeistert von meinem Diesel. Dampf ohne Ende und mehr als 1000 km am Stück. Es wird noch Jahre dauern, bis ein stromer da ran kommt... Aber die verbrenner sind anachronistisch. In mehr als 100 Jahren hat sich am Prinzip nichts geändert. Irgendwann ist eben das Effizienz-maximum erreicht.

Die Stromer gibt es eigentlich genau so lange, das Problem waren immer die Batterien. Heute sind wir technologisch so weit, dieses Problem zu lösen... egal ob neue Batterietechnik, Wasserstoff oder Superkondensator... oder vielleicht ganz was anderes - heute sind wir in der Lage, einen Speicher zu entwickeln, der genug Energie vorhält. Es ist nur eine Frage der Zeit....hoffe, mein Diesel hält so lange...

Aber, wenn es soweit ist... Dann brauchen wir keine Ventile von eaton mehr, keine getriebe von ZF und keine Kurbelwellen von Feuer... Die Zulieferer sind gefragt, ihr Geschäftsfeld anzupassen... Es wird noch Jahrzehnte Verbrenner geben, in Indien, in Afrika, in Zentralasien... Aber in den Hauptmärkten (USA, China, Europa) hat der Wandel begonnen und ich glaube nicht, dass sich das umkehrt.
Paulinchen
11.09.2020, 00.19 Uhr
Nun was wollen denn die ....
.... Menschen in unserem Land für Autos haben? Benziner und Diesel sind verdammt bis in die Unendlichkeit. Das E Autos die Zukunft bis in das nächste Jahrtausend Bestand haben werden,darf vielleicht doch auch bezweifelt werden. Denn die Grundstoffe für die Batterien und deren Schrott, sind einerseits endlich und andererseits gefährlich, wie Atommüll.

Aber jetzt nimmt die Abschaffung der Arbeitsplätze kräftig an Fahrt auf. Scheffler,Bosch, Continental und viele Andere, setzen ihnre Beschäftigten etwas über drei Monate vor Weihnachten auf die Straße. Die Atomkraftwerke und die Braunkohlekraftwerke schließen ebenfalls ihre Werktore, wenn auch noch in einem überschaubaren Zeitraum. Aber alle Arbeitnehmer der genannten Unternehmen, haben große Existenzsorgen.
An manchen Stellen,kommt bei mir sogar Schadenfreude auf. Nun trifft es die Biographien der Brüder und Schwestern im Westen. Wer aber waren diesmal die Initiatoren der Vernichtung von Arbeitsplätzen? Die Treuhand gibt es nicht mehr. Waren es vielleicht auch die Kinder derer, welche an Weihnachten den Groschen zwei Mal umdrehen müssen? FFF nannten und nennen sie sich. Sie haben es auf die Spitze getrieben und nun steht sich das Karussell unaufhaltbar weiter. Hoffentlich gibt es in ferner Zukunft noch jemand,der weiß,wo der Schalter ist, um das eine oder andere Atomkraftwerk wieder hochzufahren. Darf man die Frage stellen, wer die Steuerzahler in den nächsten 20 Jahren sind, die das Geld für die vielen Arbeitslosen verdienen? Die Spitzenkraft von FFF Deutschland, wird wohl nicht dazu gehören. Nun bangen unsere Bauern um ihre Existenz,weil die afrikanische Schweinepest die Landesgrenze überschritten hat. Der Export von Schweinefleisch wird wohl lang über kurz einbrechen. Ich finde es ganz schlimm, dass wir nicht in der Lage waren,unsere Grenzen dagegen zu schützen. Aber weshalb sind wir nicht dazu in der Lage? Deutschland und die EU, haben offenbar keine Ahnung, was Grenzschutz bedeutet. Fragt doch mal in Ungarn nach! Oh man, es klappt offenbar derzeitig kaum noch etwas,was unsere Wirtschaft wieder beflügelt. Der Wirtschaftsmotor Auto, wurde von der Politik abgestellt. Für mich ist diesen Anlass,zu "bedanken".
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