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So, 14:06 Uhr
23.08.2020
Erste Langzeitstudie angekündigt

Wie wirkt das bedingungslose Grundeinkommen?

Die derzeitige Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen beruht selten auf fundiertem Wissen. Eine gemeinsame Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und des Vereins Mein Grundeinkommen soll das ändern und neue, empirische Maßstäbe setzen...

„Diese Studie ist eine Riesenchance, um die uns seit Jahren begleitende theoretische Debatte über das bedingungslose Grundeinkommen in die soziale Wirklichkeit überführen zu können. Bisherige weltweite Experimente sind für die aktuelle Debatte in Deutschland weitgehend unbrauchbar. Mit diesem lang angelegten Pilotprojekt für Deutschland betreten wir wissenschaftliches Neuland“, sagt Jürgen Schupp, Senior Research Fellow des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) am DIW Berlin.

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Mit dem heutigen Tag beginnt die Rekrutierungsphase für am Ende 1500 ProbandInnen der Langzeitstudie, von denen 120 nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden, die drei Jahre lang monatlich 1200 Euro erhalten – bedingungslos. Die restlichen einbezogenen 1380 StudienteilnehmerInnen dienen als Vergleichsgruppe, um sichergehen zu können, dass in der Studie zu beobachtende Veränderungen tatsächlich auf das ausgezahlte Grundeinkommen zurückzuführen sind.

„Wir wollen herausfinden, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen Menschen und Gesellschaft verändert. Wir wollen wissen, was es mit Verhalten und Einstellungen macht und ob das Grundeinkommen helfen kann, mit den gegenwärtigen Herausforderungen unserer Gesellschaft umzugehen“, sagt Michael Bohmeyer, Initiator des Vereins Mein Grundeinkommen.

Keine Bedingungen bei der Auszahlung
Die TeilnehmerInnen des Pilotprojekts, das unter dem Motto „Wir wollen es wissen“ steht, müssen keine Bedürftigkeit belegen und können unbegrenzt Geld hinzuverdienen, wenn sie wollen. Der Betrag des gezahlten Grundeinkommens orientiert sich an der Armutsgefährdungsgrenze. Das heißt, er liegt über dem Einkommensbetrag, ab welchem die Möglichkeiten zur Lebenserhaltung und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben eingeschränkt sind.

Da menschliche Entscheidungsprozesse hochkomplex sind und der Fokus auch auf Veränderungen von Entscheidungen und kognitiven Fähigkeiten der TeilnehmerInnen liegt, wird die Studie außerdem von WissenschaftlerInnen des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern sowie der Universität zu Köln durch psychologische und verhaltensökonomische Forschung unterstützt.

Eine Million BewerberInnen haben die Chance teilzunehmen
Die Bewerbung zur Teilnahme ist für alle möglich, die ihren ersten Wohnsitz in Deutschland haben und mindestens 18 Jahre alt sind. Zur Bewerbung muss ein Online-Fragebogen mit Kontaktinformationen, Angaben zu Geschlecht, Kinderanzahl und Anzahl der Personen im Haushalt sowie einigen Daten zur Lebenssituation, wie den höchsten erworbenen Schulabschluss, Nettoeinkommen und den Erhalt von Sozialleistungen, ausgefüllt werden. Die Studie startet, sobald sich entweder eine Million Menschen unter www.pilotprojekt-grundeinkommen.de zur Studienteilnahme beworben haben oder spätestens am 10. November 2020 mit den bis dahin eingeschriebenen Personen. Diese große Zahl ist notwendig, da die Datenqualität enorm verbessert wird, wenn die Grundmenge der BewerberInnen, aus der die TeilnehmerInnen ausgewählt werden, möglichst groß und vielfältig ist.

Die Auszahlung der Grundeinkommen beginnt im Frühling 2021. Die TeilnehmerInnen werden im dreijährigen Studienzeitraum jeweils sechs Onlinefragebögen ausfüllen, die unter anderem Fragen zur Erwerbstätigkeit, Zeitverwendung, dem Konsumverhalten, Werten und der Gesundheit enthalten.

