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Mi, 13:41 Uhr
02.09.2020
Druckzentrum Erfurt soll geschlossen werden

Kahlschlag bei Funke Druck

Wie gestern bekannt wurde, beabsichtigt die Mediengruppe Funke ihr Druckzentrum in Erfurt zum 31.12.2021 zu schließen. Dazu positioniert sich nun auch die Thüringer Vertretung der Gewerkschaft ver.di...

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Die bislang in Erfurt gedruckten Regionalzeitungen und Anzeigenblätter sollen zukünftig unter anderem bei der Funke Druckerei in Braunschweig produziert werden. Seitens der Funke Mediengruppe hieß es zur Begründung, dass „weitere Investitionen in den Druckstandort Erfurt aufgrund sinkender Druckauflagen“ nicht zu verantworten seien. Zudem wäre eine Erneuerung der 30 Jahre alten Druckmaschinen zu teuer.

Die Schließung würde den Verlust von 280 Arbeitsplätzen am Funke Standort Erfurt bedeuten.

Dazu erklärte Andreas Fröhlich, Leiter des Bereichs Tarifpolitik Druck von ver.di: „Die Ankündigung der Funke Mediengruppe das Druckzentrum Erfurt zu schließen, ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten. Wir fordern die Geschäftsleitung der Funke Mediengruppe auf, unverzüglich mit dem Betriebsrat in Verhandlungen über Möglichkeiten des Erhalts des Funke Druckzentrums Erfurt zu treten. ver.di wird die Kolleginnen und Kollegen dabei nach allen Kräften unterstützen.“

„Es kann nicht sein“, so Fröhlich, „dass die Beschäftigten der Funke Mediengruppe die Leidtragenden einer über Jahre verfehlten Investitionspolitik der Unternehmensführung seien.“
Autor: red

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Kommentare
Micha123
02.09.2020, 15:02 Uhr
Das Ende der Zeitung
Dieser angekündigte Kahlschlag ist schlimm, war aber vorhersehbar. Die Verkaufszahlen (gedruckte Ausgabe) der Thüringer Allgemeinen sind jährlich um fast 7 Prozent gesunken.
Offiziell begründet man es damit, weil die Zahl der Online-Abos zugenommen hat.
Das ist aber meiner Meinung nach nicht korrekt. Es liegt daran, weil Service, Qualität und der Preis nicht mehr stimmen. Fast jährliche Preiserhöhungen und man spürt in den Händen, wie die Zeitung immer "dünner" wird. Dann sind noch ganze Seiten voll mit Discounter-Werbung, welche man als Abo Kunde bezahlt. Das ist absurd, denn man hat die gleiche Werbung noch als komplettes Prospekt eh jede Woche im Briefkasten.

Bei regionalen Artikeln ist die TA oft weit hinterher, im Vergleich zu nnz-online und Kyffhäuser-Nachrichten.
Die Berichterstattung der Funke Zeitungen ist einseitig.
Artikel sind oft übersät mit Rechtschreibfehlern und falscher Recherche. "Neues" ist kaum vorhanden. Mit Hilfe von großen Bildern und wenig Text wird die Zeitung gefüllt.

Würden sie ihr Konzept ändern und spezielle Angebote machen, so würden auch mehr Zeitungen verkauft. Zum Beispiel direkt auf bestimmte Altersgruppen eingehen (Zeitung nur mit Inhalten für Senioren). Oder nur das Angebot machen, dass man nur den Regional-Teil erhält.
Oder eine Art "Wochenzeitung", welche der Kunde bestellen kann.

Ich selbst kenne zig Leute, welche in den letzten Jahren die Zeitung abbestellt haben. Alle aus den oben genannten Gründen. Preis-Leistungsverhältnis stimmt nicht mehr.
Und von denen nutzt auch keiner das "Online-Abo". Dies hat auch einen deftigen Preis. Ferner braucht man auch Technik dafür, damit man sich das ansehen kann. Hinzu kommen Kosten für Internet/Mobilfunk.

Ich erhalte die Zeitung noch täglich, vielleicht auch, weil es immer so war, weil meine Familie sie seit vielen Jahrzehnten bekommt. Aber nur wegen "Tradition" mittlerweile fast 400 Euro im Jahr ausgeben, nein Danke. Noch dazu, wenn dann durch mein Geld eh Jobs hier in der Region verloren gehen, sehe ich nicht ein, dass man in Braunschweig "immer reicher" wird.

