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Do, 14:47 Uhr
18.10.2001

Blueslegende in Nordhausen

Nordhausen (nnz). Mit dem Afro-Amerikaner Louisiana Red, der auch einen Schuss indianisches Blut in den Adern hat, gastiert am nächsten Freitag in der Altendorfer Kirche eine Ikone des modernen Blues in der Rolandstadt. nnz porträtiert den Musiker.


Blueslegende: Louisiana Red Louisiana Red

Die aktuelle Bluesszene in den USA und Europa zeichnet sich durch eine immense Vielfalt von Stilen und verschiedenen Arten von Musikern aus. Leider sind jedoch mit jedem Jahr weniger Blueskünstler aktiv, die in der klassischen Periode des Blues die Entwicklung dieser Musik mit geprägt haben. Einer der wenigen noch aktiven afro-amerikanischen Musiker der unmittelbaren Nachkriegszeit ist Louisiana Red.

1932 als Iverson Minter im Süden der USA geboren, kann Louisiana Red heute auf eine langes Leben voller Blues und für den Blues blicken: Seine Mutter starb eine Woche nach seiner Geburt, sein Vater wurde vom Ku-Klux-Klan ermordet, als Red neun Jahre alt war, seine erste Frau starb mit dreißig an Krebs ­ die Liste der Tragödien und Rückschläge geht noch weiter.

Louisiana Red spielt nicht einfach nur den Blues, er lebt den Blues durch seine Gitarre und seinen Gesang. Von älteren Bluesgrößen wie Muddy Waters, Lightnin' Hopkins und Arthur Crudup beeinflusst, hat Red schon vor langer Zeit seine eigene Stimme, seinen eigenen Stil seine eigene Ausdrucksform gefunden. Wenn er live auftritt, sind die Songs selbst oftmals nur Ausgangspunkt für die Verarbeitung seiner unmittelbaren Gefühle. Ganz in der heute fast vergessenen Tradition der spontanen Komposition fasst er in Verse, was um ihn und in ihm passiert, ähnlich wie die ursprünglichen Delta-Blues-Musiker oder die westafrikanischen Griot-Barden.

Im Laufe seiner Musikerkarriere, die inzwischen über ein halbes Jahrhundert andauert, ist Louisiana Red auf allen Kontinenten aufgetreten und hat mit fast allen namhaften Bluesmusikern auf der Bühne oder im Plattenstudio gestanden. Besonders bemerkenswert waren seine Begegnungen mit B.B. King und Muddy Waters. Aber im Grunde ist es egal, wo oder mit wem er spielt: Louisiana Red bringt das gleiche Feeling und Feuer auf jede Bühne, egal ob vor 10.000 Menschen auf einem Festival oder hundert Fans in einem kleinen Club.

Von den rund 35 Alben, die er über die Jahre aufgenommen hat, gelten viele als Meisterwerke des Blues. 1983 wurde ihm der W.C. Handy Award als bester traditioneller Blueskünstler verliehen. Seit über zwanzig Jahren lebt Louisiana Red in Deutschland, jedoch konnte er in den vergangenen Jahren auf mehreren US-Tourneen auch wieder in seinem Heimatland triumphieren. Doch wenn man ihn danach fragt, gerät Red nicht ins Schwärmen. Wahrscheinlicher ist es, dass er voller Enthusiasmus über ein neues CD-Projekt, einen neuen Song oder eine neue Gitarrenphrase berichtet. Denn Louisiana Red ist nicht der Typ, der sich auf seinen Lorbeeren ausruht; er ist immer auf der Suche und steckt weiterhin voller Kreativität und Schaffenskraft für den Blues. Seinen Blues. Ausnahmsweise trifft bei ihm der Superlativ zu:
Louisiana Red ist der Blues.
Autor: osch

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