Besonders an der Studie ist, dass sie durch Spenden von 140.000 Privatpersonen finanziert wird, die momentan 607.000 Euro im Monat an den Verein Mein Grundeinkommen spenden. Ab dem Studienstart werden rund 23 Prozent dieser Spenden für die vollständige Finanzierung der Studie verwendet. Die Finanzierung durch private Spenden sichert die politische Unabhängigkeit der Studie.
Autor: red

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Kommentare
Leser X
23.08.2020, 17:50 Uhr
Ich bin dafür
Es gibt Bereiche in Deutschland, wo das bedingungslose Grundeinkommen hervorragend funktioniert, sogar auf ganz hohem Niveau. Bestes Beispiel hierfür sind Bundestagsabgeordnete oder Manager, die für ihre Fehlleistungen fürstlich alimentiert werden. Da sollte man bei Brosamen für das gemeine Volk mal nicht so knauserig sein.
Kama99
23.08.2020, 18:23 Uhr
Wie es wirkt?
Sollte das jemals kommen, wird der Migranten-Ansturm ungeahnte Ausmaße annehmen.
Leser X
23.08.2020, 18:43 Uhr
Kama99
Das nehmen wir doch gern in Kauf, wenn wir auch davon profitieren::))
geloescht 20210614
23.08.2020, 19:22 Uhr
ohne jemals zu arbeiten bis zum Tod
und doch ganz angenehm zu leben.Ist das nicht toll.Nur das es immer noch ein paar Dumme geben muss/sollte,die das Geld erarbeiten!? Oder wird nur noch Geld gedruckt!?
Irgendwas kann doch hier nicht funktionieren! Oder ?
Wenn ich mir das so anschaue wird das Nichtstun leichtgemacht.

nach Karl Marx die auf den Sozialismus folgende Entwicklungsstufe, in der alle Produktionsmittel und Erzeugnisse in das gemeinsame Eigentum der Staatsbürger übergehen und alle Klassengegensätze überwunden sind
Das ist der Kommunismus.

Nichts anderes scheinen hier einige Idioten anzustreben.
Den Sozialismus a la SPD haben wir ja bald wieder.Da kann ja der Kommunismus nicht weit sein.
Paul
23.08.2020, 21:54 Uhr
Debatte???
Das ist doch alles nichts Neues. Dieses Gek wurde schon in den 70-u.80-ger Jahren mehrfach,damals von der SPD, im Bundestag debattiert. Es sollte so sein, daß JEDER, damals ging es um 1ooo DM pro Monat, dieses Geld erhält. Im gegenzug fallen aber ALLE anderen sozialen Zugelder Weg. Also Miete ect. Es wurde immer wieder abgelehnt, obwohl mehrfach rechnerisch belegt wurde, daß die Regierung mit diesem Modell mehr Geld einsparen würde als bei dem bestehenden Zahlungen von ALG. Ich bin mal gespannt was diesmal rauskommt.
diskobolos
23.08.2020, 23:43 Uhr
Egal, wie der Versuch ausgeht...
das BGE wird niemals Realität.
Es scheitert an der Finanzierbarkeit und an der Akzeptanz der Bürger.
Setzt man voraus, das die Gesellschaft die gleiche Menge an Gütern und Leistungen produzieren würde (was ich nicht glaube), bekämen einige Menschen mehr daraus als jetzt, andere weniger. Letztere würden sicher etwas dagegen haben, Denn Sie sehen ihr Einkommen als Lohn für ihre Arbeit an. Warum sollten sie etwas an die abgeben, die weniger leisten?
Man geht wohl nicht falsch in der Annahme, dass die Befürworter des BGE vor allem aus der ersten Gruppe sind
Christian Staifen
24.08.2020, 06:39 Uhr
Es würde in den ersten Monaten gut funktionieren.
Nur würde nach Monaten alles teurer werden so das man doch wieder dazu verdienen müsste! Aber dann ist kein Amt mehr da wo man sich die Stromnachzahlung
Holen könnte!
Bekommt es erstmal hin das arbeitsfaule Jugendliche wieder Handwerksberufe ausüben wollen!
A.kriecher
24.08.2020, 07:41 Uhr
BGE
Einer hat es halbwegs begriffen. Peterchens Beitrag beschreibt es annähernd. Ansonsten ist das BGE Schwachsinn und Punk. Dienen tut es nur diesem sowieso schon kranken System, aber keinen ehrlich arbeitenden kleinen Malocher .
andyrendy5
24.08.2020, 08:41 Uhr
Die einzige wirklich gerechte Entscheidung
Liebe Kommentatoren und Kommentatorinnen,

