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Fr, 14:01 Uhr
28.08.2020
CDU-Sprecher Tischner kritisiert: „Mehr als 500 unbesetzte Lehrerstellen“

Hausaufgaben nicht gemacht: Holter verpatzt Schulstart

„Der Bildungsminister hat seine Hausaufgaben nicht gemacht und den Start ins neue Schuljahr verpatzt. Mehr als 500 Lehrerstellen sind bis jetzt unbesetzt.“ Mit diesen Worten hat der stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Christian Tischner, auf die heutige Pressekonferenz von Thüringens Bildungsminister Helmut Holter reagiert...

Tischner hatte, nachdem Holter in der PK auch auf Nachfrage nicht willens oder in der Lage war, die Zahl der unbesetzten Stellen zu nennen, auf den Seiten der Thüringer Schulämter nachrecherchiert (siehe Auflistung unten). Demnach waren zum Stichtag 27. August 2020 an Thüringens fünf Schulämtern 349 unbefristete und mindestens rund 200 befristete Stellen nicht besetzt. „Diese Zahlen zeigen, dass Thüringen kein Stellen-, sondern ein Organisations- und Attraktivitätsproblem hat. Noch immer stellen wir zu spät ein, bilden zu wenig aus und bieten keine Anreize, um Stellen in ländlichen Regionen und in Mangelfächern zu besetzen“, machte der CDU-Politiker deutlich.

„Es nützt nichts, wenn sich der Bildungsminister und die Finanzministerin auf dem Papier um Stellen streiten. Entscheidend ist, dass die Lehrer auch in Klassenzimmern ankommen. Und genau das passiert nach sechs Jahren linker Bildungspolitik in Thüringen nicht“, so Tischner weiter. Holter müsse nun endlich die schon lange von der CDU eingeforderte Lehrerbedarfsprognose und ein daraus resultierendes Personalentwicklungskonzept 2030 vorlegen, um sauber gegenüber dem Finanzministerium argumentieren zu können. „Noch immer fehlen klare Prognosen zum Einstellungsbedarf und ein klarer Plan, wie man mit den auch in den kommenden Jahren hohen Ruhestandszahlen und weiter steigenden Schülerzahlen umgeht. Das rächt sich jetzt“, erklärte Tischner.

„Wenn es weiterhin nicht gelingt, deutlich mehr als 400 Lehrer pro Jahr auszubilden, kann die Rechnung angesichts von 1000 Renteneintritten bzw. Pensionierungen allein in diesem Jahr nicht aufgehen“, so der CDU-Politiker weiter. Der steigende Bedarf durch den Aufwuchs von thüringenweit rund 2300 zusätzlichen Schulanfängern im Vergleich zum Vorjahr sei da noch gar nicht berücksichtigt. Zudem verschweige der Bildungsminister bei der von ihm genannten Zahl von aktuell 817 Lehrereinstellungen, dass davon rund 300 bereits zum Halbjahr und somit im ersten Quartal eingestellt wurden und wie viele davon aufgrund einer Befristung nicht dauerhaft als Lehrkraft in Thüringen zur Verfügung stehen. „Minister Holter bleibt sich treu: Während er die Fakten beschönigt und sich mit Ankündigungen aufhält, bleiben Stundenausfälle und fehlende Noten auf Thüringer Zeugnissen ganz unabhängig von Corona auch im neuen Schuljahr vorprogrammiert.“

HINTERGRUND:
Unbesetzte Lehrerstellen nach Schulamt (Stand: 27.8.2020):
  • Schulamt West: 70 unbefristete und 32 befristete Stellen
  • Schulamt Nord: 66 unbefristete und 60 befristete Stellen
  • Schulamt Süd: 73 unbefristete Stellen (befristet: keine Angaben)
  • Schulamt Ost: 63 unbefristete Stellen (befristet: keine Angaben)
  • Schulamt Mitte: 14 unbefristete und 97 befristete Stellen
(Stand befristete Stellen: 2.8.2020)
Autor: red

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Kommentare

28.08.2020, 15.14 Uhr
Peter59 | Holter di Polter.......
Nicht nur akustisch, sondern auch im Handeln.....Mutige Entscheidung, aber viele Kinder kommen auch aus dem Urlaub zurück, dann tritt die "Ampel" in Aktion? Vielleicht sollte man langsam doch mal "Qwerdenken". Aber das sind ja alles Nazis.........
Trotzdem alles Gute und nicht auf Panikmache vertrauen.