Vielleicht sollten nnz oder Kyffhäuser-Nachrichten eine wöchentliche Print-Ausgabe starten. Ich denke, der Bedarf wäre vorhanden...
wissender
02.09.2020, 15:46 Uhr
die verfehlte Firmenpolitik
spiegelt sich ja auch bei der Zustellung wieder. Allein die Fahrzeugflotte die nachts ausschwärmt verursacht horende Kosten.
Noch vor zwei Jahren fuhren die Zusteller mit dem Fahrrad oder gingen kostengünstig zu Fuß.
Zwischenzeitlich wurde versucht rückläufige Traueranzeigen mit Preissteigerungen zu kompensieren, ein Schuss der nach hinten los ging, hier stehen immer mehr Anzeigen in der NNZ weil das Leser Klientel langsam weg stirbt.
Weiterhin bleibt dann abzuwarten was aus dem Briefkurier DAZ wird den ja seit Anfang des Jahres die Funke Post geschluckt hat.
----4
02.09.2020, 18:01 Uhr
Alles hat seine Zeit
Man kann das bedauern oder verfluchen: Niemand wird es ändern. Zeitungen haben bald ausgedient und zwar durch sehr natürliche, wenn auch unerwünschte Ereignisse, nämlich den Tod der mehr oder weniger treuen Leser. Dieser Tatsache muss man in dieser Branche ins Auge sehen. Wer zu spät kommt,.......

Mit jedem Computer, jedem Tablet, fast jedem Smartphone kann der Benutzer die Standardnachrichten nachlesen, wann immer es ihm gefällt. Ohne einen Schritt aus dem Haus tun zu müssen und mit Strom und Internetkosten von 0,0x cent.

Gefällt mir ein Artikel oder Kommentar nicht, lese ich in Sekundenschnelle den nächsten. Online-Presse berichtet fast in Echtzeit. Die gedruckte Zeitung von gestern ist dann schon steinalt.

Selbstverständlich tun mir die frei werdenden Mitarbeiter leid. Aber wer, wenn nicht die „Insider“, konnten diese Entwicklung über die Jahre mitverfolgen und sich fragen, ob sie sich dem Ende mit Schrecken stellen wollen oder lieber rechtzeitig nach etwas anderem umsehen. Siehe Überschrift.
Wiejerschderfer
02.09.2020, 21:55 Uhr
Funke-Mediengruppe...
... und seriöser Journalismus sind auch so zwei Dinge, die sich gegenseitig beißen.

Micha123 hat das richtig auf den Punkt gebracht.

Leider habe ich mit der Lokalredaktion NDH von der TA oftmals Schwierigkeiten gehabt ob ihrer fehlenden Objektivität und deshalb weine ich dieser Entscheidung keine Träne nach
Kyffhaeuser
02.09.2020, 22:04 Uhr
Selbst dran schuld
zum Ersten sind diese postkommunistischen Zeitungen selbst dran schuld. Im Grunde handelt es sich im ganzen Osten um die ehemaligen SED Zeitungen, die nach 1990 teilweise im Block an die Großkonzerne im Westen verkauft wurden. Damit kamen wir Leser vom Regen in die Traufe. Von einem Monopolisten zum Anderen. Gernau diese ex- SED Zeitungen haben im ganzen Osten großflächig mit ihrer Marktmacht verhindert, dass kleine , echte Regional-zeitungen entstehen konnten. Mit echten Reportern vor Ort und mit echten Redaktionen in der Fläche.
Zweitens hat hier die gesamte Mediengruppe den digitalen Wandel völlig verschlafen und bietet z.B. für absurde Onlinpreise seine "Wurst" Blätter an ! absolut überteuert, nichts Regionales drin !
Drittens schiebt die gesamte Zeitungsbranche einen riesen Wasserkopf an Pensionslasten vor sich her, wenn Manche wüssten was so ein Schreiberling "verdient" hat und was der dann noch an Persion abgreift, da würden noch mehr die Zeitung sofort abbbestellen.
Viertens - die Zustellerei hätte man längst anpassen müssen, mit intelligenten Angeboten, Sammelbriefkästen , Zusammenarbeit mit mehreren privaten Zustellerfirmen ( Post, DHL, Hermes etc. ) Ein eigenes System ist unbezahlbar.
Fünftens - das Druckhaus in Erfurt wurde Anfang der 1990 ziger ?? für viel Kohle aus dem Boden gestampft und sicher auch mit viel Fördermitteln errichtet, war aber immer nur eine verlängerte Werkbank des Westens, sicher wurden notwendige Inverstitionen "vergessen" und das ganze nun so auf Verschleiß gefahren, dass es nun ein Leichtes ist, die Bude ganz zu schließen.
Trauriges Ende einer verfehlten Politik und eine verspätete Rache der SED ! Wieder ein Fehler mehr, der zur Wende absichtlich ? gemacht wurde.
karo
03.09.2020, 05:56 Uhr
@micha123
Genau meine Meinung!
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Leser X
03.09.2020, 07:16 Uhr
Kyffhaeusers SED-Paranoia
Kyffhaeuser, was haben Sie nur ständig mit der SED? Schauen Sie mal auf den Kalender. Wir haben 2020!

Ich mache doch auch nicht für den Zustand der Westmedien die NSDAP verantwortlich.