ich lese hier, dass das blG (bedingungsloses Grundeinkommen) dem Arbeitnehmer nichts bringe und nur für Ungerechtigkeit sorgen würde.

Dazu mal folgende Meinung:

1. Sozialleistungen werden in Milliardenhöhe verteilt und davon bekommt der klassische Steuerzahler nix.
2. Sozialleistungen sind noch immer nicht gerecht. Wer nur 2€ zu viel hat, bekommt nix, während andere lebenslang nix schaffen und versorgt sind.

Das blG würde dies endlich beenden. Alle Sozialleistungen (Harz 4, Kindergeld usw.) werden abgeschafft und jeder wirklich jeder bekommt 1200€ je Monat. Dann würde auch der Arbeitnehmer, der bis jetzt immer in die Röhre schaut, sein blG bekommen. Dadurch könnten einige sagen, ich brauche nicht mehr 2 Jobs, ich muss nicht mehr 45h in der Woche Arbeiten und konzentrie mich auf die Familie, junge Unternehmer hätten zum Start ihrer Selbstständigkeit mal wenigstens eine kleine Finanzsicherheit und der klassische Lohnsteuerpflichtige bekäme nun auch endlich mal was vom "Kuchen" ab.

Jetzt das Argument, dass alle aufhören zu Arbeiten und dass das blG keiner bezahlen kann......

Hand auf das Herz!..... Jeder der jetzt 1800€ netto oder weniger hat, wird doch nicht bei 1200€ die Füße in die Luft heben? Das ist typische egoistische Denke der Deutschen.

Bezahlen könnten wir das blG mit einem gerechten Steuersystem. Lohnsteuer weg, Krankenkassenbeitrag weg und die Mehrwertsteuer rauf auf 25 oder 30%.