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28.08.2020, 18.24 Uhr
N. Baxter | weit aus schlimmer als covid
wie zukünftige Generationen im Stich gelassen werden aber die feinen Herrn PolitikerInnen es sich bequem machen. Ich hoffe eines Tages kommt die Abrechnung...

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28.08.2020, 20.14 Uhr
Paul | N.Baxter
Das kommt mit Sicherheit, denn es gibt viele junge Leute die sich das mit Sicherheit nicht mehr gefallen lassen werden. es wird vielleicht keine Generation 1988/89 aber es wird eine sich wehrende Generation mit Sicherheit. Das hoffe ich auf jeden Fall.

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28.08.2020, 20.26 Uhr
Paul | Bildung
Und zu dem war es dem Kapitalismus doch schon immer angenehmer, lieber eine ungebildete Arbeiterklasse zu haben.als Menschen mit hohem Bildungsstand. Intelligente Menschen sind gefährlich, dumme dagegen wohl kaum.

8   |  4     Login für Vote
28.08.2020, 21.22 Uhr
Kobold2 | Dumme
Sind ebenso gefährlich, lassen sich aber besser kontrollieren....

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29.08.2020, 03.31 Uhr
tannhäuser | Das sehe ich etwas anders...
...wozu braucht dann ein Schäfer einen intelligenten Hütehund, wenn er seine Herde auch allein unter Kontrolle halten könnte?

Massensuggestion ist keine Frage der Intelligenz, sondern der Ästhetik. Das hat uns schon Leni Riefenstahl gelehrt.

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29.08.2020, 08.07 Uhr
Stadtbewohner | Warum...
...wird hier schon wieder von Revolution gefaselt?
Ich dachte es geht um Lehrermangel? Die CDU glaubt auch, daß Lehrer auf Bäumen wachsen. Dabei haben sie in 25 Jahren Regierung die Zustände herbeigeführt.

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29.08.2020, 09.22 Uhr
diskobolos | @ Baxter und Paul
Ich wusste nicht, dass es die "zukünftigen Generationen" sind, die von der Politik im Stich gelassen werden. Sonst lese ich hier immer, das wären die armen Rentner, die hart arbeitenden Menschen, allgemein "das Volk".
Wer von Abrechnung faselt, träumt vielleicht von Verhältnissen wie in den USA oder Weißrusland. Anarchie wahr noch nie die Lösung.

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29.08.2020, 11.00 Uhr
Lotterfee | Das ganze Schulsystem,
Ist meiner Meinung nach schon anzuzweifeln. Wie kann man sich sonst erklären, daß 2019 rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland nicht richtig lesen und schreiben können.
Die Dunkelziffer liegt höchst wahrscheinlich noch um einiges höher. Beim Thema Lehrermangel, warum werden immer noch tausende Lehrer pünktlich zu den Sommerferien entlassen? Während tausende Lehrer an Grund - und Förderschulen, sowie Sekundarstufe 1 fehlen, ist an Gymnasien ein Überschuss von Lehrkräften zu verzeichnen. Vielleicht sollte man dem hessischen Beispiel folgen und diesen Überschuss an Lehrkräften umschulen.

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04.09.2020, 18.36 Uhr
Ilfelder59 | Holter
Ein *Maurer* (Dipl.Ing. für Betontechnologie) der in Thüringen Bildungsminister ist, ein Bankkaufmann der in Deutschland Gesundheitsminister spielen darf, eine Verteidigungsministerin die *NICHTS* (Politwissenschaft) studiert hat...
Der Beispiele gibt es sicher viele, wie Inkompetenz, Arroganz, Ahnungslosigkeit, in Kombination mit Lobbyismus, Korruption und Dummheit einhergehen und perfekt zusammen spielen, um unser schönes Heimatland gnadenlos zu vernichten.

Diejenigen, die nach uns kommen, sind zu nichts mehr, als Fast Food, Handydaddeln, H4 beziehen, usw. in der Lage, deutsche Schulbildung sei Dank!

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04.09.2020, 18.42 Uhr
Ilfelder59
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