Es darf ja jeder sein Feindbild kultivieren. Es passt halt eben nur nicht überall hin.
Erkan
03.09.2020, 09:34 Uhr
Bin richtig froh
Wer hier liest, sieht wie " schlecht" es der Funke Mediengruppe geht.
Da bin ich richtig froh, dazu beitragen zu dürfen, sie noch etwas am Leben zu erhalten.
Ich bezog die Tagespresse ( DAS VOLK, später die TA) seit ca 1985. Auch ich schluckte über die sich ständig verschlechternde Berichterstattung, manchmal war sie auch recht einseitig. Preiserhöhungen wurden auch ohne Widerspruch geschluckt.
Die Mediengruppe Funke, zog oder zieht daraus wahrscheinlich den Schluß mit den Beziehern darf man alles tun, sie wehren sich ja nicht.
Mir passierte ein ganz besonderes Beispiel: Im April 2020 wechselte ich mein Kreditinstitut und mein Abo-Beitrag konnte nicht eingezogen werden. Im Mai erhielt ich eine Mahnung. Noch ehe ich reagieren konnte wurde die Lieferung der TA ab 18.05.2020 eingestellt.. Dann lieferte man vom 01.06.2020 bis 05.06.2020 nochmal die TA und stellte dann die Lieferung wieder ein.
Ich erhielt also nicht die vereinbarte Leistung lt. Bezugsbedingungen.
All das hielt aber die Mediengruppe Funke nicht davon ab, trotz Nichtlieferung ein Inkassobüro zu beauftragen, bei mir die vollen Bezugsgebühren für die Monate April, Mai und Juni 2020 einzutreiben.
Man sieht , wie schlecht es um die Mediengruppe bestellt ist.
Wer seinen Part der Vertragsbedingungen nicht erfüllt und auch nicht liefert, hat auch nicht das Recht Geld für nicht erbrachte Leistungen zu fordern. Aber wahrschein-lich ist es nun mal so.
HUKL
03.09.2020, 17:25 Uhr
Einige eingefleischte Leser werden nach dieser Meldung bestimmt nachdenken!
Bei diesem Thema werden bei mir einige Erinnerungen aufgeweckt. Ganz besonders war ich damals nämlich stolz, als Normalbürger mit kleineren „Ab und zu“ - Beiträgen auf einem der gepolsterten Sesseln im tollen Festsaal der neuen Staatskanzlei in der Landeshauptstadt, nach der fast zeitgleichen Angleichung unseres ehemaligen Staates an die BRD, an der Verabschiedung der früheren Bezirkszeitung, „DAS VOLK“, dabei sein zu dürfen. Gleichzeitig war diese besondere Veranstaltung mit einer eingeschlossenen Diskussionsrunde die Geburtsstunde des neuen Blattes, „Thüringer Allgemeine“, die unabhängig sein sollte und deshalb bald zu einer GmbH wurde.

Wer aber annahm, dass die früheren parteilastigen Redakteure, die bekanntlich besonders die größeren Firmen unser doch schon etwas schwächelnden Volkswirtschaft, die damals noch Betriebe hießen, bei den Planerfüllungszahlen regelrecht in den Himmel hoben, aussortiert wurden, musste sich stark täuschen. Auf der Bühne erschienen fast die gleichen Schreiberlinge, statt den erwarteten „Gladiatoren“, die eine vermeintlich völlig neue Linie kreieren sollten! Besonders erinnerte ich mich, als eine ältere Dame den internen Moderator, Sergej Lochtofen, der später von den gesamten Mitarbeitern zum Chefredakteur bis 2009 gewählt und mit seiner Frau als Vize von der damaligen Konzerngruppe, WAZ, danach wegen „Unstimmigkeiten“ unter dem lange anhaltenden Unmut der Kollegen und Leser der Zeitung entlassen wurde, nach der Parteizugehörigkeit dieser Vorgestellten fragte. Da senkten sich nämlich plötzlich fast alle Köpfe nach unten......

Ganz still wurde es im Festsaal, als sich ein früherer Volkskorrespondent ausgerechnet aus Nordhausen zu Wort meldete und extra aus Kassel anreiste. Über Ungarn flüchtete er noch vor der Wende und meinte fast wörtlich: “Als ich die für einen Neuanfang gedachte auserwählte Riege hier oben auf der Bühne sah, lief es mir kalt den Buckel hinunter. War ich in den Räumen der Redaktion zu Besuch, beachtete mich kaum einer und jetzt das .....“!


Allein an der völlig veralteten Drucktechnik, wie es heißt, die seit dem Neustart mit ca. einer halben Milliarde (!) DM investiert wurde, wird dieser Rückzug kaum gelegen haben.....
Ilfelder59
04.09.2020, 19:11 Uhr
Funke Mediengruppe und TA
Ich kann den meisten obigen Kommentaren nur beipflichten.
Ich sehe viele Parallelen zu den öffentlich rechtlichen *Staats*medien, steigende Gebühren (GEZ) für immer weniger Gegenleistung und immer schlechtere Qualität und dafür immense Steigerungen der Gehälter und Pensionen und anderer Bezüge.
Genauso bei der TA sprich Funke Mediengruppe.

Sollten diese Medienstümper doch endlich einmal leistungsgerecht bezahlt werden, so müssten sie noch Geld mitbringen!
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