Warum? Einfach ... wer viel Geld hat und viel kaufen kann bzw. sehr preisintensive Dinge kauft, zahlt entsprecht mehr Steuern durch die Mehrwertsteuer und wer weniger hat und entsprechend preisgünstiger kauft zahlt weniger. Wer ein Auto für 100.000€ kauft, muss halt 30.000€ Mehrwertsteuer Zahlen und wer sparsam einen PKW für 20.000€ kauft, zahlt halt nur 6.000€ Mehrwertsteuer ..... das währe wirkliche Gleichbesteuerung und das blG währe so auch bezahlbar.
geloescht 20210614
24.08.2020, 09:18 Uhr
Ihr "Schwachsinn" beflügelt das Nichtstun andyrendy5
schon mal darüber nachgedacht?Oder gibts beim Denken Schwierigkeiten !? Durch "Gleichmacherei" und Negierung von Eigeninitiativen hat der Sozialismus a la DDR letztendlich eine Bauchlandung hingelegt.Eine Triebkraft für die menschliche Entwicklung und technische Fortentwicklung der Menschen war schon immer Geld und Anerkennung.Sie müssen Menschen für Arbeit belohnen und nicht fürs Nichtstun.Fehlt dieses Wesensmerkmal so schaffen sie "Faulheit und Stillstand".Leute,die nicht arbeiten oder schlecht arbeiten sollen auch weniger erhalten.Es kann nicht sein,dass Menschen aus Faulheit nie gearbeitet haben und dann ein fettes Stck Kuchen erhalten .
Phantom92
24.08.2020, 09:36 Uhr
Nicht finanzierbar!
Rechnet man einfach mal, das 45 Mio. Deutsche im Erwerbstätigen Alter je 1000€ bekommen, sind das pro Monat 45Mrd Euro Ausgaben. Das Arbeitsamt, inkl. aller Leistungen und Verwaltung etc., verschlingt im Jahr ca. 100Mrd Euro. Das bedeutet der Wegfall dieses großen Kostenfaktors würde nur 2 Monate decken. Weitet man das jetzt aus, das jedes Kind und jeder Schüler auch noch 1200€ anstatt wenige hundert Euro Kindergeld bekommen, kann doch hier keine positive Erkenntnis bei Rauskommen. Was ist mit der Rentenkasse? Fällt die staatliche Rente weg, wird doch ab Mitte 50 sich niemand einen neuen Job suchen, wenn er so oder so das gesicherte BGE bekommt. D.h. in geringem Ausmaß wegfall der Lohnsteuer und der SV-Beiträge aller, welche Ihren Job ganz kündigen oder sich geringer vergütete Tätigkeiten suchen. Also noch mehr defizite und staatliche Subventionen nötig.

Außerdem sind doch die Lebensmittelhersteller nicht dumm. Wenn plötzlich ein ganzes Land mehr einkommen hat, dann kostet doch das Stück Butter nicht mehr 1,50€ sondern 2,00€. Jeder Hersteller will doch daran verdienen...
Kritiker86
24.08.2020, 10:40 Uhr
Gute Idee..
das bedingungslose Grundeinkommen. Bloß im RaubtierKapitalismus und im Ellenbogenstaat Deutschland nicht umsetzbar. Das einzige was hier zählt ist Geld für den Privatmann nicht für die Öffentlichkeit. Eine Putzfrau die tgl. 10 Stunden sich abrackert und dabei ein Hungerlohn bekommt oder der Typ der im Büro sitzt und sich dumm und dämlich verdient. Gerechtigkeit gleich null, Ausbeutung ziemlich groß vor allem bei denen die kein Abitur vorweisen können und ungelernte Jobs verrichten. Jetzt meine Meinung, das bedingungslose Grundeinkommen hat für mich nur Vorteile für alle. Es wäre schon jetzt viele Jahre überfällig. Gleichzeitig müssen wir ein komplett neues Steuermodell entwickeln. Fakt ist doch: Die Ausbeutung des Planeten darf so nicht weitergehen und der Menschen genauso wenig. Lange Zeit bleibt uns nicht mehr bis die Welt über uns Zusammenbricht. Grundlegende Änderungen müssen her und das so schnell wie möglich. Dieses wird nicht durch die alten getragen sondern den neuen Generationen...Macht, Gier und Tellerrand denken wird uns hier nicht weiterhelfen. Hab heute meine 72 Stunden Woche geschafft...mit den Grundeinkommen könnte ich weniger Arbeiten und mich persönlich freier Entfalten und hätte auch mehr Zeit für die Familie.
Alanin
24.08.2020, 11:23 Uhr
Alles was man kauft...
...hat einen Preis und der Preis bestimmt sich durch Angebot und Nachfrage. Der Preis steigt so lange, wie die Nachfrage das Angebot übersteigt. Die Nachfrage wird unter anderen durch fehlendes Kapital beim Nachfragenden begrenzt.

Hat nun ein großer Teil der nachfragenden Gruppe mit einem Schlag 1.000 Euro mehr, jeder der arbeiten geht bekommt nun 1.000 extra. Jeder der aktuell von einer Unterstützung lebt hat dann nur die 1.000. Damit verschiebt sich die "Gerechtigkeit" noch weiter...

Dadurch, dass ein Teil der Nachfrager nun noch mehr Kapital zur Verfügung hat, wird der Teil auch in der Lage sein mehr Geld für irgendetwas auszugeben. Damit kann man sich beispielsweise eine teurere Wohnung leisten, oder alternativ mehr Geld für die gleiche Wohnung ausgeben.

Ganz einfache Vorgänge des Zusammenspiels zwischen Angebot und Nachfrage. Der Preis wird steigen. Ergo, die Leute am unteren Ende der Stange haben de facto noch weniger und für die am oberen Ende ändert sich im besten Fall gar nichts.

Das Ganze wird mehr Schaden anrichten, als es ingesamt verbessern kann. So schön sich der Gedanke eines BGE anhört, so wenig ist es bis zum Ende gedacht.

Und das nette Experiment, welches da gemacht werden soll, wird leider - wie alle Experimente in diese Richtung - die gesamtvolkswirtschaftlichen Zusammenhänge außen vor lassen. Denn eine Gruppe von 120 Personen, die an dem Experiment teilnehmen, ist viel zu klein, als dass sie eine Auswirkung auf die Preisbildung am Markt hätte.

Man wird wunderbar den Effekt beobachten können, was so 1.200 Euro extra im Monat so ausmachen. Aber leider nur den Teil. Man wird es für gut und toll befinden, wird es wahrscheinlich auch noch einführen und am Ende dastehen und den Scherbenhaufen sehen...
Quallensammler
24.08.2020, 11:33 Uhr
Klasse Studie,
die wird zeigen, wie das Projekt läuft. Dann kann die Politik umsetzen, wenn sie sich traut.

Das BGE finde ich gut. Wenn man schaut, was ein bekennender Berufs-Hartzer an Taschengeld, Wohngeld, Vergünstigungen der Krankenkasse, Erlass Rundfungbeitrag, Zuschuss Teilhabe am sozialen Leben, Möglichkeit zur Nutzung von Möbelkammer und Tafel usw.. an vollumsorgenden Schutz für sein Nichtstun erhält, sind wir bei einem stolzen Betrag. Dazu kommen die immensen Kosten für die Verwaltung der "Benachteiligten".

Brav vom Steuerzahler bezahlt. Also von der mühsam buckelnden Reinigungskraft über Fernfahrer und Krankenpfleger. Aber auch vom Mittelsdändler, der oft weit jenseits der 40h-Woche was schafft (und oft noch Verantwortung für Mitarbeiter übernimmt). Selbst die immer gerne ins Rampenlicht geschobenen Super-Banker und Schwerreichen lassen beispielsweise durch Stiftungen Geld da.

Das BGE würde aus meiner Sicht für Gerechtigkeit sorgen. Nicht, weil dann Faule offiziell faul sein können. Nicht, weil Dumme auf die gleiche Stufe gestellt werden, wie Menschen, die sich Bildung angeeignet haben. Nicht, weil Gutverdiener (die ja auch was für ihr Einkommen tun) das gleiche BGE bekommen, wie bisher prekär Beschäftigte. Sondern weil dann jeder die Chance hat, seine berufliche Entwicklung selbst zu gestalten - das Lebensminimum ist abgesichert. Finanziell abgesichert lassen sich Chancen entdecken und entwickeln. Oder das Ehrenamt endlich ausüben. Oder in Bildung investieren. Oder ein Elternteil pflegen. Oder...

Da nur wenige mit dem Mindestsatz leben wollen, wird es weiterhin Menschen geben, die Jobs aller Art machen. Mehr Geld, mehr Wohlstand, mehr Anerkennung - das motiviert.

Die Finanzierung halte ich für machbar. Steuereinnahmen gibt es weiter. Und: es werden beachtliche Ausgaben minimiert. Die vielen Mitarbeiter der verschiedenen Ämter, die die "Benachteiligten" und "Hilflosen" aktuell "betreuen", fallen weg. Die vielen von ihnen genutzten Liegenschaften müssen nicht mehr unterhalten werden. Die vielen nur von staatlichen Fördermitteln lebenden "Sozialdienstleister" mit ihren "Förderprogrammen" in der Peripherie sind nicht mehr nötig.

Die Studie hat ihre Chance, wir auch. Zum Nachdenken.
Psychoanalytiker
24.08.2020, 12:05 Uhr
Andreaspaul's ... Theorie geht aber auch nicht auf
O.K., wer arbeitet soll von seiner Arbeit gut leben können. Wenn Sie dann noch diejenigen einbeziehen, die einmal gearbeitet haben (Rentner), dann bin ich zunächst bei Ihnen. Nicht bei Ihnen bin ich bei "Berufen", die für (relatives) "Nichtstun" viel zu viel Geld erhalten. Ich denke da an Fußballprofis, Moderatoren des Fernsehens, (auch) Politiker mit diversen Nebenjobs (z.B. in Aufsichtsräten), Manager, die trotz Versagens hohe Abfindungen und danach einen noch besseren Job erhalten, Lobbyisten oder Erben, die selbst noch nie arbeiteten, aber andere arbeiten lassen ...

Und dann gibt es halt auch Menschen, die nie in diesem Land gearbeitet haben, nie in die "Kassen" einzahlten, hier aber leben und dafür ...... erhalten. Aber das ist wieder ein anderes Thema ...
Sonntagsradler 2
24.08.2020, 12:13 Uhr
Klasse /letzter SatzKritiker86 und Quallensammler
Die Gier (ich nehme an nach Geld) abschaffen wollen. Aber BGE wünschen.
Für mehr Zeit mit Familie würde ich eine 40 Stundenwoche empfehlen. Ach ja dann kommt man ja wieder mit dem Wohlstand in Konflikt.

@Quallensammler

Was bedeutet BGE?
Hartzies und sonstige Sozialleistungen werden weiter gezahlt. Also weiter über die Harzies ärgern.
Klasse gelle! :-) :-D
Ihr Satz
„Da nur wenige mit dem Mindestsatz leben wollen, wird es weiterhin Menschen geben, die Jobs aller Art machen. Mehr Geld, mehr Wohlstand, mehr Anerkennung - das motiviert.“
Da frage ich mich was Hartz IV jetzt ist.
Na ja Klasse

Ihr Satz
„Die Finanzierung halte ich für machbar.“

Woher sollen Monat für Monat über rund 83,2 Milliarden Euro kommen wenn jeder Bundesburger nur 1 Euro BGE bekommen würde.
Ganz zu schweigen voen einen BGE von 1200 Euro.
Also weiter Träumen
Phantom92
24.08.2020, 12:40 Uhr
@ Sonntagsradler 2
Im Grundsatz ganz Ihrer Meinung. Jedoch hat die Bundesrepublik, trotz aller Wirtschaftsflüchtlingen samt Anhang, nur Millionen Einwohner. Keine Milliarden :)
Kaleida
24.08.2020, 12:42 Uhr
Fahrradfahrer, bleib bei deinen Pedalen!
Selbst die ganze bunte Kugel hat bei weitem nicht 83,2 Milliarden Einwohner... Wieso also 83,2 Milliarden bei 1€ pro Nase?

Es wird konfus!
Sonntagsradler 2
24.08.2020, 13:04 Uhr
@Phantom92
aber wissen Sie wie viel unsere Regierung noch einläd. ;-)
Aber korekt
Dann sind es mit den 1200 € pro Kopf
Eine Monatlich Gesamtsumme von 99,84 Milliarden. Monat für Monat.
Lotterfee
24.08.2020, 13:39 Uhr
Nur eine Frage?
Glaubt ihr wirklich, das sich nach dieser 3jährigen Studie irgend etwas ändert?
Quallensammler
24.08.2020, 13:56 Uhr
Die Millionen und Milliarden
sind schon so ein Ding, Sonntagsradler2.

Die Studie übt am zusätzlichen BGE. Studie heißt nicht, das es die komplette Umsetzung danach gibt. Da ist das BGE eher als Basis für alle gedacht. Für HartzIV das Ende, denn BGE ersetzt dann die Grundsicherung.

HartzIV an sich, oder auch die alte Sozialhilfe halte ich aktuell durchaus für noch nötig. Zumindest in der Form, die für willig Arbeitssuchende gedacht ist, die aber mangels Angeboten aussichtslos bleiben. Faultiere haben eh schon BGE.

Für jeden, der zusätzlich zu seinem BGE arbeiten oder ehrenamtlich oder familienpflegerisch oder sonstwie für die Gemeinschaft arbeiten mag, bieten sich bessere Möglichkiten als heute, das Existenzminimum ist ja gesichert.

Zur Finanzierung habe ich eben mal geschaut, was allein die Lohnsteuer 2019 brachte. Laut Statista kamen da nicht ganz 220 Milliarden zusammen. Für das BGE bräuchte es auch bei ca. 83 Mio Menschen x 1200 Euro viel, viel weniger. Zudem das Geld ja in den Konsum fließt, wo MWSt. anfällt. Und es gibt ja noch reichlich andere Steuern als Einnahme. Die eine oder andere Ausgabe könnte zudem überdacht werden, ob wirklich sinnvoll.

Vorausgesetzt, bei einer späteren Umsetzung ersetzt das BGE die jetzige Grundsicherung , halte ich es für sinnvoll. Die Millionen Nutznießer der jetzigen Verwaltungen für Sozialleistungsempfänger aller Art fallen auch in kein Loch, sie bekommen ja BGE ;-)

Nebenbei löst das BGE gleich noch das Problem Mindestrente mit und die Menschen, die ihr Leben lang für kleines Geld geschuftet haben, brauchen nicht mehr beim Amt betteln. Natürlich sollte es für Härtefälle einen planbaren Fonds geben, denn alle finanziellen Härten (Krankheit) mit dem BGE abzugleichen, wäre unfair.

Ich denke, das BGE bringt keine Massen-Faulheit zu Tage. Es gibt allen, die bisher nicht zufrieden sind, die Chance, etwas zu ändern. Bildung und Jobwechsel gehen halt nur mit Sicherheit im Rücken. Kunst, Kultur, Ehrenamt, Familie usw. auch.

Über die Studie meckern, braucht niemand. Das Geld kommt nicht aus der Tasche der Steuerzahler. Also entspannt sehen und schauen, was am Ende als Ergebnis wissenschaftlich aufbereitet wird. Und bis dahin malochen wir alle fleißig weiter brav im Hamsterrad.
Real Human
24.08.2020, 14:11 Uhr
Gibt es ein Recht auf Existenz?
Wenn ich im GG nach Existenz oder Dasein googele, erhalte ich null Treffer. Aber in Absatz (2) steht:

Das Deutsche Volk bekennt sich darum [wegen der „unantastbaren“ „Würde des Menschen“] zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Googelt man weiter nach den Menschenrechten, findet man unter den „Persönlichkeitsrechten“:

• Das Recht auf Leben
• Das Recht auf körperliche Unversehrtheit
• Das Verbot der Folter
• Den Schutz vor Menschenversuchen, Sterilisation (ohne Einwilligung), Körperstrafen, entwürdigender Behandlung, Züchtigung

Allein schon die ersten zwei Persönlichkeitsrechte sollten ein BGE rechtfertigen.

Aber gibt es neben Menschen-RECHTEN nicht auch Menschen-PFLICHTEN? Gibt es nicht auch BEDINGUNGEN für ein Grundeinkommen. Schließlich leben wir noch nicht „In the year 2525“ oder „In the year 5555/Your arms hangin' limp at your sides/Your legs got nothin' to do/Some machine's doin' that for you ...“

Befürworter des Bedingungslosen Grundeinkommens gehen davon aus, dass jeder Mensch ein inneres Bedürfnis nach Arbeit und sogar gesellschaftlich nützlicher Arbeit habe. An Vernunft und Altruismus muss ich aber gerade aktuell, wo es um den Schutz von Mitmenschen vor Ansteckung mit Corona geht, arg zweifeln.

Zehn Prozent „Faulenzer“ müsste eine technisch hochentwickelte Gesellschaft wie unsere verkraften können. Oder?

In Deutschland gab es 2019 3,2 % Vermögensmillionäre, knapp über 2 Millionen Personen. Die Erben dieser Millionäre haben selbst dafür keinen Beitrag geleistet. Wenn sie sich nicht zu blöd anstellen, werden sie ohne große Anstrengungen noch reicher. Darüber redet so gut wie niemand. Ein „armer“ Einmillionen-Erbe würde bei einer Kapitalverzinsung von 5 % ein Jahreseinkommen von 50.000 € haben. Ein Bezieher von 1.000 € Grundeinkommen hätte ohne Zusatzleistungen nur 12.000 € im Jahr. Die aktuellen Mietrenditen liegen zur Zeit zwischen 4,3 % in München und 8,1 % in Mönchengladbach.

Vielleicht sollte man lieber eine finanzierbare "Existenzpauschale" für jeden Deutschen fordern. „Bedingungslos“ könnte nach 1945 zu schlechte Assoziationen hervorrufen.
Psychoanalytiker
24.08.2020, 14:28 Uhr
Soll doch unsere Bundesregierung ...
... erst einmal gaaaaanz klein mit einem Grundeinkommen anfangen. Sie scheint es sogar 2021 anzugehen ...

2021 soll ja die Grund- (oder Mindestrente ?) eingeführt und gezahlt werden. Dies ist für mich generell nicht falsch, denn Rentner sollten durchaus ohne Ängste und sozial abgesichert leben können. Auch die Miete sollte problemlos gezahlt werden können.

Es muss dabei aber auch unterschieden werden, wer "nie" und wer 45 Jahre lang gearbeitet hat. Es kann nicht sein, dass man nach einem 45-jährigen Berufsleben kaum mehr, oder sogar weniger Geld erhält, als jemand ohne jegliche Arbeit und ohne Zahlung einer Rentenversicherung.
Wenn "Sozialhilfszahlungen" (egal wie die heißen, aber z.B. Hartz4, Wohngeld, Kindergeld, Krankenversorgung, Kuraufenthalte, ÖPNV, andere Zuschüsse ...) insgesamt höher ausfallen, als Rentenzahlungen nach 45 Arbeitsjahren, dann stimmt etwas nicht in diesem, unseren Land. Das gilt auch für Steuerzahlungen, die manche zahlen müssen, andere aber nicht. Wie heißt es auch hier in dieser Zeitung? "Arbeit muss sich lohnen" ... aber bitte nicht nur für die, die derzeit arbeiten, sondern auch für die, die ihre Arbeitsjahre bereits altersbedingt beendeten (Rentner).

Wenn Rentner eine Grundrente plus ihre Altersrente bekämen, wäre auch das Beamten-Pensions-Niveau in etwa erreicht. Darüber ließe sich diskutieren ...
Sonntagsradler 2
24.08.2020, 15:25 Uhr
Quallensammler Ihr Satz
„Über die Studie meckern, braucht niemand. Das Geld kommt nicht aus der Tasche der Steuerzahler.
Das Geld für die Studie sind zwar Spendengelder. Spendengelder.“

Spenden können aber bei der Steuererklärung geltend gemacht werden und von der Steuer abgesetzt werden.
Also niemand verschenkt etwas wen er nicht selber einen Nutzen hat
Also bezahlt der Steuerzahler mit.
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